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Trotz Kritik: Bündner sollen demnächst elektronisch abstimmen

Graubünden testet E-Voting öffentlich. Ende Monat findet ein sogenannter Intrusionstest statt. Dabei können Hacker das System angreifen und damit Sicherheitslücken ausfindig machen. Das besondere daran: Man kann damit sein Bankkonto aufpolieren.

Südostschweiz
Donnerstag, 07. Februar 2019, 14:00 Uhr E-Voting-Test
Das Genfer E-Voting-System (im Bild) wird nicht fertiggestellt.
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E-Voting ist derzeit in vieler Munde. Einige Kantone haben Versuche der elektronischen Stimmabgabe abgebrochen. National will eine Volksinitiative ein solches System gar für mindestens fünf Jahre verbieten. Aus Sicht der Gegner ist E-Voting unsicher und gefährdet die Demokratie. Dem Widerstand zum Trotz will der Kanton Graubünden E-Voting einführen. Bis im kommenden Jahr soll das System der Post in voraussichtlich sechs Pilotgemeinden (Chur, Domat/Ems, Davos, Lumnezia, Poschiavo und Safiental) getestet werden.

Und genau dieses System stellt die Post vom 25. Februar bis am 24. März für einen öffentlichen Intrusionstest zur Verfügung. Dabei handelt es sich um das erste schweizerische System, das vollständig verifizierbar ist, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung von Kanton und Bund. Beim Test können Interessierte aus aller Welt das System angreifen und so einen Beitrag zu seiner Sicherheit leisten.

Versuche mit der elektronischen Stimmabgabe gibt es seit nunmehr 15 Jahren. Nun hat die Post ein System mit vollständiger Verifizierbarkeit entwickelt. Diese erlaubt einen breiteren Einsatz von E-Voting und gewährleistet, dass systematische Fehlfunktionen infolge von Softwarefehlern, menschlichen Fehlleistungen oder Manipulationsversuchen erkannt werden. Dass das System einem Ersteinsatz unterzogen wird, war der Wunsch von Bund und Kantonen.

Und so können Hacker ab dem 25. Februar während einem Monat versuchen, Stimmen zu manipulieren, abgegebene Stimmen zu lesen sowie Sicherheitsvorkehrungen ausser Kraft zu setzen oder zu umgehen. Besonders wertvolle Meldungen von Sicherheitslücken will die Post finanziell entschädigen. Konkret kann das eigene Konto mit bis zu 50'000 Franken aufgebessert werden. Teilnahmeinteressierte können sich über https://onlinevote-pit.ch registrieren und auf weitere Informationen zu den Testmodalitäten zugreifen. (so)

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