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16-jährige Umweltaktivistin in Davos eingetroffen

Sie gilt als «heimlicher Star» beim diesjährigen WEF in Davos: Die 16-jährige Umweltaktivistin Greta Thunberg aus Schweden. Sie hat ihre rund 30-stündige Anreise auf sozialen Medien mit der Welt geteilt.

Mittwoch, 23. Januar 2019, 14:55 Uhr Greta Thunberg am WEF

Sie löste eine weltweite Protestbewegung – den «Schülerstreik für das Klima» – aus: die schwedische Schülerin Greta Thunberg. Auch in der Schweiz gehen seit ein paar Wochen Schülerinnen und Schüler nach ihrem Vorbild auf die Strasse und demonstrieren für einen besseren Klimaschutz.

Am Mittwochmittag ist die junge Aktivistin in Davos angekommen. Dafür nimmt sie eine insgesamt 65-stündige Reise (hin und zurück) in Kauf und dokumentiert diese laufend auf ihrem Instagram-Account.

Mit dem Morgenzug gings los

 

In Stockholm beginnt ihre Reise. Mit Koffer und Demonstrations-Schild steigt sie in den Zug nach Malmö.

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Lunch in Denmark.

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In Dänemark gibt es einen Lunch mit veganem Salat, Brot, Aufstrich und Bananen. Knapp 30'000 Likes bekommt Greta Thunberg für diesen Schnappschuss aus dem Zug.

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Goodnight from the night train to Zürich.

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«Gute Nacht aus dem Nachtzug», schreibt Greta Thunberg zu diesem Bild. Sie befindet sich hier bereits in Niedersachsen in Deutschland. Etwas mehr als die Hälfte des Weges ist geschafft.

In Zürich angekommen muss sich die junge Schwedin den Fragen von Journalisten auf dem Perron stellen.
ADRIAN REUSSER

Weil Flugreisen viel CO2 ausstossen und damit klimaschädlich sind, entschied sie sich für die Anreise per Zug. Man könne die Zeit in der Bahn gut nutzen, um allerlei Dinge zu tun – zum Beispiel eine Rede zu schreiben.

Am Mittwochmittag traf Thunberg in Davos ein, wo sie sofort von nationalen und internationalen Medien belagert wurde. «Ich weiss, was ich will. Und ich weiss, was richtig ist», sagte sie nach der Ankunft zu den Medien. Sie sehe die Fakten, und sie sehe, was getan werden müsse. Sie habe entschieden das zu tun, weil sie sich schlecht fühlen würde, wenn sie nichts unternehmen würde. Im Gepäck: ein Rucksack, ein kleiner roter Koffer und ein Demonstrationsschild mit der Aufschrift «Skolstrejk for klimatet» (Schulstreik fürs Klima).

«Mächtige haben versagt»

Sie wolle den Mächtigen in Davos sagen, dass sie versagt hätten. Und dass kein anderes Thema mehr eine Rolle spiele, wenn man das Klimaproblem jetzt nicht angehe. Vom Weltwirtschaftsforum erwartet sie jedoch «nichts», wie sie sagte. «Solange die Menschen nicht erkennen, wie dringend die Situation sei, und was getan werden muss, kann man keinen Druck aufsetzen», sagte sie. Und wenn man das nicht könne, könnten sie das Problem einfach ignorieren.

Greta Thunberg kündigte an, bis Freitag beim WEF dabei zu sein. Sie setzt sich an vorderster Front für ein stärkeres Klimabewusstsein ein. Sie fordert, dass mehr gehandelt und weniger bloss über den Klimawandel geredet wird. Im Rahmen ihrer Protestaktion «Schulstreik fürs Klima» demonstriert sie jeden Freitag vor dem Reichstag in Stockholm. Die Aktion fand bereits Nachahmer in aller Welt.

Auf der Uno-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz hatte sie im Dezember gesagt: «Wir müssen verstehen, was für ein Chaos die älteren Generationen angerichtet haben, das wir nun aufräumen und mit dem wir leben müssen.» (sda)

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Ich habe viele Schüler auf Protestaktionen im TV gesehen und alle hielten ihr Handy hoch. Ich glaube nicht, das auch nur ein Schüler auf sein Handy verzichtet oder er weiß nicht, daß für seine Handybatterien Lithium in Südamerika mit größten Umweltschäden gewonnen wird.( täglich werden 270 Millonen Liter fossiles Wasser zum Ausspülen des Lithiums aus dem Gestein an die Erdoberfläche gepumpt, wo sie umgehend und unwiederbringlich verdunsten). Sie ja noch nicht einmal bereit, einen Tag von ihrer Freizeit, im Gegensatz zu mir, einem 68er, zu opfern.

Ich bin zwar eher Skeptiker des angeblich vom Menschen und CO2 alleine verursachten Klimawandels aber dieses Mädchen ist im Gegensatz zu den vielen "Bekämpfern" des Klimwandels welche mit dem Flugzeug nach Davos reisen wenigstens konsequent.

Ich habe das Bild gesehen und zuerst genau das gleiche gedacht - andererseits geht es ja mitunter genau um diese Themen. Verpackungsmüll ohne Ende, du kaufst sogar Bio-Produkte, welche mit Kunststoffen verpackt sind - was ist den dies für ein unsäglicher Widerspruch? Du bekommst überall alles aus der ganzen Welt - zu jeder Jahreszeit- du wirst überschüttet mit soviel unnötigen Gütern. Eigentlich zeigt dieses Foto genau dieses Spiegelbild unserer Konsumgesellschaft. Auch diese 16-jährige Greta ist ein Kind dieser Welt - und ist diesem Konsumschrott somit gnadenlos ausgeliefert. Ich finde gut was sie macht - dass sie etwas macht - dass sie aufsteht und anklagt - vielleicht ist es wirklich die Jugend, welche die alte, feiste, träge, egozentrische und profitorientierte Gesellschaft in den Hintern tritt und somit nicht nur leeres Geschwätz, sondern Taten nach sich ziehen lässt. Meine Zukunftshoffnung gehört solchen mutigen Persönlichkeiten - und ich versuche meinen persönlichen Anteil für Umweltschutz beizutragen - mal besser, mal schlechter - aber immer wieder.

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