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Ortsgemeinde will sich neue Einnahmequellen sichern

Die Ortsbürger von Rapperswil-Jona haben das Budget 2019 klar genehmigt. Es sieht einen Überschuss von einer Viertelmillion vor.

Linth-Zeitung
Donnerstag, 06. Dezember 2018, 04:30 Uhr Ortsbürger-Versammlung
Finanzchef Edi Alpiger plädiert für die Erschliessung neuer Einnahmequellen.
ANTOINETTE LÜCHINGER

Ortsgemeinde-Präsident Matthias Mächler orientierte zu Beginn der knapp dreiviertelstündigen Budget-Bürgerversammlung in der Hochschule für Technik Rapperswil über laufende Projekte: Im Schachen wird die Erdgeschoss-Nutzung abgeklärt. Der Bau der Alterswohnungen mit Service erfolgt möglicherweise in Etappen. Der Entscheid werde 2019 gefällt. Die Arbeit für die Vorprojektierung Schloss Rapperswil wurde aufgenommen. Informationen zum Betriebs- und Ausstellungskonzept erfolgen an der nächsten Versammlung im Mai 2019.

Danach wurde Josef Stoffel, Ratsmitglied und Vorsteher Ressort Immobilien, nach 30 Amtsjahren verabschiedet. Er erlebte mit, wie Rappers-wil und Jona fusionierten, und war in den Bereichen Wald, Immobilien und Fürsorge als Präsident und Vorsteher tätig. Während zwölf Jahren hatte er auch das Amt als Vizepräsident der Ortsgemeinde inne.

Grosse Investitionen

Gemäss Geschäftsbericht stehen in den nächsten Jahren grosse betriebswirtschaftliche und finanzielle Herausforderungen für die Ortsgemeinde Rapperswil-Jona an – insbesondere in den Bereichen Forst- und Waldwirtschaft, Alters- und Pflegeheim Bürgerspital und Schloss Rapperswil. Trotz stattlichem Eigenkapital plädierte Edi Alpiger, Vorsteher Ressort Finanzen, für die Erschliessung von neuen Einnahmequellen, wie dies mit dem Projekt Alterswohnungen mit Service im Schachen der Fall ist.

Das Budget 2019 sieht Investitionen in Höhe von 4,1 Millionen Franken vor. Nebst diversen Sanierungen, der Vorbereitung und Abklärung zur Überführung des Betriebs vom Bürgerspital an Rajovita, fallen 372 000 Franken für Forstwirtschaft und Wald an, sowie für weitere Ausgaben wie die Fertigstellung der Werkleitungen Lützelau, den Bau der neuen Alterswohnungen Schachen oder Schlamm-Ausbaggerungen im Hafen an.

Im Budget 2019 rechnet die Ortsgemeinde bei einem Aufwand von rund 9,2 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 260 000 Franken. Die 122 anwesenden Ortsgemeindebürgerinnen und -bürger genehmigten das Budget einstimmig. Wie in den Vorjahren soll ein allfälliger Überschuss für zusätzliche Abschreibungen und zukünftige Vorfinanzierungen verwendet werden. «Die Abschreibungen fallen allerdings gegenüber dem Vorjahr markant tiefer aus», so Finanzchef Alpiger. Er betonte auch das vielfältige Engagement der Ortsgemeinde für die Allgemeinheit.

Beim Bürgerspital sieht das Budget 2019 ein Defizit von fast 34 000 Franken vor. Dieses wird über die Ausgleichsreserve gedeckt. Zwar werde das Bürgerspital professionell geführt, doch stiegen die gesetzlichen Auflagen stetig, schreibt Ortsgemeinde-Präsident Mächler in seinem Geschäftsbericht. Auch habe die Pflegebedürftigkeit der Bewohner zugenommen. Es werde zunehmend schwieriger, den laufend höheren Anforderungen und Vorgaben im Pflegebereich mit der alternden Infrastruktur und der relativ geringen Bettenzahl im Bürgerspital Rechnung zu tragen, so Mächler weiter.

Die baulichen und betriebswirtschaftlichen Aufwendungen bewegten sich zwar auf dem Niveau des Vorjahres. Mächler schreibt, dass die Bettenzahl für eine betriebswirtschaftliche, kostendeckende Führung trotz höheren Taxen zu tief sei. Zudem müssten die personellen Ressourcen weiter verstärkt und um 300 Stellenprozente aufgestockt werden.

Forstbetrieb mit Defizit

Beim Forstbetrieb wurde ein Aufwandüberschuss von 70 000 Franken zulasten der Ortsgemeinde budgetiert. Dies, weil die Jungwaldpflege aufwendiger wurde und die Holzpreise sanken. Neu übernimmt die Ortsgemeinde laut Edi Alpiger nach langjähriger Zusammenarbeit die Sägerei Rüegg. Holzernte- und Verwendungsprozesse sollen dadurch optimiert werden.

Das Schloss weist ein ausgeglichenes Budget vor. Allerdings sei mit dem neuen Betriebskonzept zukünftig mit jährlich höheren Betriebskosten zu rechnen.

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