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Baugesuch für Chalet «Bundesgericht»

Das Davoser Aprés-Ski-Lokal «Bolgen Plaza» wurde dazu verdonnert, seine Türen um 19 Uhr zu schliessen. Statt wie bisher in einem Provisorium soll künftig in einem millionenteuren Neubau weitergefeiert werden.

Béla
Zier
07.11.18 - 04:30 Uhr
Politik
Die Temporärbaute für den Betrieb des Restaurants «Chalet After Seven» soll diesen Winter zum letzten Mal erstellt werden.
Die Temporärbaute für den Betrieb des Restaurants «Chalet After Seven» soll diesen Winter zum letzten Mal erstellt werden.
BÉLA ZIER

Man hätte das Davoser «Chalet After Seven» auch «Zur letzten Instanz» nennen können. Dieses seit Dezember 2016 jeweils über den Winter temporär erstellte Holzchalet ist die Reaktion der Davos Klosters Bergbahnen AG auf ein Bundesgerichtsurteil. Im Herbst 2016 war publik geworden, dass das beliebte und sehr bekannte Davoser Restaurant und Aprés-Ski-Lokal «Bolgen Plaza» um 19 Uhr die Lichter zu löschen hat. Der auf die Beschwerde eines Anwohners hin erfolgte Gerichtsentscheid sorgte schweizweit für Aufsehen, und viele Gäste fühlten sich vor den Kopf gestossen.

Die Davos Klosters Bergbahnen AG als Eigentümerin des «Bolgen Plaza» wollte den Aprés-Ski-Betrieb nicht aufgeben und lässt seither jeden Winter auf dem Jakobshornparkplatz das «Chalet After Seven» erstellen. Der dafür angemietete Temporärbau steht nur wenige Meter vom «Bolgen Plaza» entfernt und ist bis 23 Uhr geöffnet. Dieser Auf- und Abbauerei will das Bergbahnunternehmen nun ein Ende setzen und plant an Ort und Stelle einen fixen Neubau.

Schluss ist weiterhin um 23 Uhr

Das Baugesuch liegt seit Kurzem bei der Gemeinde Davos öffentlich einsehbar auf. Das knapp zehn Meter hohe Projekt ist im bisherigen Chalet-Stil konzipiert, sieht im Inneren eine Galerie vor und verfügt über eine von den Gästen nutzbare Fläche von rund 210 Quadratmetern. Die Investition wird im Baugesuch auf stattliche zwei Millionen Franken beziffert.

Bei dem Vorhaben stehe nicht der Aprés-Ski-Betrieb im Fokus, sondern das Angebot mit den Nachtessen, sagt Vidal Schertenleib. Gemäss dem Immobilienleiter und Verwaltungsrat der Davos Klosters Bergbahnen AG ist vor allem dieses Geschäft im «Bolgen Plaza» aufgrund des Bundesgerichtsurteils weggebrochen. «Wir sind der Meinung, dass es solch ein Angebot im Bolgenareal in Nähe zur Skipiste auch nach 19 Uhr braucht», so Schertenleib. Das hätten auch entsprechende Gästereaktionen gezeigt. Am bisherigen Betriebskonzept des «Chalet After Seven» mit Schliessungszeit um 23 Uhr solle sich nichts ändern.

Auch künftig nur Winterbetrieb

Geplant sei, das neue Restaurant samt Barbetrieb ebenfalls nur im Winter geöffnet zu halten, so Schertenleib. Angestrebt werde ein Pachtverhältnis, wobei der Betreiber noch nicht feststehe. Der Baubeginn ist für Frühling 2019 und die Inbetriebnahme auf den Winter 2019/20 hin vorgesehen.

Béla Zier ist Redaktor der gemeinsamen Redaktion Online/Zeitung «Südostschweiz» und «suedostschweiz.ch» und berichtet über die Region Davos und das Prättigau. Er ist seit 1993 für die Medienfamilie Südostschweiz tätig und arbeitet dort, wo er auch wohnt. In Davos. Mehr Infos

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Bela Zier (besser lebt sichs ohne ihr?), Sie fand ich als Bolgenplazaopfergegner von Anfang an auffällig, Sie schafften es via (fünftes) Zitat meiner Texte sogar in den Schparz 2017 deswegen:
https://www.imgbox.de/users/public/images/DC8Z4HlzDE.jpg
https://antisozial.webnode.com/
https://gr-wilder-westen.webnode.com/
Dass der Bolgenplazabetreiber durch seine Gründung keine Rücksicht auf Anwohner nahm, auch nach ersten Klagen rund 15 Jahre weiterlärmte, und als endlich, endlich das Bundesgericht - lauwarm, wie ich finde - durchgriff, eine Protestwelle unfassbarer Steigerung lostrat mit "medialer Breitseite seitens Somedia", die später selbst von "«Unvorstellbarer Hass und Aggressionen»" titelte (nachdem wer den Mob anheizte?), dass der Bolgenplazabetreiber zudem sofort das Bundesgerichtsurteil unterlief, indem er in pro-forma-kleiner-Entfernung eine neue Dezibelfesthütte aufstellt, die gemäss obigem Artikel nun in ein massives Definitivum umgewandelt werden soll – DAS als "Bundesgericht", «Chalet After Seven» auch «Zur letzten Instanz» den Opfern obendrein als Arbeitstitel-Hohnkulmination "aufs Auge zu drücken" finde ich eine absolute Davos-Kontraindikation – wobei ich zudem befürchte, dass dieser Ungeist in GR geradezu ubiquitär sein Unwesen treibt (auf derlei "Kultur" kann man stolz sein, so stolz, dass GRF die GR-Kultur zur neuen grossen "Strategie" erhob inkl. Prof. Forster).
Oje.

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