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Die IBC wird mit 10'000 Franken politisch

Das Churer Energieunternehmen IBC hat die Produktion eines Videos unterstützt, das für ein Ja im Abstimmungskampf um die neuen Sportanlagen in Chur wirbt – und das als öffentlich-rechtliches Unternehmen.

Südostschweiz
Dienstag, 06. November 2018, 11:45 Uhr Abstimmungskampf
Relaunch IBC
Mit einem Sponsoring nimmt die IBC politisch Stellung.
MARCO HARTMANN

«Die Churer IBC mischt sich in Abstimmungskampf ein», berichtet das Regionaljournal Graubünden. Die Rede ist von Sponsorengeldern, mit denen das Energieunternehmen die Pro-Kampagne zur Abstimmungsvorlage «Masterplan Obere Au» unterstützt. Wie es heisst, ist ein Beitrag von 10'000 Franken in die Produktion eines Videos geflossen, mit dem die Befürworter der Vorlage für ihr Anliegen werben. 50 Sportvereine haben sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen und das Video erstellt, bei dem am oberen Rand ein Werbebanner der IBC zu erkennen ist.

Auch auf den Flyern der Interessensgemeinschaft sei das IBC-Logo aufgedruckt, heisst es beim Regionaljournal weiter.

Das Sponsoring sorge insofern für Diskussionen, da die IBC als öffentlich-rechtliche Anstalt der Stadt Chur und ihren Einwohnern gehöre. Jede Churerin und jeder Churer muss seinen Strom von der IBC beziehen. Jede Churerin und jeder Churer unterstützt also die Vorlage, auch wenn sie eigentlich dagegen wären.

Auch für Stadtpräsident Urs Marti sei das Sponsoring heikel. Die IBC habe aber das Recht so zu handeln. Ob es gefühlt in Ordnung sei, sei eine andere Frage. «Und da ist es sicher problematisch», wird Marti zitiert.

Die IBC wolle mit dem Sponsoring neue Kunden gewinnen, die ihren Stromanbieter frei wählen können, und hoffe auf neue Aufträge, wenn die Sportanlagen in der Oberen Au gebaut werden.

Das Churer Stimmvolk hat das letzte Wort

Am 25. November stimmt die Bevölkerung der Stadt Chur über einen Kredit von 43,9 Millionen Franken für die Sanierung der Sportanlagen Obere Au ab. Mit dem Geld soll das Projekt «Eisball» realisiert werden. Entstehen sollen eine Tribüne, vier Naturrasenspielfelder und eine Trainingshalle. Es ist eine reduzierte Version der ursprünglichen Pläne, die noch vor vier Jahren am Volk scheiterten.

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