Die Bevölkerung soll beim neuen Nutzungsplan mitreden
Glarus Nord startet die Zweitauflage von Nutzungsplan und Baureglement. Interessierte aus der Bevölkerung sollen direkt in Arbeitsgruppen mitarbeiten können.
Glarus Nord startet die Zweitauflage von Nutzungsplan und Baureglement. Interessierte aus der Bevölkerung sollen direkt in Arbeitsgruppen mitarbeiten können.
Bis in zwei Jahren soll Glarus Nord den ersten Nutzungsplan für das ganze Gemeindegebiet bekommen. Dieses ambitionierte Ziel präsentierte der neue Gemeindepräsident Thomas Kistler an der Gemeindeversammlung vom Freitag.
In den nächsten Monaten geht es jetzt Schlag auf Schlag: Schon im Oktober wird die Bevölkerung aufgerufen, sich für die Mitarbeit in Arbeitsgruppen zu melden. Diese sollen über den Winter tätig sein, damit im März des nächsten Jahres ein Entwurf von Nutzungsplan und Baureglement der Öffentlichkeit präsentiert werden kann. Anschliessend startet das gesetzlich vorgeschriebene Programm mit dem offiziellen Mitwirkungs- und dem Einspracheverfahren. Im Herbst 2020 soll dann die Gemeindeversammlung entscheiden. Die Zeit drängt, weil die heute gültigen Planungszonen auf vielen Parzellen dann auslaufen und nicht mehr verlängert werden können. Mit den Planungszonen wird verhindert, dass vorzeitig vollendete Tatsachen geschaffen werden.
Nicht nur mit Fachleuten reden
Die Neuauflage des Nutzungsplanes ist nötig, weil eine erste Vorlage vor einem Jahr von der Gemeindeversammlung zurückgewiesen worden ist. Vor allem die grossen Auszonungen aus der Bauzone und das Baureglement sind kritisiert worden.
Wie der Gemeindepräsident am Freitag weiter ausführte, sollen die Arbeitsgruppen nicht nur aus Fachleuten oder Interessenvertretern bestehen, sondern grundsätzlich offen für alle sein. In einer Arbeitsgruppe zum Baureglement werden also nicht nur Baufachleute oder Juristen sitzen. Und in einer zu den Gewässerräumen nicht nur Vertreter von Landwirtschaft und Umweltschutzverbänden. Weitere Themen von Arbeitsgruppen können etwa der Langsamverkehr oder die Deponieplanung sein.
Diese rund 15-köpfigen Arbeitsgruppen werden allerdings nur beratend tätig sein und keine Entscheidkompetenz haben. Diese liegt beim Gemeinderat respektive am Schluss bei der Gemeindeversammlung. Und noch nicht entschieden sei, nach welchem Verfahren die Mitglieder aus den Interessierten ausgewählt würden, sagt Kistler. Denn es gelte sicherzustellen, dass nicht einzelne Interessengruppen darin zu stark vertreten seien.
Ja zum Ausbau der Lintharena
Haupttraktandum der Gemeindeversammlung vom Freitag war aber die Lintharena. Die Stimmbürger folgten dem Gemeinderat und sagten Ja zu Übernahme, Sanierung und Ausbau des Sportzentrums. Sie haben dafür einer Steuererhöhung um zwei Prozentpunkte zugestimmt. Gemeindepräsident Thomas Kistler sagt, er sei froh um die klaren Mehrheiten.
Daniel Fischli arbeitet als Redaktor bei den «Glarner Nachrichten». Er hat Philosophie und deutsche Sprache und Literatur studiert. Mehr Infos
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