×

Wie geht es mit der Baugrube weiter?

Seit mehr als eineinhalb Jahren klafft beim Bahnhof Arosa ein Loch. Nach dem Grossbrand wurde das «Posthotel» abgerissen. Was auf dem Grundstück passiert, ist nach wie vor offen. Die Gemeinde will aber umzonen, damit ein Hotelneubau möglich wird.

Philipp
Wyss
Dienstag, 11. September 2018, 04:30 Uhr Grossbrand «Posthotel»

Die Bilder haben sich eingebrannt: Am 30. Dezember 2016 wurde das vollbesetzte «Posthotel» Arosa durch einen Brand vollständig zerstört. 150 Personen mussten die 60 Zimmer fluchtartig verlassen und konnten nur das Nötigste mitnehmen. Die Löscharbeiten dauerten 36 Stunden. Aufgrund der Löschwassermenge, die teilweise vereiste, und zusätzlichem Schneefall drohte das Gebäude in der Nähe des Bahnhofs in der Folge einzustürzen. Rasch war klar, dass der Bau abgerissen werden musste. Aus Sicherheitsgründen konnten diese Arbeiten erst im Februar 2017 gestartet werden. Seither steht in Arosa eine Baugrube.

Zwar gab es bald Pläne, dass die bisherigen Eigentümer, eine Gruppe aus Malaysia, am selben Standort ein neues Hotel bauen wollen. Vertreter der Grundeigentümer suchten deswegen auch das Gespräch mit der Gemeinde. Und auch ein Planer machte sich an die Arbeit. Doch auch eineinhalb Jahre nach dem Abbruch des Vierstern-Hotels steht nicht mehr als ein Abgrenzungszaun um die nach dem Abriss entstandene Baugrube.

Falsche Zone

Wie Peter Remek, Gemeindeschreiber in Arosa, auf Anfrage bestätigte, wurde rasch klar, dass der unveränderte Wiederaufbau des bisherigen Hotels nicht sinnvoll ist und der Bau eines neuen Hotels innerhalb der bestehenden Zonenvorschriften kaum möglich sein würde.

Wie der Gemeindeschreiber sagt, befand sich das abgebrannte Hotel in der heutigen Kernzone B. Remek geht davon aus, dass es zuvor verschiedenen Zonen zugewiesen wurde, respektive die Zonenvorschriften für die entsprechenden Zonen im Laufe der Zeit mehrmals geändert haben.

Was planen die Eigentümer?

Um die rechtlichen Grundvoraussetzungen für den Bau eines neuen Hotels zu schaffen, wurde deshalb eine Teilrevision der Ortsplanung eingeleitet. Nachdem nun die Planungsunterlagen zu Teilrevision vorliegen, soll die Teilrevision dem kantonalen Amt für Raumentwicklung zur Vorprüfung vorgelegt werden. Danach folgt ein Mitwirkungsverfahren der Bevölkerung. Nach der Behandlung durch den Gemeindevorstand und das Gemeindeparlament kommt die Vorlage an die Urne. Falls die Urne der Vorlage zustimmt, muss die Teilrevision noch durch die Regierung genehmigt werden. «Teilrevisionen der Ortsplanung sind längere Prozesse», sagt Remek. Er hält aber fest, dass es weiterhin der Wunsch der Gemeinde sei, dass am Standort des ehemaligen «Posthotels» ein neues Hotel entstehe.

Den Entscheid, was auf dem Areal des ehemaligen «Posthotels» gebaut wird, fällen letztlich die Grundeigentümer. Alain Cheseaux vertritt als Mitglied des Verwaltungsrats der Posthotel Arosa AG die Eigentümer aus Malaysia. Er sagte auf Anfrage, dass sich die Ausgangslage seit dem Brand im wesentlichen nicht verändert habe. Damals sagte Cheseaux, dass sich die Eigentümer einen Hotelneubau vorstellen könnten. Diese Aussage habe nach wie vor Gültigkeit. «Aber», so Cheseaux weiter, «die Eigentümer würden in alle Richtungen schauen, was man in Arosa machen könne.» Konkreter wurde er nicht. Auch auf die Frage, ob die Versicherungssumme von 15 Millionen Franken inzwischen ausbezahlt worden ist, äusserte sich Cheseaux nicht. Und auch Markus Feltscher, Direktor der Gebäudeversicherung Graubünden, beruft sich auf das nach wie vor laufende Verfahren und sagt ebenfalls nichts dazu.

Zahlt die Versicherung?

Maurus Eckert, Mediensprecher der Bündner Staatsanwaltschaft, bestätigte auf Anfrage, dass das Verfahren noch pendent sei. Die Verfahrensdauer sei lange, aber es handle sich auch um einen Grossbrand und um viele Geschädigte. Das habe die Sache in die Länge gezogen. Weiterhin ist unklar, warum am 30. Dezember 2016 in einem der unteren Geschosse des vierstöckigen Hotels Feuer ausbrach.

Kommentar schreiben

Kommentar senden