×

Einwohner wollen bei Zukunft des Zeughausareals mitreden

Rapperswil-Jona will das Zeughausareal, das ein «Scharnier» zwischen Rapperswil und Jona darstellt, künftig besser nutzen. Um den verschiedenen Interessen diverser Anspruchsgruppen gerecht zu werden, lud die Stadt zu einer Mitwirkungsveranstaltung – mit Erfolg, wie die grosse Anzahl der Teilnehmer zeigte.

Daniel
Graf
Mittwoch, 06. Juni 2018, 11:06 Uhr Stadt Rapperswil
Rund 60 Interessierte diskutieren Visionen und Projekte für die künftige Nutzung des Zeughausareals.
DANIEL GRAF

Ein Lesezirkel, ein Genussmarkt, ein Musikclub oder ein Biergarten: Das sind nur ein paar wenige der rund 80 Ideen, welche für die zukünftige Nutzung und Gestaltung des Zeughausareals in Rapperswil-Jona bereits zusammengekommen sind. Rund 60 Interessierte von Jung bis Alt und aus allen Anspruchsgruppen fanden sich gestern auf dem Areal zusammen, um Visionen und Projekte für die zukünftige Nutzung des Areals zu diskutieren.

Eingeladen hatte das städtische Ressort Bau und Liegenschaften unter der Leitung von Thomas Furrer. Geleitet wurde der Abend von Eva Gerber vom Planungsbüro Kontextplan, welches die Stadt im Prozess berät und begleitet. In einer kurzen Einführung erläuterten die beiden, wie man auf die bisherige Vision mit den drei Stützpfeilern «Treffpunkt», «Stadtlabor» und «Wohnen mittendrin» gekommen ist (die «Südostschweiz» berichtete). Die Veranstaltung stand aber schwerpunktmässig unter dem Begriff «Mitwirkung». Nach einer kurzen Führung über das Areal erhielten die Anwesenden den Auftrag, bereits eingegangene Ideen mit rosa Zetteln auf Whiteboards zu ergänzen.

Zahlreiche Interessierte fanden sich auf dem Zeughausareal ein, um über dessen Zukunft zu diskutieren.
Projektleiterin Eva Gerber und...
...Bauchef Thomas Furrer begrüssten die Anwesenden und erklärten Details zum Ablauf und zum Ist-Stand des Prozesses.
Nach einer kurzen Führung über das Areal...
...sammelten die Anwesenden weitere Ideen und...
...ergänzten damit die bereits bestehenden.
Anschliessend wurden die Projekte auf einem grossen Plan des Zeughausareals platziert.
Die Mitarbeiterinnen des Planungsbüros gruppierten die Ideen und verteilten die 16 Themen auf acht Tische.

Ideen umsetzen, Synergien nutzen

Die gesammelten Vorschläge wurden daraufhin vom Kontextplan-Team in 16 Themengebiete unterteilt, von welchen jeweils zwei an einem Tisch diskutiert werden konnten. Je nach Interesse verteilten sich die Teilnehmer an die Tische, wo die verschiedensten Ideen und Wünsche diskutiert, konkretisiert und weiterentwickelt wurden.

Wer mochte, konnte sich für die Weiterbearbeitung eines Themas auf einer Liste eintragen. Bei der vorhandenen Bandbreite an Interessen – von Kaffeerösterei über Poledance-Studio und Mikro-Bierbauerei bis hin zu interkulturellen Anlässen und einem Wintereisfeld war alles vertreten – waren intensive Diskussionen vorprogrammiert. Einwohner mit ähnlichen Interessen fanden sich zusammen, und bereits wurde über mögliche Synergien zwischen den verschiedenen Projekten diskutiert.

Weitere Anlässe geplant

Ebenfalls Platz fanden Sorgen, Fragen und Kritik. So beschwerte sich ein Anwohner, dass bereits heute die Lärmbelastung zu gross sei, und er befürchtete, dass diese mit der künftig geplanten Nutzung noch zunehmen werde. Ein Stammkunde des auf dem Areal bereits vorhandenen Restaurants «Bunkerli» monierte, in den vergangenen Jahren seien unzählige klassische «Stammbeizen» eingegangen, die für jedermann zu fairen Preisen Getränke und «Znüni» anböten. Er wünschte sich, dass die Räumlichkeiten des «Bunkerli» für eine vollwertige Gastronomie genutzt würden.

«Es ist schön zu sehen, dass sich ein bunt gemischtes Publikum für das Areal interessiert.»

Danach verteilten sich die Anwesenden auf die Tische.
Wo die Diskussionen in Kleingruppen weitergingen...
...und die Ideen weiterentwickelt und konkretisiert wurden.

Nach rund zweieinhalb intensiven Stunden sammelten die Kontextplan-Mitarbeiterinnen die auf Papier festgehaltenen Ideen und Vorschläge ein. Sie werden sämtlichen Interessierten ein Protokoll der Veranstaltung zukommen lassen. Wer an der Mitwirkung Gefallen gefunden hatte, konnte auf einem weiteren Whiteboard sein Interesse an künftigen Veranstaltungen kundtun. Läuft alles nach Plan, sollen 2019 erste Projekte realisiert werden.

Bauchef Furrer lobte zum Schluss die rege Teilnahme und freute sich über die Mitwirkung zahlreicher junger Einwohner. Auch nach der Veranstaltung diskutierten viele Teilnehmer in der Halle oder in der nahegelegenen Bar «Door 5» weiter.

Kommentar schreiben

Kommentar senden