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Linard Bardill meldet sich als Kandidat für den Regierungsrat

Der streitbare Scharanser Liedermacher fordert nach dem Bauskandal einen Neuanfang in der Bündner Politik. Dafür will er als unabhängiger Kandidat selbst sorgen.

Ruth
Spitzenpfeil
Dienstag, 08. Mai 2018, 04:30 Uhr Wahlkampf-Coup
Linard Bardill will Bündner Regierungsrat werden.
OLIVIA ITEM

Der Reigen der Kandidaten für einen Sitz in der Bündner Regierung ist gut eine Woche nach dem Rückzug von Andreas Felix wieder auf sieben angewachsen. Überraschend hat sich ein Bewerber gemeldet, der zwar keiner Partei angehört, aber alles andere als unbekannt ist. Der Liedermacher Linard Bardill, der vor einem Jahr Hunderte im Protest gegen die Absetzung des Kunstmuseumsdirektors mobilisierte, will nun selbst in die Politik einsteigen.

Gegenüber der «Südostschweiz» gab er bekannt, dass er sich zur Wahl in den Regierungsrat stellt; vorzugsweise zur Übernahme des Kulturdepartements von Martin Jäger. Er tritt als Unabhängiger an, weiss sich aber nach eigener Aussage der Unterstützung zahlreicher prominenter Kulturschaffender sicher. So hat sich etwa bereits Valerio Olgiati gemeldet. «Linard Bardill würde unserem Kanton als Regierungsrat viel Schub verleihen», so der bekannte Architekt. Die politische Unerfahrenheit des studierten Theologen sieht er eher als Vorteil, denn man müsse vieles im Kanton neu denken.

2014 hatte Bardill in seiner Heimatgemeinde Scharans als Gemeindepräsident kandidiert. Er wurde zwar nicht gewählt, wirkte dann aber in der Ortsplanungskommission mit. Als wichtigsten Grund, sich nun für die Bündner Regierung zu bewerben, gibt Bardill die Verstrickung fast der gesamten politischen Führung in den Bauskandal an. Dies verlange eine moralische Wende und Amtsinhaber, die nichts mit diesen Seilschaften zu tun hätten.

Mit der heutigen Bekanntgabe startet Bardill nun in einen kurzen, aber intensiven Wahlkampf bis zum Urnengang am 10. Juni. Er will ihn führen über die dafür von ihm lancierte Website, mit selbst finanzierten Flyern und Plakaten sowie mit einer Teilnahme an der für den 15. Mai geplanten Podiumsdiskussion der neuen Regierungsratskandidaten im Theater Chur. Die Veranstaltung unter dem Patronat des Vereins Kulturkanton Graubünden hatte er vor seiner Kandidatur selbst organisiert.

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Wer gegen die Mitverantwortung der Regierungsratskandidaten Schlegel und Parolini in den Baukartell-/ Quadroni- Skandal ein deutliches Zeichen setzen will , der setzte den Namen "Adam Quadroni" auf die Regierungsratsliste.

Selbst wenn er nicht optimal sein sollte (sie unterstellen ihm da vermutlich einfach mal was, ohne ihn näher zu kennen), wäre er die bessere Alternative, als Politiker, welche im Verdacht stehen, Teil eines Systems zu sein, welches Staat und Private abkassierte.

Nun treffen sich gerade die richtigen Schaumschläger, nur auf der Basis Kultur ist keine Politik zu machen, ich sehe schon heute das chaotische Departement das von einem Traumtänzer geführt wird, eines Gutes hätte diese Wahl lange würde seine Dekade nicht sein.

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