Das Jona Center kommt an die Urne
Über das Schicksal des Megaprojekts Jona Center im Osten der Stadt wird die Stimmbevölkerung entscheiden – voraussichtlich im Herbst. Laut der IG Jona-Center-Stopp wird das Referendum deutlich zustande kommen.
Über das Schicksal des Megaprojekts Jona Center im Osten der Stadt wird die Stimmbevölkerung entscheiden – voraussichtlich im Herbst. Laut der IG Jona-Center-Stopp wird das Referendum deutlich zustande kommen.
Was sich abgezeichnet hat, ist nun definitiv: Das Grossprojekt Jona Center kommt an die Urne. Gemäss der Interessengemeinschaft Jona-Center-Stopp, welche für das Referendum Unterschriften sammelte, sind bereits einige Tage vor Ablauf der Frist am 16. April mehr als 800 Unterschriften zusammengekommen. Diese seien «grösstenteils bereits ‘beglaubigt’», schreibt IG-Sprecher Max Rechsteiner.
Die Stadt wollte dies auf Anfrage der «Südostschweiz» noch nicht offiziell bestätigen. Inoffiziell geht die Stadtkanzlei aber ebenfalls davon aus, dass das Referendum zustande kommen wird. Nötig dafür sind 500 gültige Unterschriften. Der frühestmögliche Abstimmungstermin ist gemäss der Stadt im September. Es ist davon auszugehen, dass sie den Termin nicht unnötig hinausschieben, sondern möglichst bald Klarheit schaffen will.
Die IG hatte ihre Argumente gegen das Projekt Anfang Monat bereits den Medien dargelegt (Ausgabe vom 4. April). Neben Kritik am Verfahren und der Kommunikation seitens Stadt und Investor Hans Nef stören sich die IG-Mitglieder primär an der Höhe der geplanten Gebäude. Vorgesehen sind drei Baukörper mit bis zu achtstöckigen Türmen.
Am direktesten betroffen sind davon die Besitzer der Terrassenwohnungen am Kramenweg, welche in der IG prominent vertreten sind. Rechsteiner betonte indes an der Medienkonferenz, dass es nicht um die Aussicht gehe. Sondern: «Achtstöckige Bauten passen schlicht nicht ins gewachsene Quartier.» Die IG sieht dadurch sogar den Grundsatz des städtischen Baureglements verletzt, dass sich Bauten in die Umgebung einzupassen hätten.
Anders sieht dies die Stadt – wie auch das Architekturforum Obersee, die Vereinigung der Architekten der Region. Der jetzt vorliegende Entwurf ist das Ergebnis von zwei Architekturwettbewerben. Aus Sicht der Stadt ermöglicht die achtstöckige Bauweise die Durchsicht zwischen den Gebäuden. Das Bauvolumen insgesamt ist nicht grösser, als es der aktuell gültige Zonenplan erlaubt. Um acht-, statt – wie es die Zone vorsehen würde –, nur fünfstöckig in die Höhe zu bauen, braucht es jedoch eine Anpassung des Zonenplans. Dagegen hat die IG nun das Referendum ergriffen. Sie könnte eher damit leben, wenn die gleiche Baumasse auf weniger Etagen verbaut würde. Mann wolle nicht grundsätzlich als Bauverhinderer gelten, sondern eine bessere Lösung, so Rechsteiner.
Stadt: Subzentrum schaffen
Der städtische Bauchef Thomas Furrer sagte bereits Anfang März: «Sollte das Projekt an der Urne abgelehnt werden, würde das neue Planungen nötig machen und den Bau um Jahre zurückwerfen.» Ob Investor Hans Nef nach zehn Jahren Planungen in jenem Fall an den Bauabsichten festhalten oder diese allenfalls ganz fallenlassen würde, müsste sich zeigen.
Aus Sicht der Stadt soll mit der Neukonzeption des Jona Center ein Subzentrum im Osten der Stadt geschaffen werden. Vorgesehen sind 180 Wohnungen und 8800 Quadratmeter Gewerbefläche – davon 2500 Quadratmeter für kundenintensive Geschäfte. Die Einwohner der stark wachsenden Quartiere im Osten der Stadt sollen im Jona Center wohnortnah einkaufen können.
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