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Ein langer Marsch von Chur nach Genf

Der iranische Flüchtling Mohammad Asadnojad ist am Mittwoch zu einer langen Reise aufgebrochen. Er marschiert von Chur nach Genf, um dort vor dem UNO-Sitz zu demonstrieren.

Corinne
Raguth Tscharner
Mittwoch, 07. März 2018, 15:22 Uhr Protestaktion
Iraner
Der Iraner Mohammad Asadnojad wandert von Chur nach Genf, um dort vor dem UNO-Sitz zu demonstrieren.
Theo Gstöhl

Mit einem Rucksack auf dem Rücken und einem Schlafsack in der Hand steht ein junger Mann unauffällig unter dem Vordach des Manors in Chur. Obwohl es regnet und relativ kühl ist, trägt er keine Jacke, sondern nur einen dunkelblauen Pullover. Der Mann ist Mohammad Asadnojad, ein iranischer Flüchtling, der seit zwei Jahren in einer Asylunterkunft in Disentis lebt.

Sein Gepäck und die guten Schuhe an seinen Füssen haben einen Grund: Von der Churer Bahnhofstrasse aus startet er einen Protestmarsch nach Genf. Zu Fuss will er die ganze Schweiz durchqueren, um damit auf die schwierige Situation und das korrupte Regime in seinem Heimatland aufmerksam zu machen. «Ich will mich beschweren. Warum macht Europa mit dem Iran Geschäfte? Mit einer Diktatur, die die Menschenrechte nicht wahrt», sagt der 28-Jährige und zeigt einen Flyer, von denen sich einige weitere in seinem Gepäck befinden.

Europaweiter Protest

Auf den bunten A4-Seiten ist sein Anliegen festgehalten. Gemeinsam mit der Organisation Restart Opposition setzt er sich unter anderem für die Rechte und Gleichheit der Frauen im Iran ein. Restart Opposition unterstützt ausserdem die Proteste und Kämpfe der Arbeiter, Studenten und der Jugend im Land und fordert die Freilassung von politischen Gefangenen und Aktivisten. Ähnliche Märsche hat die Organisation bereits in Österreich, Frankreich oder Deutschland durchgeführt. „«Meine Gedanken und mein Herz sind immer im Iran», sagt Asadnojad zu seiner Motivation, den langen Weg auf sich zu nehmen.

Zwei Wochen unterwegs

Asadnojad selbst sass im Iran im Gefängnis, bevor er in die Schweiz flüchtete. «Wegen politischer Proteste“, wie er sagt. Hier drohen ihm keine strikten Konsequenzen, auch wenn er Bern auf seiner Reise über Zürich nach Genf umgehen wird. „Ich habe ein paar Mal vor der iranischen Botschaft protestiert und seither ist es mir verboten“, erklärt er. Zwei Wochen wird Asadnojad seiner Einschätzung nach unterwegs sein, bis er in Genf vor dem UNO-Gebäude ankommt. Schlafplätze oder Hotels hat er keine organisiert. «Ich werde wenn möglich an Bahnhöfen schlafen und sonst im Freien», sagt er und macht sich im Churer Regen auf den Weg.

 

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