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Der Status quo hat keinen Bestand

Die Bündner Regierung zeigt sich über das Abstimmungsresultat zu No-Billag glücklich. Die Medienlandschaft des Kantons wird sich aber trotz des Neins verändern.

Corinne
Raguth Tscharner
Mittwoch, 07. März 2018, 04:30 Uhr Nein zu No Billag
Nach dem deutlichen Nein zu No-Billag kündigt die Bündner Regierung an, dass sich die Medienlandschaft im Kanton nun verändern wird.
Nach dem deutlichen Nein zu No-Billag kündigt die Bündner Regierung an, dass sich die Medienlandschaft im Kanton nun verändern wird.
OLIVIA ITEM

Mit 71,6 Prozent der Stimmen hat das Schweizer Stimmvolk die No-Billag-Initiative abgelehnt. Das freut die Exekutive des Kantons Graubünden. «Die Regierung hat sich im November sehr klar geoutet, dass wir die Vorlage ablehnen», sagte der Vorsteher des Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartements, Martin Jäger, gestern am monatlichen Medientreffen der Regierung. Damals habe man sich – entgegen der sonst üblichen Zurückhaltung – zur Initiative geäussert und freue sich nun über den Ausgang der Abstimmung. Die Regierung sei vor allem glücklich, dass die Vorlage in allen drei Sprachregionen des Kantons deutlich abgelehnt worden sei, so Jäger weiter. «Wir sind damit wieder beim Status quo.»

Eine bewegte Landschaft

In der Bündner Medienlandschaft wird es jedoch nicht beim Status quo bleiben. Die Zeitungen «Südostschweiz» und «Bündner Tagblatt» werden Mitte April ihre Redaktionen zusammenführen. Dies, um Kosten zu sparen und Synergien zu schaffen. «Wir sind daran interessiert, im Kanton Medienvielfalt zu haben», sagte Jäger dazu. Im Vergleich zu anderen Kantonen sei man privilegiert. Mit der Zusammenlegung schmelze das Privilegium zwar, es gebe neben den beiden überregionalen Zeitungen aber immer noch weitere unabhängige Printmedien im Kanton. So etwa die «Engadiner Post», den «Prättigauer & Herrschäftler» sowie die «Quotidiana» und weitere Blätter aus dem Hause Somedia.

«Die Medienlandschaft ist stark in Bewegung», so Jäger weiter. Erst im vergangenen Jahr habe man den Zusammenschluss der italienischsprachigen Wochenzeitungen «La Voce del San Bernardino» und «Il Grigione Italiano» unterstützt. Ohne den Zusammenschluss und die finanzielle Unterstützung der Kantonsregierung wäre die Existenz der «Voce del San Bernardino» bedroht gewesen (Ausgabe vom 27. Oktober 2017).

Ein netter Antwortbrief

Auch der geplante Stellenabbau bei der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) war gestern am Medientreffen ein Thema. Anfang Februar hatte die Regierung in einem Brief an die Generaldirektion der SDA ihre Besorgnis über die Situation zum Ausdruck gebracht. Laut Jäger hat man mittlerweile als Antwort darauf einen «sehr netten Brief» erhalten.

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