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Wie teuer sind diese Frisuren?

Wenn man eine Anfrage im Grossen Rat unterschreibt, dann muss man auch selbst antworten liefern - zumindest bei uns!

Nadia
Kohler
Dienstag, 13. Februar 2018, 15:53 Uhr Umfrage im Grossen Rat
Diese Grossräte stehen uns Rede und Antwort.
BILDER MARCO HARTMANN / VISUALISIERUNG NADIA KOHLER

Wusstet Ihr, dass die parteilose Grossrätin Nicoletta Noi-Togni einmal pro Woche zum Coiffeur geht? Oder dass SP-Politiker Christoph Jaag seine Coiffeuse mit Naturalien bezahlt? Nein, dann haben wir wohl noch einige andere haarige Neuigkeiten für Euch. Wer sich nun fragt, weshalb wir uns diesem Thema überhaupt widmen, dem liefern wir natürlich auch gerne eine Antwort.

Auslöser ist der Churer Stadtrat und Grossratsstellvertreter Patrik Degiacomi, der sich um die Coiffeur-Salons in Bündner Zentrumsorten sorgt. Grosse neue Coiffeur-Salons würden «für Aufsehen» sorgen, weil sie mit «schier unglaublichen Tiefpreisen werben».

Es stelle sich die Frage, ob bei solchen Preisen der Gesamtarbeitsvertrag, aber auch andere Vorgaben wie die Abgabepflicht der Mehrwertsteuer sowie ausländerrechtliche Bestimmungen, etwa eine gültige Arbeitsbewilligung, überhaupt eingehalten werden könnten, wie er vergangenen Herbst in einer Anfrage an die Bündner Regierung schrieb.

Regierung kann nichts machen

Degiacomi wollte von der Bündner Regierung wissen, mit welchen Massnahmen das Coiffeurgewerbe in Graubünden überprüft würde. Konkret wollte er wissen, welche Kontrolltätigkeiten zwischen 2014 und 2016 stattgefunden haben. Ebenfalls fragte er, ob die Regierung die Möglichkeit habe, mutmassliche Umgehungen der Pflicht zur Abgabe der Mehrwertsteuer zur Anzeige zu bringen.

Die Bündner Regierung hat bereits auf die Anfrage geantwortet. Sie habe keine Kenntnis darüber, wie viele Kontrollen in den Jahren 2014 bis 2016 insgesamt durchgeführt, und welche Sanktionen ausgesprochen wurden. In der Regel würden nur Kontrollen in Auftrag gegeben, wenn seitens Gemeinden, von Dienststellen oder von Privaten Anzeigen vorliegen. In den Jahren 2014 bis 2016 habe das Arbeitsamt auf entsprechende Anzeige hin zwei Kontrollen in Geschäften vorgenommen, welche Drittstaatsangehörige beschäftigen. Dabei konnten keine Verstösse festgestellt werden. Und schliesslich hielt die Regierung fest: «Soweit sich die Unternehmen im erwähnten vorgeschriebenen Rahmen bewegen, bestünden derzeit keine weiteren Möglichkeiten und Instrumente, um in den Markt der Coiffeurbranche einzugreifen.»

Treue Seelen

Am Dienstagnachmittag wurde diese Anfrage nochmals angeschaut. Wir haben uns zuvor fünf Grossräte herausgepickt, welche die Anfrage unterschrieben hatten und wollten wissen, wo sie ihre Frisur machen lassen und vor allem auch, was sie kosten.

Nicoletta Noi-Togni unterstützt einen Ein-Frau-Betrieb in San Vittore. «Ich lege grossen Wert auf meine Frisur», erklärt die Gemeindepräsidentin aus San Vittore mit einem Lachen. SP-Politiker Peter Peyer ist eine treue Seele – er geht seit Jahren in die zwei gleichen Salons. Und ganz Sozialdemokrat hat Peyer schon mit seinem Coiffeur wegen des Preises gestritten. Er findet nämlich, dass Männer viel zu wenig für einen Haarschnitt bezahlen.

Anders sieht dies Parteikollege Christoph Jaag. Der Prättigauer geht seit 20 Jahren zur gleichen Coiffeurin und findet, dass rund 30 Franken für einen Männer-Haarschnitt angemessen sind. Christina Bucher Brini fordert Gleichberechtigung bei den Coiffeur-Preisen. «Man müsste schon einen Ausgleich schaffen», so die SP-Frau. Für Martha Widmer Spreiter sind die 80 Franken, welche sie für ihre Frisur bezahlt, hingegen angemessen.

Und nun kommen wir zu den Fragen aller Fragen:

 

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