Als Bill Clinton eine Glarner Raststätte besuchte
Nach Trumps Ankündigung am WEF in Davos zu erscheinen, graben wir Erinnerungen aus - und zwar mit unserem Glarner Zeitungsredaktor Martin Meier.
Nach Trumps Ankündigung am WEF in Davos zu erscheinen, graben wir Erinnerungen aus - und zwar mit unserem Glarner Zeitungsredaktor Martin Meier.
Martin Meier, Du warst vor 18 Jahren dabei, als Präsident Bill Clinton die Raststätte Glarnerland besuchte. Wie ist es dazu gekommen?
Ich arbeitete damals für den «Sonntags-Blick» und befand mich auf dem Nachhauseweg vom WEF. Mit nichts. Mit keiner Geschichte im Sack. Ich war frustriert. Da entdeckte ich auf dem Rastplatz die unzähligen Limousinen. Da wusste ich, da muss auch ein hohes Tier sein.
Der Konvoi des Präsidenten umfasste gut 30 Fahrzeuge. Wie hast Du den Ablauf des Besuchs erlebt?
Wie im Film. Auf dem Parkplatz verteilt standen Sicherheitsleute. Ich fragte, wer Wichtiges da ist. Die Antwort lautete: «Mister President.» Das kann man erst gar nicht glauben.
Im Restaurant waren auch viele andere Gäste. Was für eine Stimmung hast Du damals erlebt?
Ich musste draussen bleiben. Es durfte niemand mehr ins Restaurant. Die Leute, die aber schon drin waren, durften bleiben. Ich sah den Präsidenten erst nur durch die Glasscheibe.
Die Glarner sprechen auch heute noch bei Gelegenheit über dieses Ereignis. Was denkst Du: Warum ist dieses Ereignis immer noch so präsent?
Weil es ein einmaliges Ereignis ist, das nur möglich war, weil es nicht protokolliert worden ist. Hätte man gewusst, dass Clinton dort Halt macht, wären andere Sicherheitsvorkehrungen nötig gewesen. Dann wäre kein Dolendeckel mehr in der Fassung geblieben.
Dein Artikel aus dem «Sonntagsblick» klebt neben der Unterschrift von Bill Clinton im Gästebuch der Raststätte Glarnerland. Wie nahe bist Du dem Präsidenten persönlich gekommen?
Als Clinton das Restaurant verliess, hat er draussen den wenigen Anwesenden die Hand geschüttelt und mit ihnen ein paar Worte gewechselt. Pech hatte ich dafür einmal mit Clintons Frau Hillary, als sie im Zürcher «Dolder» zu Gast war. Ich wartete auf dem Parkplatz der Kunsteisbahn, von wo das Grandhotel überblickbar ist. Ohne zu ahnen, dass Hillary gleich hinter mir, hinter den Garderoben, am Schlittschuhlaufen ist.
Sebastian Dürst ist Redaktionsleiter der «Glarner Nachrichten». Er ist in Glarus geboren und aufgewachsen. Nach Lehr- und Wanderjahren mit Stationen in Fribourg, Adelboden und Basel arbeitet er seit 2015 wieder in der Heimat. Er hat Religionswissenschaft und Geschichte studiert. Mehr Infos

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