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Graubünden gedenkt der Verdingkinder

Am 22. November findet beim Waldhaus Stall in Chur der Gedenkanlass für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen in Graubünden statt. Die Regierung will sich bei den Opfern für das entstandene Leid entschuldigen und ein Zeichen der Erinnerung setzen.

Südostschweiz
Donnerstag, 09. November 2017, 15:13 Uhr Wiedergutmachung des Unrechts
Knabe aus einem Erziehungsheim im Jahr 1944.
PAUL SENN/GOTTFRIED KELLER-STIFTUNG BERN

Es geht um das Schicksal von zehntausenden Kindern, Jugendlichen oder auch Erwachsenen, die bis im Jahr 1981 Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen in der Schweiz wurden. Viele Betroffene erfuhren dabei grosses Leid, das ihr Leben massgebend prägte und noch bis heute prägt. Lange Zeit mussten sie um die Anerkennung des Kantons Graubünden kämpfen. Bis schliesslich Regierungsrat Jon Domenic Parolini während der Septembersession des Grossen Rates dieses Jahres die erlösenden Worte sprach: Die Regierung anerkenne die Schuld des Kantons im Zusammenhang mit den fürsorgerischen Zwangsmassnahmen. Sie entschuldige sich bei den Opfern und stocke den Solidaritätsfonds des Bundes auf.

Zeichen der Erinnerung

Für viele Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen, die teilweise bis heute unter den Folgen ihrer Erlebnisse leiden, sei es ein Anliegen, dass das Geschehene nicht in Vergessenheit gerät, heisst es in einer Mitteilung der Regierung. Aus diesem Grund wurde eine Betroffenen- und Fachpersonengruppe eingesetzt mit dem Auftrag, der Regierung Vorschläge für ein würdiges und geeignetes Zeichen der Erinnerung im Kanton zu unterbreiten.

Regierungsrat Jon Domenic Parolini wird im Namen der Regierung den Gedenkanlass durchführen und das Zeichen der Erinnerung ankündigen. Der Gedenkanlass findet am Mittwoch, 22. November, um 10 Uhr beim Waldhaus Stall in Chur statt. Speziell die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen sind herzlich zu diesem Anlass eingeladen.

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