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Sunrise will Antenne auf Wohnhaus aufrüsten

Die Sendeleistung einer Mobilfunk-Antenne auf einem Joner Wohnhaus soll um 50 Prozent steigen. Bei der Installation gab es heftige Proteste.

Pascal
Büsser
07.11.17 - 09:48 Uhr
Politik
Die Antenne an der Aubrigstrasse soll stärker senden können.
Die Antenne an der Aubrigstrasse soll stärker senden können.
ARCHIV

Die Bauanzeige in der gestrigen Ausgabe der «Südostschweiz» kommt unscheinbar daher. «Antennentausch für die bestehende Mobilfunkanlage auf dem Flachdach des Mehrfamilienhauses ... an der Aubrigstrasse 41+43». Gesuchsteller ist Sunrise. Doch die Installation oder das Aufrüsten von Mobilfunk-Antennen ist in Rapperswil-Jona ein emotionales Feld, das die Menschen bewegt. Zumindest in der Vergangenheit war das an diversen Standorten der Fall. Dutzende bis hunderte Einsprachen gingen jeweils gegen die Projekte der Mobilfunkbetreiber ein.

Bei der Installation der Antenne an der Aubrigstrasse vor gut vier Jahren gab es ebenfalls heftigen Widerstand der Anwohner. 253 Einsprachen kamen zusammen, viele aus dem Umfeld der extra gegründeten IG Aubrigstrasse. Doch aller Widerstand nützte nichts. Die Antenne wurde gebaut.

Mehr Sendeleistung nötig

Nun will sie Sunrise auf den neusten Stand der Technik bringen, sprich von 2G und 3G auf 4G, wie der städtische Bauchef Thomas Furrer erklärt. Die maximale Sendeleistung soll um 50 Prozent von 1050 auf 1500 Watt steigen. Die Antenne kann laut Furrer in sechs Richtungen senden. Ein Vertreter der IG Aubrigstrasse sagt, dass er die Unterlagen im Stadthaus studieren und mit den Anwohner allfällige Schritte beraten wolle. Die öffentliche Auflage dauert bis zum 20. November.

Laut Bauchef Furrer legt die Stadt die Gesuche jeweils dem Kanton zur Prüfung vor. «Wenn alle Richtwerte eingehalten werden, müssen wir die Antenne bewilligen», so Furrer. Der Grenzwert von 5 Volt pro Meter halte die Anlage gemäss Standortdatenblatt ein. Die Betreiber würden den Ausbau jeweils mit dem gestiegenen Sendebedarf begründen, den mobile Internetnutzung via Smartphones verursacht.

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Angeblich ist unsere Bevölkerung durch den (nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Mitteleuropa fast immer eingehaltenen!) Schweizer Anlage-Grenzwert vor der Antennenstrahlung genügend geschützt. Die Praxiserfahrung sagt jedoch etwas ganz anderes. Immer mehr Ärzte und Wissenschaftler schlagen Alarm: Mobilfunkantennen machen krank!
Wir erinnern an die Situation bei Asbest...
...Holzschutzmitteln, verbleitem Treibstoff, Contergan etc. Bei all diesen Beispielen hat die gesundheitliche Schädigung ein weit grösseres Ausmass angenommen als von der Industrie und den Gesundheitsbehörden anfänglich behauptet. Dieselbe Situation zeichnet sich immer deutlicher beim Mobilfunk ab, ja sie ist wahrscheinlich langfristig sogar noch folgenschwerer. Kein Lebensmittel kein Produkt darf auf den Markt gebracht werden wenn die Ungefährlichkeit nicht nachweisbar ist. Aber bei den Antennen ist es genau umgekehrt die Schädlichkeit ist nicht angeblich nicht nachweisbar. Da kann man ja bedenkenlos aufrüsten.

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