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Diskussionslos: 530'000 für Gesellschaftshaus

Die Bürger von Glarus haben am Freitagabend einem Kredit von 530 000 Franken zur Sanierung des Gesellschaftshauses (GH) in Ennenda diskussionslos zugestimmt.

Sebastian
Dürst
09.06.17 - 23:04 Uhr
Politik
Gemeindepräsident Christian Marti erläutert dem Stimmvolk die Vorlage für den GH-Kredit.
Gemeindepräsident Christian Marti erläutert dem Stimmvolk die Vorlage für den GH-Kredit.
SEBASTIAN DÜRST
Unsere Entscheide produzieren nicht Verlierer und Gewinner, sondern stärken die Basis einer kontinuierlichen Gemeindeentwicklung, die dem Gemeinwohl verpflichtet ist», sagte Gemeindepräsident Christian Marti in seinem Vorwort zur Gemeindeversammlung am Freitagabend in Netstal. Zumindest einer durfte sich knapp zwei Stunden später schon ein Bisschen als Sieger fühlen: Koch und Gastgeber Beat Schittenhelm. 
 
An der mässig besuchten Gemeindeversammlung haben die Stimmbürger einem Kredit von 530 000 Franken zugestimmt, mit dem das Gesellschaftshaus in Ennenda saniert werden kann. Schittenhelm ist seit Längerem als der neue Pächter bekannt. Drei Jahre lang stand das GH ohne Pächter da. Schittenhelm verfolgte die Abstimmung als Besucher und sagte nach der Versammlung: «Ich freue mich natürlich sehr über diesen Entscheid. Dass es keine Diskussion über den Kredit gab, werte ich überhaupt nicht negativ.»
 
Alle Rechnungen genehmigt
 
Neben dem GH-Kredit wurden an der Frühlings-Gemeindeversammlung die Rechnungen der Technischen Betriebe Glarus (TBG), der Alters- und Pflegeheime Glarus (APG) und der Gemeinde Glarus ebenfalls anstandslos genehmigt. 
 
Einzig zur Rechnung der TBG verlangte ein Bürger das Wort. Fritz Weber aus Netstal wollte zwar die Rechnung nicht ablehnen, aber er stellte dem TBG-Verwaltungsrat einige Fragen zur Preisgestaltung. Er wollte wissen, warum er trotz einer «blendenden Jahresrechnung» für Strom und Kabelfernsehen im Jahr 2017 rund 13,5 Prozent mehr bezahlen muss als im Vorjahr. «Unsere Tarife entsprechen alle den gesetzlichen Vorgaben», antwortete ihm TBG-Verwaltungsratspräsident Allen Fuchs. Die Tarife für den Strom seien demnach auch nicht erhöht worden, sondern der Rabatt gesenkt, von 20 Prozent im Jahr 2016 auf 10 Prozent in diesem Jahr. Das sei nötig, weil diese Rabatte die Rechnung belasten. «Wir müssen darauf achten, dass wir die nötigen Investitionen tätigen können und können darum nicht immer diese Rabatte gewähren», so Fuchs. Die Erhöhung beim Kabelfernsehen habe damit zu tun, dass man hier viele Kunden verloren habe und ein attraktiveres Angebot gestalten musste. «Das ist Marktwirtschaft», sagte Fuchs.

Sebastian Dürst ist Redaktionsleiter der «Glarner Nachrichten». Er ist in Glarus geboren und aufgewachsen. Nach Lehr- und Wanderjahren mit Stationen in Fribourg, Adelboden und Basel arbeitet er seit 2015 wieder in der Heimat. Er hat Religionswissenschaft und Geschichte studiert. Mehr Infos

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