Petition formuliert Kritik an den Stadtrat
Der Betreiber der Sammelstelle «Brings» in Rapperswil-Jona hat eine Petition gegen die Schliessung lanciert. In dieser werden Vorwürfe an die Stadt erhoben.
Der Betreiber der Sammelstelle «Brings» in Rapperswil-Jona hat eine Petition gegen die Schliessung lanciert. In dieser werden Vorwürfe an die Stadt erhoben.
Am 15. Juli ist Schluss. Nach rund vier Jahren geht die Sammelstelle «Brings» im Joner Gebiet Schachen, zwischen Geberit und Haltestelle Blumenau, wieder zu (Ausgabe vom 6. Mai). Die Nachricht sorgte bei Nutzern für Bedauern, wie Geschäftsführer Joel Keller erklärt. «Auf Wunsch von Kunden haben wir des-halb eine Petition lanciert.» Bereits am Samstag seien allein auf der Sammelstelle 300 Unterschriften zusammengekommen. Die Bögen seien zudem an die gut 2000 Kunden von «Brings» geschickt worden, so Keller. Dort würden sie aber wohl erst Ende Woche eintreffen. Keller hofft, noch bis Ende Monat mindestens 1000 Unterschriften sammeln, und diese dem Stadtrat von Rap- perswil-Jona vorlegen zu können. «Dann schauen wir mal, was passiert.»
Grosse Hoffnungen auf eine Kehrtwende der Behörde macht sich Keller allerdings nicht mehr. Der Stadtrat hatte es abgelehnt, den Entsorgungspark mit 150 000 Franken im Jahr zu unterstützen. «Mit diesem Betrag hätte der Betrieb ohne weitere Abo-Gebühren für die Nutzer aufrechterhalten werden können.» Heute müssen Nutzer für ein Jahres-Abo 30 Franken bezahlen. Rund 2000 Personen machten das. Laut Keller hätte es aber mindestens 4000 gebraucht, um die Sammelstelle mit fünf (Teilzeit-)Angestellten, darunter Menschen mit Beeinträchtigungen, kostendeckend zu betreiben.
Gibt es eine Ungleichbehandlung?
In Wohlen funktioniere das Abo-Modell. In den übrigen acht Gemeinden, wo das «Brings»-Konzept zur Anwendung kommt, wird die Entsorgungsstelle laut Keller dagegen subventioniert. In der Petition wird allerdings nicht mehr explizit eine Subventionierung gefordert. Viel mehr wird der Stadtrat aufgefordert, «die gleichen Bedingungen für beide Recyclinganbieter zu schaffen». Der zweite Anbieter ist die Karl Rüegg AG mit einer Sammelstelle im Industriegebiet Engelhölzli.
Auf Nachfrage sagt Keller: «Ich behaupte, dass Karl Rüegg auf irgendeine Art eine finanzielle Unterstützung der Stadt erhält. Es gibt dafür verschiedenste Formen.» Bei Mengen unter 4000 Tonnen sei es kaum möglich, eine Entsorgungsstelle kostendeckend zu betreiben. Die Entsorgung ist bei der Tiefbau- und Transportfirma Rüegg allerdings nur ein Standbein. Inhaber Karl Rüegg war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Engelhölzli wird ausgebaut
Stadtpräsident Martin Stöckling weist die Behauptung zurück, dass die Stadt die Firma Rüegg direkt oder indirekt unterstützt. «Wir bedauern, dass die Sammelstelle ‘Brings’ im Schachen geschlossen wird», so Stöckling. «Offenbar hat das Geschäftsmodell von Herr Keller nicht funktioniert.» Für Stöckling ist der Entscheid des Stadtrats gefallen, dass die Stadt keine private Sammelstelle subventionieren will. Daran ändere auch der soziale Aspekt der «Brings»-Sammelstelle nichts.
Dass die Entsorgungsstelle von Rüegg jenseits der A53-Autobahn fast näher bei Rüti als bei Rapperswil-Jona liegt und Entsorgungsfahrten über die ohnehin stark belastete Rütistrasse generiert, waren für den Entscheid des Stadtrats laut Stöckling nicht relevant. Er bestätigt indes, dass Rüegg «in naher Zukunft» auf einem Grundstück der Stadt seine Anlage ausbauen wird. Die Baueingabe ist bereits erfolgt. Heute wird Anlieferungssituation der Entsorgungsstelle Engelhölzli von Nutzern bemängelt.
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