Schlosspark am Meienberg bleibt verschlossen
Geplante Führungen im Mai und Juni im Schlosspark Meienberg in Rapperswil-Jona sind abgesagt. Die zuständige Stiftung hofft, «demnächst» wieder Touren anbieten zu können. Anfang Jahr verstarb der Schlossherr 99-jährig.
Geplante Führungen im Mai und Juni im Schlosspark Meienberg in Rapperswil-Jona sind abgesagt. Die zuständige Stiftung hofft, «demnächst» wieder Touren anbieten zu können. Anfang Jahr verstarb der Schlossherr 99-jährig.
An fünf Daten im Mai und Juni hätte Besuchern Einlass gewährt werden sollen in den Schlosspark Meienberg. Parkanlage und Schloss bilden «eines der wenigen noch nahezu im Ursprung erhaltenen Landgüter aus dem 18. Jahrhundert», schrieb Rapperswil Zürichsee Tourismus in einer Mitteilung. «Oberhalb von Rapperswil-Jona gelegen, ist die Anlage ein herausragender, einzigartiger Zeitzeuge.» Der Schlosspark präsentiere sich heute «im besten Zustand und ist von seltener Schönheit, mit prächtigen Ausblicken» auf Stadt und See.
«Keine Legitimation» für Auskunft
Doch aus den Besichtigungen wird nun nichts. «Die Führungen müssen aus privaten Gründen der Eigentümer leider kurzfristig abgesagt werden», liess die Stiftung für Landschaftsarchitektur (SLA), welche die stündigen Touren organisiert, gestern ausrichten. Diverse Buchungen mussten storniert werden. SLA-Präsident Ingo Golz schreibt auf Anfrage, dass er «keine Legitimation habe», weitere Auskünfte über die Hintergründe zu erteilen.
Bekannt ist, dass der Schlossherr Stephen Zuellig Anfang Jahr verstarb – rund vier Monate vor seinem 100. Geburtstag. Zuellig und sein jüngerer Bruder Gilbert übernahmen in ihren Zwanzigern ein Unternehmen ihres Vaters auf den Philippinen und bauten es auf teils abenteuerliche Weise zu einer Grossfirma aus. Gemäss NZZ zählt die Zuellig-Gruppe heute zu den grössten privat geführten Unternehmen in Asien mit rund 15 Mrd. Dollar Umsatz. Dies weitgehend mit der Distribution von Gesundheitsprodukten.
Gilbert Zuellig besitzt die Villa am Hinteren Meienberg. Stephen Zuellig, der das Schloss bewohnte, hinterliess vier Kinder und drei Grosskinder. Offenbar gibt es nun Klärungsbedarf, wie es mit Schloss Meienberg weitergehen soll.
Die Stiftung SLA hofft, dass sie «demnächst» wieder Führungen anbieten kann, wie das bereits 2014 und 2016 der Fall war. Ob gar die einmal andiskutierte Überführung der Anlage in den Besitz einer Stiftung weiter eine Option ist, liess sich bei der SLA nicht in Erfahrung bringen. Tourismus-Chef Simon Elsener wie auch der städtische Bauchef Thomas Furrer erklären auf Anfrage, dass eine Öffnung der Anlage grundsätzlich interessant wäre.
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