×

«Frauen können besser zuhören»

Als erste Frau ist Livia Leu Agosti Schweizer Botschafterin in Iran. Gewissen Schwierigkeiten in ihrem Berufsalltag trotzt die 49-jährige Aroserin mit dem Wissen, in einem faszinierenden Land leben zu dürfen. Und mit ihrer «typisch bünderischen Dickköpfigkeit».

Südostschweiz
Mittwoch, 29. September 2010, 09:30 Uhr
Die Schweizer Botschafterin in Iran, Livia Leu Agosti.

Arosa/Teheran. – Lässt sie am Ende eines intensiven Arbeitstages den Blick schweifen, sieht sie gern in die Ferne, an den Rand der Stadt, wo sich die schneebedeckten Gipfel des Elburs-Gebirges und am Horizont der über 5000 Meter hohe Damavand rund um Teheran erheben.

Livia Leu Agosti mag Berge. Ist, wie sie sagt, im Herzen Bündnerin geblieben, auch, wenn sie ihre Heimat Arosa schon vor Jahren verlassen hat. Verlassen für ihr Jus-Studium und zu Gunsten ihrer Diplomatenlaufbahn, die heute auf einem vorläufigen Höhepunkt angekommen ist.

Kontakt zu Land und Leuten

Die 49-Jährige ist die erste Frau überhaupt, die als Botschafterin der Schweiz im Iran tätig ist. Seit Januar 2009 unterliegt ihr dort damit die offizielle Vertretung der Eidgenossenschaft und die Pflege der diplomatischen Beziehungen. Zudem ist die Botschaft auch eine wichtige Ansprechspartnerin für Schweizer Wirtschaftsvertreter, zumal die rechtliche Situation – insbesondere die strikte Umsetzung der Uno-Sanktionen durch die Schweiz – besondere Herausforderungen mit sich bringt. «Und gerade in einem Land wie Iran kommt der politischen Lageanalyse grosse Bedeutung zu», betont Leu.

Und nach über 20 Jahren im Dienste des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten EDA – in Kairo, New York oder als Leiterin der Politischen Abteilung für Afrika und Nahost in Bern – auch auf viel Erfahrung. Weiter ist da noch ihr Geschlecht, das ihr manchmal von Vorteil scheint: «Den Frauen wird doch oft zugeschrieben, besser zuhören zu können», erklärt sie, «und das ist in der Diplomatie ein Pluspunkt.» (so)

Den ganzen Artikel lesen Sie in der heutigen Ausgabe des «Bündner Tagblatts».

Kommentar schreiben

Kommentar senden