Besonders Albula und Maloja müssten bluten
Das Bundesdepartement des Innern hat eine Neueinteilung der Prämienregionen für Krankenkassen vorgeschlagen. Die Einteilung beruht derzeit auf den Gemeinden, künftig solle die Einteilung über die Bezirke definiert werden. Kommt die Verordnung durch, ändert sich ab dem 01. Januar 2018 einiges für viele Versicherte – vor allem in ländlichen Regionen wie Albula.
Das Bundesdepartement des Innern hat eine Neueinteilung der Prämienregionen für Krankenkassen vorgeschlagen. Die Einteilung beruht derzeit auf den Gemeinden, künftig solle die Einteilung über die Bezirke definiert werden. Kommt die Verordnung durch, ändert sich ab dem 01. Januar 2018 einiges für viele Versicherte – vor allem in ländlichen Regionen wie Albula.
Ob dieser Plan zustande kommt, ist fraglich. Mehrere Kantone haben sich bereits kritisch dazu geäussert, aber auch Krankenversicherer selbst sind gegen die Vorlage. ÖKK-CEO Stefan Schena bezeichnet die geplante Verordnung als «Widerspruch zur Kostenrealität und sie wirkt sich negativ auf die Kostentransparanz aus».
Zu den Verlierern der vorgeschlagenen Verordnungsänderung wären vor allem Versicherte in ländlichen Gemeinden betroffen. Diese würden zum Teil massive Prämienerhöhungen bekommen: «Dabei sind einmalige Aufschläge von bis zu 22 Prozent möglich – die Prämienerhöhung aufgrund der jährlichen Kostensteigerung nicht mitberücksichtigt» erklärt Schena gegenüber dem «Bündner Tagblatt».
Albula und Maloja hätten grosse Prämienaufschläge
In der Schweiz wären rund drei Millionen Personen betroffen: Sie würden einer anderen Prämienregion zugeteilt. Neu würde die Einteilung einer Prämienregion auf Bezirksebene stattfinden und nicht mehr auf Gemeindeebene. Ziel sei «eine kohärentere und ausgewogenere» Karte der Prämienregionen, so das Bundesdepartement des Innern (EDI).
In Graubünden wären vor allem die Bezirke Albula und Maloja betroffen. Sie müssten mit einer Prämienerhöhung von 289 Franken bzw. 245 Franken pro Jahr rechnen. «Der Bezirk Albula, der heute in der günstigsten Region ist, wäre neu plötzlich in der teuersten Prämienregion im Kanton.» stellt ÖKK-CEO Stefan Schena fest. Die neue Verordnung sei willkürlich, das sehe man, wenn man die durchschnittliche Nettoleistungen pro Person in den Gemeinden vergleiche. In Bergün beträgt diese beispielsweise rund 2'200 Franken, in Andeer rund 3'300 Franken. Mit der Neueinteilung müsste Bergün mehr zahlen als Andeer, obwohl es geringere Kosten habe. Die ÖKK vertritt deshalb den Standpunkt, dass die Einteilung der Prämienregionen weiterhin auf Gemeindeebene erfolgen müsse. (suv)
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