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Die erfolgreiche Jagd auf den «König der Berge»

Er schmückt das Bündner Wappen, ist Werbeträger Nummer 1 für den Tourismus und zurzeit eine begehrte Beute. Der Steinbock. Jeden Oktober pirschen die Steinbockjäger durch die Bündner Berge. Wir waren bei einem Abschuss dabei.

Südostschweiz
20.10.16 - 12:36 Uhr
Ereignisse

von Men Marugg

Sie ist ein Privileg, die Jagd auf das Bündner Wappentier. Die Vorschriften und Regeln kompliziert. Peter Marugg ist 66-jährig und seit fast 50 Jahren Bündner Jäger, als er im Frühjahr 2015 Glück hat. Er erhält grünes Licht für die Jagd auf den «König der Berge» im darauffolgenden Herbst. «Auf diese Chance habe ich 16 Jahre gewartet», sagt er.

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Peter Marugg und sein treuer Jagdbegleiter.

Pro Jahr werden rund 250 Jäger zur Steinbockjagd zugelassen. Im Vergleich dazu: Über 5'500 Jägerinnen und Jäger lösen jedes Jahr ein Hochjagdpatent für die Jagd auf das Reh-, Gams- und Hirschwild im September. Die Grösse der Steinbock-Kolonien bestimmt die Anzahl an zugelassenen Jägern. Die Wildhüter teilen die entsprechenden Gebiete zu, in welchen die Jäger pro Jahr insgesamt rund 500 Tiere erlegen.

Alte Jäger – grosse Böcke

Jeder Jäger darf sich für ein Wunschgebiet anmelden. Peter Marugg sucht sich ein Gebiet in seiner Heimatgemeinde Klosters aus. «Ich kenne mich hier bestens aus und möchte diesen Heimvorteil auch geniessen können.» Wie alle anderen, musste sich auch der Klosterser zehn Jahre gedulden, ehe er sich wieder anmelden durfte. «Diese Wartezeit nimmt jeder gerne in Kauf. Gerade deshalb hat die Steinbockjagd einen einmaligen Charakter», sagt er vor seiner dritten Steinbockjagd im Herbst.

Sie soll die Krönung seiner Jagdkarriere werden. Er darf nämlich einen grossen, alten Bock erlegen. «Diese stolzen Tiere nur schon zu beobachten, beeindruckt mich zutiefst.» Das System der Steinbockjagd belohnt die alten Jäger mit der Möglichkeit auf eine grosse, begehrte Trophäe. Peter Marugg darf einen über elf-jährigen Steinbock schiessen. Die Böcke der jüngeren Kategorien hat er bereits auf seinen ersten beiden Jagden nach dem Bündner Wappentier erlegt. Und er hatte wieder «Glück», wie der Beitrag von Men Marugg zeigt.

Hautnah dabei - der Abschuss eines Steinbocks

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