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In Domat/Ems macht sich keine Opposition bemerkbar

Ein Ja der Stimmbürger zur Umzonung der Industriebrache auf dem Areal der ehemaligen Grosssägerei wird allgemein erwartet. Erst dann geht der Kanton auf Investorensuche.

Südostschweiz
Donnerstag, 17. Dezember 2015, 20:23 Uhr Umzonung Ems
Um dieses Areal handelt es sich. Bild Pressebild

Am 28. Februar werden die Stimmberechtigten in Domat/Ems über die Umzonung im Gebiet des ehemaligen Sägewerks Vial/Tuleu befinden. Und die Chancen, dass die Emserinnen und Emser Ja sagen zu einer Industriezone, stehen gut. Nach dem klaren Ja der Bürgergemeinde am 31. Oktober hat am vergangenen Samstag auch der Gemeinderat die Teilrevision der Ortsplanung einstimmig zuhanden der Urnenabstimmung vom 28. Februar verabschiedet.
«Wir haben im Moment keinen Grund zur Annahme, dass die Abstimmung nicht positiv über die Bühne gehen wird», so Regierungsrat Jon Domenic Parolini gegenüber der «Südostschweiz». «Gegner, welche die Umzonung grundsätzlich infrage stellen, sind keine auszumachen.» Die Bevölkerung empfinde die jetzige Entwicklung klar als «eine Art Befreiungsschlag».

Eine Handvoll Anfragen

Als erstes Unternehmen wird die neu gegründete Hamilton Plastics AG bereits im kommenden Sommer mit dem Bau einer Forschungs- und Produktionsanlage beginnen. Verschiedene andere Investoren sollen später folgen. Beim Kanton, der das Baurecht vom österreichischen Holzunternehmen Pfeifer übernommen hat, geben sich potenzielle Investoren jedoch bisher noch nicht gegenseitig die Klinken in die Hand, sagt der Bündner Volkswirtschaftsdirektor. Es habe zwar eine Handvoll Anfragen gegeben. Bedingung für eine Ansiedlung sei, dass es sich dabei um exportorientierte Unternehmen handle. Dass hier ein grosses Industrieareal entstehen werde, sei bisher jedoch praktisch nur in Graubünden bekannt. 
Erst wenn die Stimmberechtigten am 28. Februar der Umzonung zugestimmt haben und die parallel zu erarbeitende Arealplanung in den Grundzügen bekannt sei, könne man allfällige Investoren ausserhalb des Kantons und allenfalls auch im Ausland kontaktieren, erklärt Parolini. Denn erst dann könne man den Interessenten aufzeigen, was sie für Möglichkeiten in Domat/Ems hätten. Er ist überzeugt, dass es sich beim ehemaligen Sägereiareal in Domat/Ems um einen attraktiven Standort handelt. Hier befinde sich nicht nur die weitaus grösste noch unbebaute Industriezone in Graubünden. Auch in anderen Kantonen gebe es nur wenig derart gut erschlossenes Industrieland.
Vorerst sind auf dem Areal zwölf Hektaren an Industrieland verfügbar. Die übrigen acht Hektaren sind vorläufig für ein redimensioniertes Sägewerk reserviert. Sollten allerdings die zwölf Hektaren schon vergeben sein und weitere Investoren Interesse zeigen, würde das Sägewerk-Optionsrecht von Pfeifer verfallen.

Holzkette stärken

Wie gross die Chancen stehen, dass tatsächlich ein mittelgrosses Sägewerk auf dem Areal gebaut werden könnte, darüber möchte sich Parolini nicht äussern. Für den Kanton Graubünden wäre dies jedoch eine anzustrebende Lösung, um die Stärkung der Wertschöpfung in der Holzkette vom Wald über die Sägerei bis zur weiteren Holzweiterverarbeitung zu ermöglichen. 
Die Firma Pfeifer scheint offenbar immer noch überzeugt zu sein, dass an diesem Standort eine rentable Holznutzung möglich ist. Denn sonst hätte sie sich wohl nicht ein Vorzugsrecht für acht Hektaren gesichert. (hb)

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