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Lagern in den Bündner Bergen bald nur noch Server?

Am Donnerstagabend versuchte die Graubündner Kantonalbank in Chur die Bündner Firmenchefs auf das Thema Digitalisierung einzuschwören. Zuvor ist uns Gastreferent Manuel Nappo aber Rede und Antwort gestanden.

Nadia
Kohler
Freitag, 09. März 2018, 06:17 Uhr Gespräch mit dem Digital-Experten
Manuel P. Nappo GKB Fokus
Manuel Nappo spricht vor Bündner Firmenchefs über das Thema Digitalisierung.
YANIK BÜRKLI

Mit der Veranstaltungsreihe «KMU Fokus» will die Graubündner Kantonalbank Unternehmer motivieren, verborgenes Potenzial zu erkennen. Am Donnerstagabend versuchte Manuel Nappo, die Bündner Unternehmer im praktisch vollen GKB-Auditorium in Chur für die digitalen Chancen zu sensibilisieren. Viel Neues erzählte der Digital-Experte zwar nicht, vermochte das praktisch gefüllte GKB-Auditorium aber zu unterhalten. Ziel seines Vortrags sei gewesen, den KMU aufzuzeigen, was sich in den letzten Jahren alles verändert hat, welche Bedürfnisse der Kunde im Jahr 2018 aufweist und wie sich dies auf das eigene Geschäftsmodell auswirke. Das Referat sollte nicht nur Fragen beantworten, sondern primär auch Fragen aufwerfen, so Nappo im Gespräch mit «suedostschweiz.ch».

Der Leiter des «Institute for Digital Business» an der Hochschule für Wirtschaft Zürich wurde bereits zum vierten Mal von der Graubündner Kantonalbank für ein Referat eingeladen und schwärmte von den Begegnungen mit den Bündner Firmenchefs. Er habe bereits viele spannende Gespräche über Innovationen geführt und Bündner Jungunternehmer kennengelernt, die bereits ihr ganzes Geschäftsmodell digital aufgebaut hätten. Was für Firmen ihn den genau begeistern, wollte Nappo aber nicht verraten.

Ängste und Chancen

Wie überall in der Schweiz würde natürlich auch in Graubünden die «Ja, aber ...»-Mentalität vorherrschen. Nappo appellierte deshalb nicht nur im Gespräch mit «suedostschweiz.ch» für mehr Mut im digitalen Zeitalter, sondern auch bei seinem Referat im Anschluss. Und es erstaunt wenig, dass Nappo im Nachgang an seine Präsentationen meist gefragt wird, ob ein Roboter dereinst den eigenen Job klaut.

Verneinen will Nappo dies nicht. Allerdings betonte der Experte auch, dass nicht jeder Job ersetzt werden, sondern ein Roboter lediglich eine Ergänzung sein kann. So dürften auch Firmenchefs selbst davon betroffen sein. Er sieht aber auch viele neue Jobs, welche nun enstehen - aber nicht zwangsläufig dort, wo andere abgebaut werden.

Und was heisst dies nun für Graubünden? Gemäss Nappo können auch unsere peripheren Regionen von der rasanten Entwicklung profitieren. So könne die Digitalisierung eventuell auch einer Entvölkerung dieser Regionen entgegenwirken. Dafür müssten sich diese Orte aber auf ein digitales Publikum einstellen und unter anderem den einfachen Zugang ins Netz gewährleisten.

Zudem sieht Nappo auch Chancen in der Nutzung unserer Berge. Man könne diese nicht nur für den Abbau von schönem Küchenmaterial verwenden, sondern künftig auch Server und Daten darin lagern. Wo früher einst Bunker der Armee waren, könnte demnach bald unsere ganze Infrastruktur liegen. Eine Idee, welche auch nicht ganz neu ist, aber definitiv nicht abwegig.

 

 

 

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