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Aus Altkleidern entsteht eine Kollektion

Regionale Designer zeigen am Samstag in Chur die neusten Fashion-Trends. Und wir zeigen Euch, wer alles dabei ist. Heute starten wir mit Teil 1.

Kristina
Schmid
Dienstag, 16. Mai 2017, 05:00 Uhr Mode Tanz Musik
Gioanna Michel arbeitet an ihrem neusten Kleidungsstück bei sich Zuhause.
YANIK BÜRKLI

«Mode Tanz Musik»: So heisst das Fest, welches diesen Samstag am Churer Bahnhofsplatz stattfindet. «Mode», weil lokale Designer ihre neusten Kollektionen präsentieren. «Tanz», weil 40 junge Menschen zeigen, was Breakdance, Modern und Jazz überhaupt ist. «Musik», weil die Musikschule Chur performen wird. Und, weil ohne Mode, Tanz und Musik das Leben doch langweilig wäre.

Als Vorgeschmack auf den Event, haben wir mit allen vier Designern gesprochen, die ihre Models über den Laufsteg schicken. Jeden Tag widmen wir einer der vier spannenden Persönlichkeiten einen Beitrag. Den Start macht Gioanna Michel, eine Jungdesignerin aus Landquart, die hinter dem Label GIO steckt.

Eine Kollektion entsteht

Gioanna Michel sitzt in ihrem Arbeits- und Schlafzimmer in Landquart. Zwischen ihren Fingern hält sie eine Bluse. Eine Bluse, die sie selbst genäht hat. Aus einem Stoff, den bereits jemand getragen hat. Wer das war, weiss Michel allerdings nicht. Sie weiss nur, dass ihr der Stoff so gut gefallen hat, dass sie gleich ein Kleidungsstück daraus machen wollte. Und das tat sie. Jedoch nicht nur mit der Bluse – sie tat es insgesamt 20-mal. Dabei entstanden ist eine Kollektion.

Dass Gioanna aus Altkleidern neue Stücke kreiert, das wissen ihre Freundinnen schon seit geraumer Zeit. Deshalb bekommt sie von ihnen all die alten Kleider geschenkt, «wenn sie mal wieder ihren Schrank ausmisten». Doch auch in der Umgebung von Landquart hat es sich inzwischen herumgesprochen, dass die 25-Jährige immer wieder froh um neue Altkleider ist. Deshalb senden ihr mittlerweile auch fremde Menschen alte Kleidungsstücke zu, die sie dann verwerten kann – oder auch nicht.

Zweimal im Jahr macht das Gioanna Michel. Sie sortiert Altkleider aus. Trennt die brauchbaren Stücke von den unbrauchbaren. Und überlegt sich, was sie damit anfangen könnte. Dass es einfacher wäre, den Stoff zu kaufen, weiss Michel. «Dann könnte ich machen, was ich will.» Doch das will sie nicht, da sie ihrem Konzept treu bleiben möchte. Und zwar aus einem noblen Grund, wie sie erzählt.

Der Wunsch nach einem besseren Umgang mit Ressourcen war der Grund, weshalb Gioanna Michel heute aus Altkleidern neue Stücke kreiert. Es war aber nicht der Grund, weshalb sie Modedesignerin werden wollte. «Die Leidenschaft war meine Motivation. Ich liebe das Anfertigen von Skizzen, das Schneidern und Nähen, das Kreieren einer Kollektion und das Organisieren einer Modenschau», erklärt Michel. Und genau das wird sie diesen Samstag auch tun: Am «Mode-Tanz-Musik»-Anlass in Chur präsentiert sie ihre neuste Kollektion. Aber nicht nur: Die ambitionierte Studentin hilft mit, den Anlass auf die Beine zu stellen. Ein Anlass, den Regula Allamand, Chefin vom Café «Maron» in Chur, geplant hat.

Neugierig geworden? Gioanna Michel zeigt ihre Kleider um 13 und 15 Uhr auf dem Bahnhofsplatz. Doch nicht nur sie. Am Mittwoch folgt Teil 2 unserer Vorschau auf das Fest «Mode Tanz Musik». Wir zeigen Euch, was Verena Philipp vom Label Kopfform so macht. Oder besser gesagt: Wie sie es macht.

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