Produktionsanpassungen bei der RhB
Im vergangenen Jahr und auch im noch jungen 2024 kann sich die Rhätische Bahn (RhB) über eine noch nie dagewesene Nachfrage freuen. Gleichzeitig macht ihr der Lokführermangel zu schaffen.
Im vergangenen Jahr und auch im noch jungen 2024 kann sich die Rhätische Bahn (RhB) über eine noch nie dagewesene Nachfrage freuen. Gleichzeitig macht ihr der Lokführermangel zu schaffen.
Obwohl noch nie so viele Lokführerinnen und Lokführer bei der RhB beschäftigt waren und trotz zahlreicher Massnahmen, welche in den letzten Monaten erarbeitet und umgesetzt wurden, reichen die aktuellen Personalkapazitäten nicht aus, alle Dienste abzudecken. Um einer weiteren Überbelastung des Lokpersonals entgegenzuwirken und kurzfristige Zugsausfälle zu verhindern, hat die RhB in Rücksprache mit den Bestellern Bund und Kanton punktuelle Anpassungen in der Produktion beschlossen. Das aktualisierte Angebot ist ab dem 11. März gültig und im Online-Fahrplan abgebildet.
Ein sehr schwieriger, aber notwendiger Entscheid
Zum Schutz der Mitarbeitenden sowie um kurzfristige, ungeplante Zugsausfälle möglichst zu vermeiden und den Fahrgästen eine erhöhte Planungssicherheit zu bieten, hat sich die RhB-Führung dazu entschieden, den Bedarf an Lokführerstunden über punktuelle Produktionsanpassungen weiter zu reduzieren. Diese Vorkehrungen wurden in Rücksprache mit den Bestellern und in Berücksichtigung der Anzahl betroffener Fahrgäste, der betrieblichen Machbarkeit und vertretbarer alternativer Produktionsmöglichkeiten mit Bahnersatzbussen festgelegt. Nun liegt der RhB die Zustimmung des Bundesamtes für Verkehr (BAV) für punktuelle Produktionsanpassungen ab dem 11. März bis zum Fahrplanwechsel 2025 im kommenden Dezember vor. Dazu RhB-Direktor Renato Fasciati: «Die Produktionsanpassungen waren ein sehr schwieriger, aber notwendiger Entscheid. Die RhB bedauert diese ausserordentliche Situation sehr und setzt mit diversen Massnahmen alles daran, diese möglichst rasch zu verbessern». Falls es die Personalsituation zulässt, können diese Massnahmen auch früher wieder aufgehoben werden.
Bus statt Bahn, geänderte Haltepolitik sowie Verzicht auf einzelne Erlebniszüge
Netzweit werden rund 3 Prozent der vorgesehenen Zugleistungen durch Bahnersatzbusse ersetzt. Zu Randzeiten werden auf den Strecken Chur–Arosa und Chur–Disentis/Mustér Züge durch Busse ersetzt: Zwischen Chur und Arosa werden morgens je ein Zug je Richtung und abends drei Verbindungen je Richtung mit Bussen geführt. Zudem werden die vier saisonalen Halbstundentakt-Zusatzzüge Chur–Arosa am Wochenende von Mai bis Oktober mit einem Bahnersatzbus geführt. Auf der Surselvalinie wird abends auf dem Abschnitt Ilanz–Disentis/Mustér ein Zug je Richtung durch einen Bus ersetzt. Ferner hat die RhB entschieden, 2024 den Erlebniszug Ruinaulta nicht zu führen.
Auch das Flügelzugkonzept wird leicht angepasst: So verkehren die RE 4-Züge Landquart–Scuol-Tarasp nur bis Sagliains. Reisende steigen in Sagliains auf die R15-Züge Pontresina–Sagliains–Scuol-Tarasp um. Zwischen Landquart und Scuol-Tarasp verbleiben einige Direktverbindungen (Landquart ab 19.50, Scuol-Tarasp ab 5.41, 7.41 und 21.41 Uhr).
Auch im S-Bahn-Angebot kommt es zu Änderungen in der Produktion: Die S1/S2 (Thusis)–Rhäzüns–Schiers verkehrt nur zwischen Thusis und Landquart. Die Halte Malans, Seewis-Pardisla und Grüsch auf dem Abschnitt Landquart–Schiers werden mit den Flügelzügen Landquart –Klosters–Davos Platz/St. Moritz/Scuol-Tarasp respektive Sagliains bedient. Ein Ausstieg zwischen Landquart und Schiers ist aufgrund der kurzen Perronlängen nur in den Zugteilen nach Sagliains respektive St. Moritz möglich. Diese Massnahme hat auch geringfügige Anpassungen der Abfahrts- beziehungsweise Ankunftszeiten zur Folge.
Im Unterschnitt zwischen Davos und Filisur werden in der Zwischensaison (11. März bis 10. Mai und 28. Oktober bis 14. Dezember) alle Verbindungen durch Ersatzbusse geführt. In der Sommersaison verkehren dann wieder mehrheitlich Züge. Verbindungen zu Randzeiten werden während der gesamten Dauer der Produktionsanpassung als Bahnersatzbus geführt (Details siehe Seite 3). Der sehr beliebte Nostalgiezug ist nicht betroffen und wird unverändert ab Beginn der Sommersaison am 11. Mai bis zum 27. Oktober zweimal je Tag pro Richtung zwischen Davos Platz und Filisur verkehren. Bereits kommuniziert worden seien folgende Massnahmen:
Die Vollmondfahrten werden ersatzlos gestrichen.
Die Dampffahrten werden bis mindestens Ende März gestrichen.
Der neue Landwassershuttle wird erst im Sommer 2025 lanciert.
Vom 8. bis 26. Januar fallen die Schlittelzüge zwischen Bergün und Preda jeweils von Montag bis Freitag aus. Reduzierter Betrieb der Schlittelzüge im Februar.
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