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Ein zweites Leben nach dem Wahlkampf

Meist bleibt nach einem Abstimmungssonntag nicht viel übrig ausser den Versprechungen der Politikerinnen und Politiker und viel Wahlkampfwerbung. Ob diese ihren Zweck erfüllt hat oder nicht, gebraucht wird sie nimmermehr. Doch was passiert mit den Blachen nach ihrem demokratischen Werbeauftrag?

Davoser
Zeitung
06.10.24 - 07:00 Uhr
Menschen & Schicksale
Nadja Fleischli upcycelt die Wahlkampfblachen der FDP.
Nadja Fleischli upcycelt die Wahlkampfblachen der FDP.
zVg
Die Wahlkampfblachen sind abgehängt, schützen nun Holzhaufen vor Regen, verstauben in Lagern oder wurden fachmännisch recycelt. Nicht so bei der FDP. Nadja Fleischli, Kommunikationsverantwortliche der FDP Davos, hatte dank einer Arbeitskollegin eine grandiose Idee, wie die Wahlkampfwerbung ein zweites Leben erhalten kann. «Wir haben die Blachen eingesammelt, und nun mache ich daraus Taschen, Etuis und anderes Nützliches», erklärt Fleischli. «Zunächst bekommen alle unsere Kandidierenden und Mitglieder die Produkte. Diese zahlen für die ­umgewertete Wahlkampfwerbung einen kleinen Betrag. Wie viele Unikate wir ­danach noch übrig haben, werden wir ­sehen.» Gelernt hat sie das Nähen nicht beruflich. «Ich mache es einfach sehr gerne und bin froh, dass ich mit dieser Aktion etwas zur Nachhaltigkeit beitragen kann.»

Nachhaltig und für einen guten Zweck

Mit dem erzielten Gewinn soll nicht nur ein kleiner Teil des nächsten Wahlkampfes gesponsort werden. «Uns ist es wichtig, dass wir unseren treuen Wählerinnen und Wählern auch etwas zurückgeben können. Deshalb soll ein grosser Teil des Umsatzes, der mit den Produkten erzielt wird, in eine hier ansässige Organisation fliessen», erläutert Fleischli. Welche dies sein wird, sei allerdings noch offen. Ebenfalls noch offen ist, wo die Produkte verkauft werden sollen: «Ich habe jetzt mal angefangen und werde sehen, wie viele Dinge ich schlussendlich anfertigen kann. Vielleicht reicht es sogar, dass ich genug ­Unikate herstelle, um diese an einen Weihnachtsmarkt verkaufen zu können.»

Wer allerdings Interesse habe, könne sich auch jetzt schon über die Parteiwebseite melden. Und keine Angst, es werden von den Taschen nicht dieselben Gesichter wie während des Wahlkampfes lächeln. «Für unsere Kandidierenden ist es sicher schön, etwas Persönliches zu erhalten. Die anderen Produkte werde ich so nähen, dass sie nicht unbedingt ein Gesicht oder einen Wahlspruch enthalten», so Fleischli.

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