«Verkaufe keinen Wein, den ich nicht kenne»
Zwar ist das Personalbüro für die Verteilung der verschiedenen Posten im Hard Rock Hotel zuständig. Trotzdem bezeichnet sich Bieschewski auf Anfrage als «Konzeptionator», der fast überall im Hotel anzutreffen ist und mithilft. «Nur bei den Zimmern nicht», erklärt er mit einem Schmunzeln. Er ist für das Speise- und Getränkekonzept des Hotels zuständig, und die Arbeit macht ihm mächtig Spass. «Kein Tag ist wieder der andere, und ich habe Kontakt zu jeder Menge Händlern.»
Früh mit der Gastronomie in Berührung gekommen
Bieschewski ist bereits in seiner Kindheit mit der Gastronomie vertraut. Sein Vater arbeitete als Bergmann, und seine Mutter leitete ein Hotel an der Mosel. Der 50-Jährige musste schon als Kind mithelfen und lernte so die verschiedenen Facetten der Hotellerie und Gastronomie kennen. Es folgte die Ausbildung zum Restaurant-Fachmann, während der Bieschewski mit verschiedenen Sektoren in Berührung kam, beispielsweise auch mit Käse und Wein. Danach arbeitete der Deutsche unter anderem unter dem renommierten Spitzenkoch Günter Scherrer und konnte sich dort wertvolles Wissen in der Spitzen-Gastronomie aneignen.
Nach seinen Lehr- und Wanderjahren betrat Bieschewski einmal mehr Neuland und arbeitete in England. «Aber nicht in einer der grossen Städte, sondern auf dem Land», betont er. Nächste Station war die Schweiz, wo er im Oberaargau sein zwischenzeitlich angeeignetes, grosses Wissen als Sommelier unter Beweis stellen konnte. «Ich habe also schon viel gesehen.»
Vom Meer in die Berge
Die Weltreise des 50-Jährigen ging weiter, denn das Sommelier-Diplom machte er in England und Amerika – ehe es ihn in die Hochsee-Schifffahrt verschlug, der er immerhin 20 Jahre lang treu blieb, wenn auch nicht immer in der gleichen Funktion. Zu Spitzenzeiten war Bieschewski für nicht weniger als 19 Kreuzfahrtschiffe zuständig. Dort fiel ihm auf, dass es an einer einheitlichen Ausbildung des Personals fehlte, und vor allem Neue hatten Mühe, sich an den speziellen Betrieb auf einem Kreuzfahrtschiff zu gewöhnen. So wurde ein Ausbildungsbetrieb für Personen lanciert, die auf Schiffen arbeiten wollten. «Eine sehr erfolgreiche Sache», wie der Wahl-Davoser verrät.
Trotzdem wollte Bieschewski diesen Job nicht bis an sein Lebensende weitermachen und siedelte nach Österreich um, wo er «Food and Beverage Manager» im renommierten Romantik-Hotel «Im Weissen Rössl» am Wolfgangsee wurde. Lange blieb er dort aber nicht. «Die meisten verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren schon Jahrzehnte im Betrieb und liessen sich von meinen Konzepten schlecht überzeugen», nennt Bieschewski einen der Gründe, weshalb er von Österreich nach Davos ins Hard Rock Hotel wechselte.
Gesamtkonzept stimmt
Nun ist Bieschewski seit gut zwei Jahren dort ebenfalls als «Food and Beverage Manager» engagiert, und es gefällt ihm immer noch wie am ersten Tag. «Es ist das Gesamtkonzept, das mich überzeugte und auch heute noch überzeugt. Ich brauche die Gault-Millau-Punkte und Michelin-Sterne nicht mehr.» Zudem sei er ein grosser Fan guter Rockmusik und spiele auch bei der Hausband mit.
Schaut man sich vor allem die Weinkarte an, ist Bieschewskis Handschrift deutlich zu erkennen. Es findet sich nicht eine Monsterzahl an Weinen, sondern das Hard Rock Hotel Davos arbeitet explizit nur mit wenigen Weingütern zusammen. So kenne man die Verantwortlichen und könnte hinter dem stehen, das man anbiete. «Wir verkaufen keine Flasche Wein, deren Herkunft wir nicht kennen.» Er empfehle jeweils auch keine teuren Weine, erklärt Bieschewski: «Einerseits muss eine gute Flasche Wein nicht sündhaft teuer sein, und andererseits haben wir nicht die Klientel dazu».
«Wine and Dine»
Trotzdem will man im Hard Rock Hotel neue Wege gehen und regelmässige «Wine and Dine»-Anlässe organisieren. Man sei immer wieder von Gästen diesbezüglich angesprochen worden, weshalb man – mit Start im nächsten Jahr – einen kleinen, aber feinen Event auf die Beine stelle. Dabei gehe es nicht in erster Linie um Kommerz, sondern darum, in angenehmer Umgebung – die «Chapel» scheint dazu wie geschaffen – in Kooperation mit wenigen Weingütern einen genussvollen Abend zu verbringen.
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