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Demenz ist nicht ansteckend!

In einer begleiteten Gesprächsgruppe für betreuende und pflegende Angehörige von Demenz-Erkrankten bietet sich einmal im Monat die Möglichkeit, sich mit anderen Angehörigen auszutauschen.

Davoser
Zeitung
03.02.24 - 17:00 Uhr
Menschen & Schicksale
Demenz ist nicht ansteckend.
Demenz ist nicht ansteckend.
zVg

Zusammen mit Clara Deflorin von Alzheimer Graubünden leitet Paula Ammann die Gesprächsgruppe im Auftrag von Pro Senectute Graubünden.

Viele von uns kennen die Situation: wir wollen in den Keller, um etwas zu holen, unten angelangt, können wir uns nicht erinnern, was wir da wollten. Ist das schon ein Anzeichen einer beginnenden Demenz? Kann sein, meistens aber gibt es keinen schwerwiegenden Grund. Nach einem kurzen Innehalten kommt der richtige Gedanke wieder zurück. Was aber, wenn sich wirklich etwas verändert hat? Es sind schleichende Veränderungen, die plötzlich wahrgenommen werden: Wortfindungsstörungen, Störungen der Orientierung, immer die gleichen Fragen, die gestellt werden. Was nun? Wer kann da helfen? Wie bei anderen Erkrankungen ist der Hausarzt oder -ärztin die erste Anlaufstelle.

Nach der Diagnose ist das Leben auf den Kopf gestellt – es herrscht Chaos!

Das Zusammenleben mit an Demenz erkrankten Menschen gestaltet sich schwierig. Ein Motto, das den Umgang erleichtert, ist, dass man sich immer vor Augen hält, dass es sich eben um eine Krankheit handelt: Die Person ist beinträchtigt, sie kann nicht anders, als auf diese Weise zu reagieren. Da helfen keine Belehrungen, keine grossen Erklärungen, keine Medikamente. Für den oder die Patientin ist es die Wahrheit, und die ist richtig.

Mit einer dementen Person zusammen zu leben und dabei sich selbst nicht zu vergessen, ist eine umfassende Aufgabe. Dabei ist es wichtig, dass man sagen darf, wenn es zu viel wird, und man sich dann Hilfe holt. Diese kann durch einen Besuch der Spitex erfolgen oder indem man sich Entlastungsstunden für den nächsten Coiffeurbesuch oder für einige Momente mit einer Freundin gönnt.

Pro Senectute und Alzheimer Graubünden kennen die niederschmetternde Diagnose und die Schwierigkeiten, die damit einhergehen, wenn sich ein Mensch so massiv verändert. Sie bieten Gesprächsgruppen an, in der sich betreuende und pflegende Angehörige treffen. Es ist ein Ort, wo ihre Schwierigkeiten und Klagen ernst genommen werden, und wo sie sich mit anderen Leuten in der gleichen Situation austauschen können. Denn es hilft, wenn jemand diese Nöte versteht und die Belastung kennt.

Am Mittwoch, 14. Februar, um 14 Uhr findet im Hotel Seebüel, Davos Wolfgang, ein Schnuppernachmittag statt, bei dem die Gesprächsgruppe Davos unverbindlich besucht und kennen gelernt werden kann. Eine Anmeldung bis Freitag, 8. Februar, bei Pro Senectute Graubünden, ­Beratungsstelle Mittelbünden, Telefon 081 300 35 30, ist erwünscht, aber nicht zwingend.

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