Umweltverbände fordern auch vom Astra Rücksicht auf Auen
Das Gäsi ist ein biologischer Hotspot und ist im Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung – Anhörung 2014 aufgeführt. Für den Bau des Sicherheitsstollens im Kerenzerberg, plant das Astra Rodungen und einen Installationsplatz mitten im Gäsi – in einer der letzten Auenlandschaften des Kantons Glarus.
Das Gäsi ist ein biologischer Hotspot und ist im Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung – Anhörung 2014 aufgeführt. Für den Bau des Sicherheitsstollens im Kerenzerberg, plant das Astra Rodungen und einen Installationsplatz mitten im Gäsi – in einer der letzten Auenlandschaften des Kantons Glarus.
90% der Auen sind in den letzten Jahrzehnten aus der Schweiz verschwunden. Sie wurden Opfer von Hochwasserschutzmassnahmen, Wasserkraftwerken und Drainagen. Die wenigen übriggebliebenen Auen sind Refugien für seltene Arten. Arten, die auf ebendiesen seltenen Lebensraum angewiesen sind. Ein solches Refugium ist das Gäsi im Kanton Glarus. Es ist ein biologischer Hotspot und eine der letzten Auen im Kanton Glarus, welcher ungeschmälert Schutz verdient.
Die im Gäsi vorkommenden Hartholz-Auenwälder gehören zu den am meisten gefährdeten Waldgesellschaften der Schweiz. Dank verschiedenster Anstrengungen des Kantons und auch des Bundes konnte das Gäsi in seiner Form erhalten und sogar ökologisch aufgewertet werden. Der Schutz dieses Gebietes ist dem Bund ein Anliegen. Es wird deshalb im Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung – Anhörung 2014 aufgeführt. Auch der Kanton Glarus ist sich seiner Verantwortung diesem Gebiet gegenüber bewusst und hat Teile des Gebietes als Sonderwaldreservat ausgeschieden.
Im Zuge des Nationalstrassenprojekts am Kerenzerberg sind nun Rodungsflächen und Installationsplätze vorgesehen, welche genau dieses ökologisch wertvolle und in mehreren Inventaren vermerkte Gebiet sehr stark beeinträchtigen würden. Dazu kommt, dass auch der Gewässerraum im betroffenen Gebiet noch nicht rechtskräftig ausgeschieden ist und das Vorhaben diesen tangiert.
Aus Sicht der Umweltverbände ist es angezeigt, eines der letzten Auengebiete des Kantons Glarus in seinem jetzigen Umfang ungeschmälert zu erhalten, nachdem dieses bereits mehrfach von Bund und Kanton mit verschiedenen Schutzmassnahmen bewahrt wurde. Der WWF Glarus und Pro Natura Glarus haben deshalb fristgerecht gemeinsam Einsprache gegen das Nationalstrassenprojekt am Kerenzerberg erhoben. Die Umweltverbände sind der Meinung, dass es für die Realisierung dieses Projekts naturverträgliche Lösungen gibt, die dem Schutz und dem Wert dieser seltenen Auenlandschaft Rechnung tragen.
Corina Geiger, Wissenschaftliche Mitarbeiterin WWF Glarus, Tel. 055 640 84 09
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