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Talent aus Kaltbrunner Tennisschule wagt Sprung über den grossen Teich

Ab kommendem August studiert und spielt Roman Glarner in den USA. Warum der 19-jährige Athlet der Sjögrens Tennis School in Kaltbrunn diesen Schritt wagt – und was er sich davon verspricht.

Linth-Zeitung
22.03.26 - 16:00 Uhr
Linthgebiet
Streckt sich bald in Übersee: Roman Glarner von der Sjögrens Tennis School in Kaltbrunn wird ab Ende August in den USA Tennis spielen.
Streckt sich bald in Übersee: Roman Glarner wird ab Ende August in den USA Tennis spielen.
Pressebild

Roman Glarner besucht die Kunst- und Sportklasse der Kantonsschule Ausserschwyz (KSA) in Pfäffikon und wird im Sommer die Matura absolvieren. Anschliessend hat der 19-jährige Tennisspieler die Möglichkeit, mit einem Begabtenstipendium an der University of Denver, Colorado, zu trainieren und zu studieren.

«Der Headcoach ist auf mich zugekommen und war an mir interessiert», erzählt der Athlet der in Kaltbrunn ansässigen Sjögrens Tennis School. Er sei dann nach Amerika geflogen und habe sich die Trainingsmöglichkeiten angesehen. «Es hat mir sehr gut gefallen, und die Rahmenbedingungen stimmen.» Er sei von der gut ausgebauten Infrastruktur und dem Umfeld beeindruckt gewesen, berichtet er, und daher habe man sich bald geeinigt. Überzeugt hätten ihn vor allem die Fachkompetenz der Betreuer, die Vielfalt und Grösse des Angebots sowie die Aussicht, an den US-Klubmeisterschaften teilnehmen zu können.

Neben den Trainings und Wettkämpfen wird Glarner spätestens ab dem zweiten Studienjahr auch ein Bachelorprogramm wählen. Seine Interessen gelten dem Sportmanagement und der Sportwissenschaft.

Zeitmanagement und Organisation sind herausfordernd

Bei Managementaufgaben hat Glarner zusammen mit seinen Eltern einige Erfahrungen sammeln können, bevor die Aufgaben an ein externes Management abgegeben wurden. «Anders als Mannschaftssportler müssen sich Tennisspieler vollkommen selbst um die Trainings- und Turnierplanung, die Organisation von Reisen zu Turnieren und um Sponsoren kümmern», gibt er zu bedenken.

Glarner begann im Kindergartenalter mit Tennis. Als Bube spielte er daneben Fussball, und auch Skifahren und Langlauf zählten zu seinen Hobbys. Ab etwa elf Jahren fokussierte er sich dann aber ganz auf das Spiel mit dem kleinen gelben Filzball. 

Je ernster es mit dem Tennis wurde, desto herausfordernder wurde es für Glarner, Sport und Schule unter einen Hut zu bringen. Dass er nach zwei Jahren an der Sportschule Glarnerland und dem ersten Gymnasialjahr an der Kantonsschule Glarus schliesslich an die KSA nach Pfäffikon wechselte, bezeichnet er als logische Konsequenz, um sich noch gezielter auf seine sportlichen Ziele konzentrieren zu können, ohne die Ausbildung zu vernachlässigen.

In Kaltbrunn unter den Fittichen eines Weissrussen

Die KSA ermöglicht mit der reduzierten Wochenstundenzahl während fünf Schuljahren, der flexiblen Absenzenordnung und dem generell verständnisvollen Umgang mit besonderen Anliegen, dass junge Talente gleichzeitig ihre Karriere verfolgen und einen Mittelschulabschluss erlangen können.

Wochentags pendelt Glarner mit dem ÖV zwischen seinem Wohnort, der Sjögrens Tennis School in Kaltbrunn, wo er unter den Fittichen des weissrussischen Trainers Nikita Starkov an seinem nächsten Level feilt, der KSA in Pfäffikon und diversen Tennisanlagen in Horgen und Thalwil. Dazu kommen tägliche Konditionstrainings sowie Termine bei Physiotherapeut und Mentaltrainer.

Wechsel zu Erwachsenen ist eine Challenge

Seit einem Jahr spielt der 19-Jährige nun bei den Erwachsenen. National erzielte er bereits einige sehr gute Resultate. Auch international hat er schon reüssiert. Er trifft auf Kontrahenten, die über reiche Erfahrung im Profitennis verfügen. «Das war schon eine spürbare Umstellung. Meine Gegner sind taktisch sehr gut vorbereitet und wissen um die Stärken und Schwächen des Gegenübers.» Das erfordere taktische und mentale Stärke. «Wer länger stabil bleibt, kann den Match gewinnen. Man muss lernen, sich durchzusetzen.»

Im Moment konzentriert sich Roman Glarner darauf, weitere Punkte auf internationaler Ebene zu sammeln – mit dem Ziel, später im Profitennis Fuss zu fassen. Sein Traum? «Die Teilnahme an einem Grand-Slam-Turnier.» Langfristig hofft er, in die Top 100 der Weltrangliste vorzudringen.

Bereits einen ersten ATP-Punkt gewonnen

In seiner Juniorenzeit gewann Roman Glarner mehrere Medaillen an Schweizer Meisterschaften im Einzel und Doppel -sowie Gold im Interclub. Dazu erzielte er auf nationaler und internationaler Ebene mehrere Turniersiege. Aktuell ist er die Nummer 56 der Schweiz, konnte letztes Jahr aber gegen die nationale Nummer 30 gewinnen. International hat er bereits einen ersten ATP-Punkt gewonnen.

Bisher ist es in Roman Glarners Karriere stetig aufwärts gegangen. Jetzt gilt es vor allem, Wettkampfpraxis und weitere Erfahrungen zu sammeln. Für die kommenden Monate stehen Turniere mit nationalem und internationalem Teilnehmerfeld im Terminkalender. Nach der Matura im Juni wird Glarner während der Sommermonate voll auf Tennis setzen, ehe Ende August dann das Abenteuer in Übersee beginnt.

* Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Kantonsschule Ausserschwyz in Pfäffikon

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