Stadtrat von Rapperswil-Jona streicht Schulhaus – nur eine Woche vor der Bürgerversammlung
Mit geschätzten 54,5 Millionen Franken wäre ein Projekt beim Schulhaus Burgerau zum teuersten Schulgebäude in Rapperswil-Jona geworden. Soweit kommt es nicht. Lediglich eine Woche vor der Bürgerversammlung zieht der Stadtrat das Traktandum zurück.
Mit geschätzten 54,5 Millionen Franken wäre ein Projekt beim Schulhaus Burgerau zum teuersten Schulgebäude in Rapperswil-Jona geworden. Soweit kommt es nicht. Lediglich eine Woche vor der Bürgerversammlung zieht der Stadtrat das Traktandum zurück.
Die Stadt Rapperswil-Jona teilt am Dienstagmittag mit, dass sie beim Schulbauprojekt Burgerau vorerst den Stecker zieht. Das ungewöhnliche Vorgehen wirft Fragen auf, welche die «Linth-Zeitung» mit Stadtpräsidentin Barbara Dillier klärt. Doch zuerst die Mitteilung im Wortlaut.
Der Stadtrat von Rapperswil-Jona zieht das Traktandum «Projektierungskredit für den Neubau des Schulhauses Burgerau» an der Bürgerversammlung vom 4. September 2025 zurück. Grund dafür ist die finanzielle Ausgangslage der Stadt, welche eine Gesamtschau sämtlicher Investitionsvorhaben notwendig macht.
Die Stadt steht in Bezug auf den Finanzhaushalt vor grossen Herausforderungen; sinkende Reserven und steigende laufende Ausgaben engen den finanziellen Spielraum ein. Obwohl der Bedarf an zusätzlichem Schulraum unbestritten ist, ist der Stadtrat nach eingehender Prüfung zum Schluss gekommen, dass das Projekt in der bislang vorgesehenen Dimension – im Kontext der gesamten finanziellen Verpflichtungen – nicht verantwortungsvoll weiterverfolgt werden kann.
Der Stadtrat ist sich bewusst, dass der Rückzug nur wenige Tage vor der Bürgerversammlung erfolgt. «Wir müssen in der aktuellen Finanzlage mit Blick auf das Ganze entscheiden», sagt Stadtpräsidentin Barbara Dillier dazu. Das Schulraumprojekt Burgerau sei ein wichtiges Vorhaben, «aber wir wollen sicherstellen, dass Form und Zeitpunkt der Umsetzung auf die finanziellen Realitäten abgestimmt sind. Darum braucht es jetzt einen Marschhalt – nicht als Absage, sondern als Kurskorrektur mit Verantwortung und Augenmass.»
Projekt wird neu aufgesetzt
Geplant war, den Altbau der Schulanlage Burgerau zu sanieren und gleichzeitig den Schulraum auf rund 15 Klassen zu erweitern, ergänzt durch Aula und Turnhalle. Die Gesamtkosten wurden auf rund 54,5 Millionen Franken geschätzt, mit jährlichen Folgekosten von rund 2,9 Millionen Franken. Der nun zurückgezogene Projektierungskredit hätte 3,5 Millionen Franken betragen.
Der Stadtrat hält am Grundanliegen des zusätzlichen Schulraums fest, strebt aber eine redimensionierte und finanziell nachhaltige Lösung an. Die Schulraumplanung und damit auch die Entwicklung des Areals Burgerau werden deshalb neu aufgesetzt. Der Stadtrat wird die Bevölkerung weiterhin transparent über die nächsten Schritte informieren.
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