BWZ Rapperswil-Jona: Kanton macht grossen Schritt
Einen Kredit über 91 Millionen Franken will die St. Galler Regierung für das neue Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) in Rapperswil-Jona – und schlägt bezüglich Standort Pflöcke ein.
Einen Kredit über 91 Millionen Franken will die St. Galler Regierung für das neue Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) in Rapperswil-Jona – und schlägt bezüglich Standort Pflöcke ein.
Das neue Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) im Rapperswil-Joner Südquartier nimmt Form an. Die Regierung des Kantons St.Gallen hat die Botschaft zum Neubau verabschiedet. «Sie legt damit den Grundstein für eine zeitgemässe Berufsbildung in der Region See-Gaster», teilt die St. Galler Staatskanzlei am Montagmorgen mit.
Um den künftigen Schulraumbedarf zu decken, hat der Kanton St.Gallen im Südquartier in Rapperswil-Jona zwei Grundstücke erworben. Die Lage in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Rapperswil und zum Campus Rapperswil der «OST – Ostschweizer Fachhochschule» ist laut Regierung ideal. Sie ermöglicht eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr sowie an die regionalen Velowege. Andere Standorte wurden gemäss Mitteilung geprüft, haben aber insgesamt weniger überzeugt oder waren zu klein.
Zurzeit ist das Berufs- und Weiterbildungszentrum im Norden des historischen Stadtkerns von Rapperswil-Jona gelegen. Der Kanton St.Gallen mietet die Räumlichkeiten von der Stadt Rapperswil-Jona. Diese Schulräume genügen aber den Anforderungen an einen zeitgemässen Unterricht nicht mehr. Die räumlichen Kapazitäten stossen zudem an ihre Grenzen. Wöchentlich besuchen rund 1'200 Lernende das Berufs- und Weiterbildungszentrum. Die prognostizierte Zunahme an Lernenden kann mit dem aktuellen Raumangebot nicht bewältigt werden.
1600 Lernende am neuen Standort
Das neue Gebäude wird für rund 1’600 Lernende in 95 Klassen konzipiert. Täglich werden etwa 35 bis 40 Klassen vor Ort sein. Das Raumprogramm umfasst 5’807 Quadratmeter Hauptnutzfläche mit 28 Normalunterrichtszimmern sowie je fünf Lernlandschaften und Praxiszonen. Darüber hinaus sind 388 Quadratmeter für die Berufs- und Laufbahnberatung See-Gaster vorgesehen.
Das neue Gebäude erfüllt die Anforderungen für moderne Unterrichtsformen. Die Räume sind flexibel nutzbar, um digitale Lernformate sowie selbstbestimmtes Lernen zu fördern. Der Kanton legt ein besonderes Augenmerk auf die Nachhaltigkeit. Der Neubau soll den Standard «Nachhaltiges Bauen Schweiz» erfüllen und einen tiefen CO₂-Verbrauch über den gesamten Lebenszyklus aufweisen.
Kantonskredit: 91 Millionen Franken
Für den Neubau des Berufs- und Weiterbildungszentrums sowie die Integration der Berufs- und Laufbahnberatung See-Gaster beantragt die Regierung einen Kredit von insgesamt 91 Millionen Franken. Darin enthalten sind 6,5 Millionen Franken für die beiden Grundstücke. Die tatsächlichen Baukosten betragen rund 84,5 Millionen Franken. Der Neubau wird voraussichtlich im Sommer 2034 fertig gestellt sein. Durch den Auszug aus dem bisherigen Mietobjekt entfallen jährliche Mietkosten von rund 984’000 Franken.
Nach der Regierungsbotschaft ist nun der St. Galler Kantonsrat an der Reihe, um über das Geschäft zu beraten.
Stadt will Tiefgarage unter neuem BWZ
Fast gleichzeitig wie der Kanton informiert die Stadt Rapperswil-Jona über die BWZ-Zukunft. Der Stadtrat beabsichtigt unter dem neuen Schulgebäude eine Tiefgarage mit öffentlichen Parkplätzen zu realisieren. Diese Möglichkeit hat sich die Stadt bereits im Jahr 2016 mit dem Kauf der Grundstücke Nr. 816R und 1521R gesichert. Im letzten Jahr unterzeichnete der Stadtrat zusätzlich eine Absichtserklärung über Erstellung, Nutzung und Eigentumsform des Neubaus. Die Tiefgarage mit rund 100 Einstellplätzen, für die die Stadt die Mehrkosten der Planung und des Baus übernimmt, soll im Stockwerkeigentum realisiert werden. Der Kostenteiler über den Bau, den Betrieb, die Instandhaltung und die Instandsetzung wird zu einem späteren Zeitpunkt verhandelt. Den Stimmberichtigten der Stadt wird zu gegebenem Zeitpunkt ein Projektierungs- und Ausführungskredit unterbreitet. Über eine Nachnutzung des bisherigen Standortes bestehen noch keine konkreten Absichten. Der Stadtrat wird diese an die Hand nehmen, sobald der genaue Fahrplan des Kantons bekannt ist. Geplant ist ein partizipativer Entwicklungsprozess unter der Führung eines spezialisierten Unternehmens. (lz)
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