×

Koller jubelt an der EM nach erneut starker Leistung und die Kanuten sind besser denn je – das war das Sportwochenende

Nicole Koller holt an der Mountainbike-EM in Portugal die zweite Medaille in vier Tagen. Und die Athleten des Kanuclubs Rapperswil-Jona brillieren mit einer Bestleistung. So lief das Sportwochenende aus regionaler Sicht.

28.07.25 - 12:00 Uhr
Linthgebiet
RAD MTB, EUROPAMEISTERSCHAFT MTB, MOUNTAINBIKE, MOUNTAIN BIKE, MTB EM, MOUNTAINBIKE EM, EUROPAMEISTERSCHAFTEN, UCI, UEC,
Jubel: Nicole Koller fährt an der EM im Cross-Country als Dritte ins Ziel ein.
Bild: Keystone

Mountainbike: Nicole Koller erneut auf dem Podest

Es ist der zweite Streich von Nicole Koller. Die Mountainbikerin aus St. Gallenkappel holt sich an den Europameisterschaften im portugiesischen Melgaco nach der Silbermedaille im Short-Track auch über die olympische Cross-Country-Distanz eine Medaille. Koller verlor als Dritte im gut besetzten Frauenfeld 1:49 Minuten auf die überlegene Schwedin Jenny Rissveds. Von der Britin Evie Richards trennten sie 27 Sekunden. Ihr sei ein gutes Rennen gelungen, hielt die 28-jährige St. Gallenkappelerin Koller fest. «Bis zwei Runden vor Schluss fühlte ich mich sehr gut. Danach verspürte ich Krampferscheinungen und musste auch Evie Richards ziehen lassen. Ich denke, ich habe das Maximum herausgeholt, entsprechend bin ich zufrieden», so Koller, die seit dieser Saison auch im Weltcup regelmässig um die Podestplätze mitmischt und zum ersten Mal an der EM reüssierte. «Es ist erneut ein gutes Ergebnis in einer bisher sehr konstanten Saison», so Koller weiter.

Bronze: Koller (rechts) strahlt mit Siegerin Jenny Rissveds (Mitte) und Evie Richards vom Podest.
Bild: Keystone

Linda Indergand als Fünfte und Ginia Caluori als Achte machten Werbung in eigener Sache mit Blick auf die Heim-WM in Crans-Montana im September. Die Startplätze im breiten Schweizer Team werden umkämpft sein. Koller dürfte ihren dank ebendieser Konstanz auf sicher haben.

Bei den Männern landeten Filippo Colombo, Fabio Püntener und Luca Schätti auf den Plätzen 4, 5 und 6, die Briten Thomas Pidcock und Charlie Aldridge feierten einen Doppelsieg. Dario Lillo schaffte es bei seinem ersten EM-Cross-Country-Rennen als Elitefahrer als Neunter ebenfalls in die Top 10. Für den Eschenbacher wäre sogar noch mehr möglich gewesen. «In der Verfolgergruppe fühlte ich mich gut und konnte mein eigenes Tempo fahren», so Lillo. Bei Rennmitte fiel er jedoch in einem Steingarten aus der Pedale und stürzte. Obwohl er im restlichen Rennen als Folge dessen mit Knieproblemen zu kämpfen hatte, arbeitete er sich auch dank einer guten letzten Runde noch auf den neunten Platz vor.

Starke Leistung trotz Rückschlag: Dario Lillo stürzt bei Rennhälfte, arbeitet sich dann aber auf Platz 9 nach vorne.
Bild: Keystone

Wie schon im Short-Track nicht nach Wunsch lief es dem Joner Lars Forster. «Ich habe mir die EM schon ein wenig anders vorgestellt», sagt er nach seinem 25. Platz im Cross-Country-Rennen. Die Vorbereitung sei nicht optimal verlaufen, er habe bis letzte Woche Antibiotika zu sich nehmen müssen. Etwas, das er bis zu den EM-Rennen noch spürte. «Das ist mir recht eingefahren. Ich habe versucht, alles rauszuhauen und zu kämpfen, doch es war nicht viel – ich hatte schlicht zu wenig Energie.»

Ein Wochenende zum Vergessen: Dem geschwächten Joner Lars Forster läuft es an der EM nicht nach Wunsch.
Bild: Keystone

Kanu: Im Vierer so stark wie noch nie

Enttäuschte Gesichter gibt es im Ziel zu sehen, obwohl gerade eine kleine Sensation gelang. Es ist ein besonderer Umstand, der letzte Woche zu dieser Gemengenlage an der Kanu-WM in Portugal führte. Erstmals erreichte ein Schweizer Vierer an einer U23-WM ein A-Finale. Sämtliche Athleten, Luca Lauper, Sven Hirzel, Fynn Wyss und Donat Donhauser, gehören dem Kanuclub Rapperswil-Jona (KCRJ) an.

Und am Grossanlass mit 65 Nationen überraschte diese Kombination im Halbfinale. Sie siegten mit einer Schweizer Rekordzeit und zogen ins Finale der besten neun Boote ein. «Wir wussten, dass unser Ziel vom A-Finale möglich, aber schwer zu erreichen ist. Dieses Rennen übertraf darum unsere Erwartungen», sagt Hirzel, der mit 19 Jahren Jüngste im Boot.

Aufgrund dieser Leistung malten sich die vier Talente, die mit einem Altersschnitt von unter 20 Jahren zu den jüngsten im Feld gehörten, eine Finalplatzierung unter den ersten sechs aus. Daraus wurde nichts. Abgeschlagen landete das Schweizer Boot auf Rang 9. «Das tut weh – vor allem wegen der unfairen Bedingungen», sagt dazu Nationalcoach Matthias Krähenbühl, ebenfalls in Rapperswil-Jona wohnhaft. Damit spricht er seitliche Winde an, welche oft an der Regattastrecke von Montemor-o-Velho wehen und das Schweizer Boot besonders betrafen.

Darum herrschte direkt nach dem Rennen eine Unzufriedenheit, welche etwas später wieder verflog. Von einem «Schritt in die richtige Richtung» spricht Hirzel mit etwas Abstand. Erwähnenswert dabei: Vor Jahresfrist gelang an der U23-WM dem Schweizer Boot noch Rang 13.

esser denn je, aber trotzdem nur bedingt zufrieden: Das Schweizer Viererkajak mit den Rapperswil-Jonern Sven Hirzel, Donat Donhauser, Luca Lauper und Fynn Wyss (von links) landet an der U23-WM auf Rang 9. 
Pressebild

In die andere Richtung zeigt die rangmässige Entwicklung von Luca Lauper im Einerkajak. Der Vize-Europameister und U23-WM-Fünfte vom Vorjahr verpasste den Einzug ins A-Finale und wurde letztlich Elfter. «Es war wohl die Leistung, die aktuell im Bereich des Machbaren liegt», beurteilt Trainer Krähenbühl das Abschneiden. Und Lauper selbst sagt: «Das Feld ist wohl noch etwas stärker geworden. Zudem absolvierte ich vor vier Wochen noch Prüfungen und konnte nur sporadisch trainieren.» Diese Doppelbelastung erwähnt auch sein Trainer. Lauper studiert im ersten Jahr Wirtschaft an der Universität St. Gallen (HSG).

Kann seinen 5. Platz nicht wiederholen: Luca Lauper wird an der U23-WM Elfter, nachdem er wegen Prüfungen nur sporadisch trainieren konnte.
Bild: Archiv

Unverhofft ist Lauper mit einem Studiumskollegen zu einem weiteren gemeinsamen Einsatz an der WM gekommen. Donat Donhauser startete im Zweierkajak mit dem Nidwaldner Aaron Schmitter. Die beiden überzeugten im Halbfinale über 500 Meter mit einer der bisher schnellsten gefahrenen Zeiten eines Schweizer Boots (1:30,89).

Schnelle Zeit: Donat Donhauser (hinten) und Aaron Schmitter fahren im Zweierkajak über 500 Meter sehr zügig.
Bild: zVg

Danach erkrankte Schmitter und Lauper sprang als Ersatzmann für das B-Finale ein. In diesem paddelte die Neuformation gleich auf den 3. Rang, was gesamthaft Platz 12 bedeutet. Weiter geht es für einen Grossteil des Teams mit den Elite-Weltmeisterschaften, welche Ende August in Mailand stattfinden.

Rudern: Plock verpasst mit Doppelvierer den A-Final

Im polnischen Poznan fanden am Wochenende die U23-Weltmeisterschaften im Rudern statt. Zehn Boote von Swiss Rowing standen im Einsatz. Lotta Plock vom Ruderclub Rapperswil-Jona sass dabei im Schweizer Doppelvierer. Zusammen mit Flurina Parrillo, Seraina Stirnimann und Zoé Heer verpasst die jüngere Schwester von Olympionik Jonah Plock jedoch den A-Final der besten sechs Boote. Immerhin gewinnen die Schweizerinnen den B-Final und klassieren sich so am Schluss auf Platz 7.

Lars Morger arbeitet seit 2022 als Redaktor Sport mit Schwerpunkt Eishockey und Schwingen für die Sportredaktion der «Südostschweiz»-Medienfamilie. Mehr Infos

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Linthgebiet MEHR
prolitteris