Geberit macht 2024 leicht weniger Gewinn – und erhöht die Dividende dennoch zum 14. Mal in Folge
Geberit hat 2024 das Gewinn-Niveau des Vorjahres nicht ganz gehalten, will aber mehr Dividende zahlen. Die Profitabilität wurde vom starken Schweizer Franken und steigenden Löhnen belastet.
Geberit hat 2024 das Gewinn-Niveau des Vorjahres nicht ganz gehalten, will aber mehr Dividende zahlen. Die Profitabilität wurde vom starken Schweizer Franken und steigenden Löhnen belastet.
Die Rapperswil-Joner Geberit muss einen leichten Gewinnrückgang hinnehmen. Das operative Plus (Ebitda) sank um 0,9 Prozent auf 913 Millionen Franken, wie der Sanitärtechnik-Konzern am Donnerstag mitteilte. Die entsprechende Marge ging gleichzeitig um 30 Basispunkte auf 29,6 Prozent zurück, was in etwa dem im Januar in Aussicht gestellten Wert entspricht.
Die Auswirkungen der nach wie vor hohen Lohninflation sowie des gegenüber den meisten Währungen deutlich erstarkten Schweizer Frankens hätten mehrheitlich absorbiert werden können, so Geberit mit Blick auf die nur leichte Abschwächung der Marge.
Positiv wirkten sich die höheren Verkaufsvolumina und die im Vorjahresvergleich tieferen direkten Materialkosten aus. Und bereinigt um den Währungseffekt hätte der operative Gewinn gar über demjenigen des Vorjahres gelegen.
Der Reingewinn nahm um 3,2 Prozent auf 597 Millionen Franken ab. Der Grund für den im Vergleich mit den operativen Ergebnissen etwas stärkeren Rückgang war die deutlich höhere Steuerrate wegen der seit 2024 gültigen OECD-Mindestbesteuerung.
Geberit erneut mit Dividendenerhöhung
Die Dividende soll trotz des Gewinnrückgangs um 10 Rappen auf 12,80 Franken erhöht werden. Das wäre die 14. Dividendenerhöhung in Folge.
Dank des unverändert starken finanziellen Fundaments mit einem «gesunden» Niveau beim freien Cashflow und bei der Verschuldung sei eine «Beibehaltung der attraktiven Dividendenpolitik» bei gleichzeitigen Aktienrückkäufen möglich, heisst es dazu.
Bereits im Januar hatte die Firma den Umsatz bekannt gegeben: Er verblieb mit 3,09 Milliarden Franken in etwa auf Vorjahresniveau. Dabei belastete die ungünstige Währungsentwicklung. In Lokalwährungen verzeichnete das Unternehmen eine Nettoumsatzzunahme von 2,5 Prozent, wozu alle drei Produktbereiche Installations- und Spülsysteme, Rohrleitungssysteme und Badezimmersysteme beitrugen.
Das Wachstum in Lokalwährungen war dabei vollständig durch höhere Volumina getrieben. Nebst einem Wiederaufbau von Lagerbeständen beim Grosshandel im ersten Halbjahr sei die Marktposition ausgebaut worden. Zudem hätten sich verschiedene Neuprodukte stark entwickelt.
Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025 zeigt sich Geberit noch wenig konkret. Der Sanitärtechniker erwartet eine Stabilisierung der Nachfrage aus der Bauindustrie im Jahresverlauf. Die geopolitischen und makroökonomischen Risiken hätten indes weiter zugenommen und der technologische Wandel werde durch Entwicklungen wie künstliche Intelligenz weiter beschleunigt.
Für Europa - wo Geberit rund 90 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet - bezeichnet das Unternehmen die Wachstumsaussichten als gedämpft. Mögliche zusätzliche US-Zölle könnten zudem die wirtschaftliche Entwicklung nicht nur in den USA, sondern auch global negativ beeinflussen. (sda/lz)
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