×

Heikler Entscheid des Stadtrats: Altersheim Meienberg beherbergt bald Flüchtlinge

Nun ist klar, was aus dem Pflegezentrum Meienberg in Rapperswil-Jona wird. Der Stadtrat will darin Asylsuchende unterbringen – zu Kosten und Umständen des Vorhabens schweigt er vorerst.

Pascal
Büsser
18.06.25 - 17:30 Uhr
Linthgebiet
IMG_20250618_132843383_PORTRAIT
Umnutzung steht an: Im Pflegezentrum Meienberg sollen künftig Flüchtlinge wohnen.
Bild: Pascal Büsser

Es ist ein Entscheid, der zu reden geben dürfte. Nicht nur im betroffenen Quartier selbst, sondern darüber hinaus. So hat der Stadtrat von Rapperswil-Jona entschieden, was mit dem Pflegezentrum Meienberg passieren soll. Dies geht aus einem Flyer hervor, der am Mittwoch in Briefkästen der Anwohnerschaft des Altersheims lag. Darin lässt er die Bombe bereits platzen: «Planung Wohn- und Integrationszentrum Meienberg», heisst es im Titel.

Für Flüchtlinge «gut geeignet»

Im Text ruft der Stadtrat in Erinnerung, dass der Betrieb des Pflegezentrums «im Spätherbst 2026 eingestellt» wird. Dies, weil dann das neue Pflegezentrum im Schachen bereitstehen soll, worin die Stadt die Alterspflege zentralisieren will.

Für das Pflegezentrum Meienberg habe der Stadtrat «verschiedene Nachfolgelösungen geprüft». Resultat: «Nach Abwägen aller Vor- und Nachteile plant er ab Anfang 2027 den Betrieb eines Wohn- und Integrationszentrums mit Wohnraum für geflüchtete Personen. Das Gebäude soll künftig rund 50 Asylsuchenden – Familien und erwachsenen Einzelpersonen – eine Wohngelegenheit bieten.» Und weiter: «Zudem sollen Räume für arbeitsmarktnahe Integrationsprojekte, Begegnung und kulturellen Austausch entstehen.»

In der Vergangenheit waren in der Jugendherberge in Busskirch in den Wintermonaten immer wieder bis zu 60 Asylsuchende untergebracht. Jene Unterbringung stand jedoch unter der Obhut des Kantons. Vorliegend handelt es sich um ein städtisches Projekt.

Neue Pläne: Mit diesem Flyer lädt die Stadt die Anwohnenden zur Informationsveranstaltung ein.
Bild: Pascal Büsser

Die Stadt Rapperswil-Jona sei wie alle Gemeinden verpflichtet, Asylsuchende aufzunehmen, schreibt der Stadtrat in seinen Ausführungen. Und meint: «Aufgrund der bestehenden Infrastruktur mit Zimmern, sanitären Anlagen und Gemeinschaftsräumen ist das bisherige Pflegezentrum Meienberg, welches sich im Eigentum der Stadt befindet, für die geplante Nutzung gut geeignet.»

Ist eine Sanierung notwendig?

Unklar ist, ob vor der Umnutzung eine Sanierung des angejahrten Gebäudes aus den Sechzigerjahren nötig ist. Der für das Ressort Gesellschaft zuständige Stadtrat Johannes «Joe» Kunz wollte auf Anfrage unserer Zeitung noch keine Fragen zum Projekt beantworten. Er verwies auf die Informationsveranstaltung für die Anwohnenden, die am 2. Juli um 19 Uhr in der Caféteria des Pflegezentrums stattfinden soll.

Klar ist gemäss Flyer bereits, dass die Zahl der Asylsuchenden, die Rapperswil-Jona zugewiesen werden, unverändert bleibt und «durch das Vorhaben nicht erhöht» wird.

An der Informationsveranstaltung Anfang Juli will der Stadtrat über den aktuellen Planungsstand und das weitere Vorgehen informieren. Ebenso zeige die Stadtführung dann auf, «welche Überlegungen der Planung zu Grunde liegen». Und stehe für Fragen zur Verfügung. Ob es für den Stadtrat dann nur Fragen zu beantworten oder bereits Wogen zu glätten gibt, wird sich zeigen. Wenig überraschend stösst das Vorhaben im ruhigen Wohnquartier nicht auf helle Begeisterung, wie die «Linth-Zeitung» aus ersten Reaktionen seitens Anwohnender erfahren hat.

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Linthgebiet MEHR