Jensen-Wahnsinn ganz zum Schluss: Die Rapperswil-Jona Lakers ziehen in extremis in die Play-ins ein
Mit einer starken Leistung bodigen die Rapperswil-Jona Lakers den HC Davos im abschliessenden Qualifikationsspiel mit 2:1 und stehen damit in den Play-ins. Nicklas Jensen ist der Matchwinner.
Mit einer starken Leistung bodigen die Rapperswil-Jona Lakers den HC Davos im abschliessenden Qualifikationsspiel mit 2:1 und stehen damit in den Play-ins. Nicklas Jensen ist der Matchwinner.
Hockeyherz, was willst du mehr? Die letzte National-League-Runde an diesem Samstagabend hat es so richtig in sich. Fünf Teams kämpfen um drei Plätze in den Play-ins, darunter auch die Rapperswil-Jona Lakers. Ferien oder Saisonfortsetzung? Es wäre nicht die National-League-Qualifikation 2024/25, wenn es nicht bis ganz zum Schluss dauert, ehe diese Entscheidung für die Rosenstädter fällt. Es ist zum Schluss gar blanker Wahnsinn, was sich im Lido abspielt. Das Derby gegen den HC Davos zu sechs Zeitpunkten.
20.06 Uhr: Der erste Dämpfer für die Lakers
Rapperswil-Jona startet gut in die Partie und ist das aktivere Team. Zwar trifft der HCD in der 4. Minute den Pfosten, ansonsten bestimmen Lundskogs Mannen die Kadenz. In Lugano gerät der direkte Konkurrent Biel in Rückstand – doch das tun auch die Lakers. Sie sind in der Defensive zu nachlässig und lassen Valentin Nussbaumer hinter und Yannick Frehner vor dem Tor zu viel Platz – der HCD geht mit der ersten richtigen Chance in Führung. Zu diesem Zeitpunkt sind die Lakers in den Ferien.
20.09 Uhr: Die Lakers stempeln ein
Doch es dauert nicht lange, ehe Rapperswil-Jona auf den ersten Dämpfer reagieren kann. Es ist ein sehenswerter Treffer, der nur 68 Sekunden später zum Ausgleich führt. Topscorer Malte Strömwall spielt Igor Jelovac an der blauen Linie an, dessen perfekt platzierter Schuss fliegt an Mann und Maus vorbei über Aeschlimanns Schulter. Grossen Anteil an diesem Treffer hat Jonas Taibel, der dem Davoser Schlussmann perfekt die Sicht nimmt. Weil Genf-Servette in Bern in Rückstand gerät und Biel eine Sekunde vor der Pause das 0:2 kassiert, sieht die Situation für die Rapperswil-Joner schon besser aus.
20.51 Uhr: Alles läuft für den SCRJ – kann er das nutzen?
Im Rapperswiler Lido plätschert das zweite Drittel ein wenig vor sich hin. In den anderen Stadien jedoch läuft alles für die Lakers. Ambri liegt hinten, ebenso Biel und Genf. Was es also braucht? Ein Tor! Doch Rapperswil-Jona ist zwar bemüht und spielt mit viel Intensität, tut sich aber schwer, einen entscheidenden Punch zu lancieren. Sandro Aeschlimann im Davoser Kasten spielt stark auf und rettet seine Vorderleute Mal für Mal. Zur zweiten Pause stehts somit noch immer 1:1 – weiter ist am Obersee alles offen.
21.45 Uhr: Das muss der Lucky Punch sein – oder?
Mittlerweile sind die anderen Spiele mehr oder weniger entschieden. Es ist klar, dass die Lakers mit einem weiteren Tor in den Play-ins stehen. Und dann ist es ein Geschenk, das der Davoser Captain Andres Ambühl bei seinem wohl letzten Auftritt in Rapperswil-Jona dem Heimteam macht. Dreieinhalb Minuten vor Schluss muss er nach einem hohen Stock auf die Strafbank – Powerplay SCRJ! Jetzt muss der Treffer doch fallen, ist man geneigt zu denken. Die Lakers drücken, die Fans peitschen die Mannschaft nach vorne. Und dann kommt Nicklas Jensen nach einem Abpraller völlig frei zum Abschluss – Aeschlimann ist geschlagen. Doch Jensen setzt den Puck über das Gehäuse. Ist denn das zu glauben? Die Nerven der Lakers-Anhänger werden hier etwas gar arg strapaziert.
21.48 Uhr: Ein Erdbeben am Obersee
Und dann explodiert das Rapperswiler Lido doch noch, wie es das schon lange nicht mehr tat. Es sind unglaubliche Szenen, die sich nun auf dem Eis abspielen. Da ist dieser eben noch gescholtene Jensen, der wie ein Verrückter jubelt und die Fans in Ekstase versetzt. Er überwindet Aeschlimann nun doch noch, indem er am weiten Pfosten goldrichtig steht. Es ist der Siegtreffer – 50 Sekunden vor Schluss!
21.50 Uhr: Die Play-ins sind geschafft
«Sweet Caroline, oh oh oh» hallt es durch das Lido. Seit wenigen Sekunden ist das Spiel zu Ende, die Lakers haben es tatsächlich geschafft. Quasi in letzter Sekunde schlüpfen sie an Biel, Genf und Ambri-Piotta vorbei und beenden die Qualifikation auf Rang 9 – die Fans und Spieler sind in Ekstase. Damit ist auch klar, dass die Rosenstädter in der ersten Play-in-Runde gegen die Leventiner antreten müssen. Sie tun dies am kommenden Dienstag zuerst auswärts, ehe am Donnerstag das Heimspiel ansteht.
Lars Morger arbeitet seit 2022 als Redaktor Sport mit Schwerpunkt Eishockey und Schwingen für die Sportredaktion der «Südostschweiz»-Medienfamilie. Mehr Infos
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