Baden schockt den FC Rapperswil-Jona in der Nachspielzeit
von Elmedin Hasanbasic
Bis zur 70. Minute sehen die 468 Zuschauerinnen und Zuschauer im Stadion Grünfeld zwischen dem FC Rapperswil-Jona und dem FC Baden einen umkämpften Abnützungskampf, ehe in der Schlussviertelstunde mit zwei Toren, einem Abseitstor und einem Lattenknaller die Post nochmals so richtig abgeht.
Die Ausgangslage
Die Rollen waren vor der Partie klar verteilt: Der FCRJ hatte mit vier Siegen in Folge den Abstand zur Spitze bis auf zwei respektive drei Punkte verkürzt, Baden hingegen ist mittendrin im Abstiegskampf und muss schauen, nach dem Abstieg aus der Challenge League nicht noch eine Liga weiter durchgereicht zu werden.
Das Spiel
So richtig lanciert wurde die Partie in der 73. Minute. Rijad Saliji durchbrach das Aargauer Bollwerk, nachdem er und seine Mitspieler zuvor mehrmals mit Topchancen die Führung verpasst hatten. Lange musste sich der FCRJ nämlich in Geduld üben, dies unter anderem deshalb, weil Badens Goalie Mirco Mazzeo die Gäste mit Glanztaten ein ums andere Mal im Spiel gehalten hatte. Florian Kamberi, der den verletzten Marin Wiskemann im Sturm ersetzte, hatte sowohl in der ersten (32.) als auch in der zweiten Hälfte (68.) je einen Hochkaräter auf dem Fuss.
Nach dem Führungstreffer sah Coach David Sesa ein ausgewechseltes Team. Seine Mannschaft zog sich völlig unerklärlich zurück und überliess Baden das Spieldiktat. So kam es, wie es kommen musste: Nach einer Ecke staubte Badens Innenverteidiger Thoma Monney zum Ausgleich (88.) ab. Oder doch nicht? Der Linienrichter hob die Fahne – Abseits. Glück für den FCRJ. Doch Baden hatte nun Blut geleckt. Beinahe hätte Helaku Schmidt den Badener Hoffnungen ein Ende gesetzt. Nach einer feinen Eckballvariante schlenzte er das Leder in der 89. Minute ans Lattenkreuz. Da wäre auch Goalie Mazzeo nicht mehr drangekommen. So blieb Baden in der Partie und kam in der 92. Minute doch noch zum Handkuss. Joel Brack reagierte bei einem Abpraller als Schnellster und drückte den Ball über die Linie. Der FCRJ versuchte sich zwar nochmals aufzuraffen, doch Gefährliches resultierte bis zum Schlusspfiff nicht mehr.
Die Tore
73. Minute: Yannick Marchand fing im Badener Aufbauspiel einen Pass ab und spielte im Zentrum Saliji an. Ein Doppelpass mit Schmidt reichte aus, um die Badener Defensive auszuspielen und den Ball sehenswert über Goalie Mazzeo zu lupfen.
92. Minute: Nach einem Abstoss rückte der FCRJ nach vermeintlichem Ballgewinn zu hoch nach vorne, sodass Davide Giampa mit einem Steilpass Diego Rhein lancieren konnte. Gleich drei Rapperswil-Joner konnten ihm den Ball nicht abnehmen. Zwar rettete Goalie Alan Omerovic zunächst herausragend, doch mit etwas Flipper-Glück gelangte der Ball zu Brack, der die Kugel doch noch über die Linie drückte.
Die Stimme
«Dieser Punkt fühlt sich wie eine Niederlage an. Es ist unerklärlich, dass wir nach dem 1:0 die Partie aus der Hand geben. Wir müssen uns vorwerfen, die Partie nicht vorher entschieden zu haben. Und wenn wir sie schon nicht entscheiden, dann müssen wir bis zur Nachspielzeit beissen. Das haben wir nicht getan. Damit haben wir Baden noch an einen Punkt glauben lassen und uns damit ins eigene Fleisch geschnitten. Das ist bitter und war nicht nötig», ärgerte sich Captain Enes Yesilcayir nach dem Spiel.
Das Fazit
Kriens hat bei Paradiso seine Pflicht erfüllt und mit einem 1:0 drei Punkte eingefahren. Da Biel ebenfalls unentschieden spielt, bleibt der FCRJ auf Tuchfühlung mit der Spitze – der Rückstand auf Leader Kriens beträgt vier Punkte.
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