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Schiffbruch in der Verlängerung: Die Lakers müssen in die Ferien

Es ist ein bitteres Saisonende für die Rapperswil-Jona Lakers: Im Rückspiel der ersten Play-in-Runde haben sie das Weiterkommen auf den eigenen Stöcken, verlieren nach Verlängerung aber mit dem Gesamtskore von 4:5.

07.03.25 - 00:04 Uhr
Linthgebiet
EISHOCKEY, NATIONAL LEAGUE, MEISTERSCHAFT, SAISON 2024/25, SCRJ, SC RAPPERSWIL JONA, HCAP, HC AMBRI PIOTTA
Enttäuscht: Emil Djuse und die SCRJ Lakers müssen in die Ferien.
Bild Keystone

Was für eine Achterbahn der Emotionen. Es ist ein hoch spannendes Hin und Her, ein Kampf auf Biegen und Brechen, den die Rapperswil-Jona Lakers und Ambri-Piotta an diesem Donnerstagabend im Lido zeigen. Am Schluss hat der HC Ambri-Piotta ganz knapp das bessere Ende auf seiner Seite – Philippe Maillet lenkt in der 79. Minute einen Puck ab, der glücklich den Weg ins Tor findet. Es ist ein Stich mitten in das Rapperswil-Joner Herz. Das Rapperswiler Lido fällt in eine Schockstarre. Die Saison der Lakers ist zu Ende. Auf die bitterste mögliche Art und Weise.

Dabei sind es an diesem Abend lange die Lakers, die das Wettglück auf ihrer Seite haben. Im Showdown, in dem es für beide Teams um alles oder nichts geht, legen sie zwar keinen guten Start hin.

Jensen lässt die Lakers träumen

Keine Minute ist gespielt, ehe Ambris Miles Müller den sicheren Führungstreffer vor dem leeren Tor verpasst. Auch in der Folge nehmen die Lakers mehrfach das Puckglück in Anspruch. So auch in der 17. Minute, als ein von tief geschossener Puck der Lakers so von der Bande zurückprallt, dass er direkt auf dem Stock von Malte Strömwall landete. Der Lakers-Topskorer, der nach überstandener Krankheit wieder zurück im Line-up ist, übertölpelt Janne Juvonen im Ambri-Tor und versenkt die Scheibe im nahen Eck.

Es ist keine Hockey-Feinkost, die die beiden Mannschaften den 6100 Zuschauenden im ausverkauften Lido bieten. Es ist nicht zu verbergen, dass hier der Neunt- und der Zehntplatzierte der Qualifikation gegeneinander antreten. Beide Mannschaften wollen lange nicht zu viel Risiko eingehen und machen ziemlich viele ­Fehler.

Ambri gleicht dann kurz nach Spielmitte aus, Philippe Maillet verwertet einen Abpraller nach einem DiDomenico-Ablenker. Der Kanadier ist so oder so omnipräsent auf dem Eis und wird auch später noch für Aufregung sorgen. Doch dazu später mehr. Die Lakers schlagen aber wieder zurück – und das Puckglück ist erneut auf ihrer Seite. In der 47. Minute pariert Juvonen zuerst Dominic Lammers Schuss, doch dann springt er von der Bande zurück auf dessen Stock – mit dem 2:1 gleichen die Lakers das Skore wieder aus. Und es kommt gar noch besser: In der 55. Minute versetzt Nicklas Jensen, der die Lakers bereits am vergangenen Samstag in die Play-ins schoss, das Lido in Ekstase. Er staubt nach einem – erneut – glücklichen Abpraller ab.

DiDomenico als Spielverderber

Dass auch dies am Schluss für die Lakers nicht reicht, dafür ist dann DiDomenico verantwortlich. Der polarisierende Kanadier gleicht das Gesamtskore mit dem 2:3 74 Sekunden vor Schluss wieder aus. Beim Jubel hält er die Hände hinter beide Ohren in Richtung der Fans, das Lido kocht nicht zum ersten Mal aufgrund des 36-Jährigen. Somit muss am Schluss die Verlängerung entscheiden.

In dieser kommen beide Mannschaften zu Chancen. Die Lakers verpassen es, im Powerplay zu reüssieren, während Nyffeler hinten eine Chance von Ambri-Topskorer Kubalik zunichtemacht. Danach sind beide Teams gefühlt schon in der ersten Pause nach der Verlängerung, ehe Maillet mit seinem abgelenkten Schuss die Lakers endgültig versenkt. Melvin Nyffeler, der so tapfere und stark aufspielende Rapperswil-Joner Schlussmann, ist der tragische Held in dieser Partie.

Am Schluss fehlt wenig

Die Rapperswil-Jona Lakers sind über das gesamte Duell gesehen nicht das schlechtere Team. Ein Weiterkommen wäre gegen dieses limitierte Ambri mehr als möglich gewesen. Am Schluss wurden die Rosenstädter vom Glück verlassen und unterliegen wohl auch wegen eines Tickens weniger Konsequenz und Zielstrebigkeit. So stehen für die Mannen von Trainer Johan Lundskog nun Ferien auf dem Programm. Und für die Klubführung gibt es mit Lundskogs auslaufendem Vertrag und dem vakanten Sportchefposten einige offene Fragen zu klären.

Lars Morger arbeitet seit 2022 als Redaktor Sport mit Schwerpunkt Eishockey und Schwingen für die Sportredaktion der «Südostschweiz»-Medienfamilie. Mehr Infos

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