Um so viel will die Stadt Rapperswil-Jona den Steuerfuss erhöhen
Der Stadtrat von Rapperswil-Jona macht ernst: Ab 2026 soll der Steuerfuss um fünf Prozentpunkte ansteigen. Das letzte Wort hat die Bürgerversammlung.
Der Stadtrat von Rapperswil-Jona macht ernst: Ab 2026 soll der Steuerfuss um fünf Prozentpunkte ansteigen. Das letzte Wort hat die Bürgerversammlung.
An der nächsten Bürgerversammlung vom 4. Dezember 2025 wird das Stimmvolk von Rapperswil-Jona über eine Erhöhung des Gemeindesteuerfusses abstimmen. Der Stadtrat will diesen um 5 Prozentpunkte auf neu 79 Prozent erhöhen. Der Grundsteueransatz bleibt mit 0,3 ‰ unverändert. So will die Stadtführung gemäss Mitteilung den finanziellen Handlungsspielraum für die herausfordernden nächsten Jahre sicherstellen.
Die Stadt will so vorausschauend handeln und eine umsichtige Finanzpolitik betreiben. «Ziel ist es, eine übermässige Verschuldung zu vermeiden und künftigen Generationen eine gesunde Stadt übergeben zu können», steht in einer Mitteilung, die am Dienstagmorgen publiziert worden ist.
Während im Jahr 2020 noch ein Nettovermögen von knapp 3900 Franken pro Kopf ausgewiesen wurde, steht die Stadt heute an einem Wendepunkt. Bis ins Jahr 2029 droht die Verschuldung pro Kopf auf fast 4000 Franken zu steigen. Deshalb braucht es nun ein Umdenken in der Finanzplanung.
Mehr einnehmen, weniger ausgeben
Grundsätzlich stehen dafür drei Möglichkeiten zur Verfügung: Ausgaben reduzieren, Investitionen zurückfahren oder den Steuerfuss anheben. Der Stadtrat will den Hebel bei all diesen Punkten ansetzen. Nach eingehender Prüfung hat er sich deshalb für eine Erhöhung des Steuerfusses um fünf Prozentpunkte für das Jahr 2026 entschieden.
Die Stadt rechnet dadurch mit Mehreinnahmen von rund 5,7 Mio. Franken. Dieser Schritt ist Teil eines Massnahmenpakets, das es ermöglicht, die Pro-Kopf-Verschuldung bis 2029 auf gut 1950 Franken zu reduzieren.
Mit der regelmässigen Überprüfung und allfälligen Anpassung des Steuerfusses auch in den kommenden Jahren, soll die hohe Lebensqualität für die Bevölkerung gesichert und gleichzeitig die Finanzierung wichtiger Infrastrukturen ermöglicht werden. Doch auch die Investitionen werden in jedem Fall sorgfältig geprüft und bei Bedarf angepasst. Parallel dazu läuft in der Stadtverwaltung eine Aufgaben- und Leistungsüberprüfung, um Potenziale für die Senkung von Ausgaben zu identifizieren.
«Notwendiger Schritt»
Der Stadtrat sei sich bewusst, dass eine Steuererhöhung für die Bevölkerung eine Belastung darstelle. «Der Schritt ist jedoch notwendig, um die finanzielle Stabilität der Stadt zu sichern, dem starken Anstieg der Schulden entgegenzuwirken und die Lebensqualität langfristig zu erhalten.» Die Steuererhöhung ist gemäss der Mitteilung Teil eines ausgewogenen Pakets aus Einnahmen, Investitionsüberprüfungen und Sparmassnahmen.
Besonders wichtig ist dem Stadtrat, offen und transparent zu kommunizieren. Deshalb informiert er bereits diesen Dienstag über die beantragte Steuererhöhung – unabhängig von der ordentlichen Budgetvorlage der Bürgerversammlung im Dezember. Das vollständige Budget 2026 wird der Bevölkerung wie gewohnt fristgerecht und umfassend zur Verfügung gestellt.
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