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Herdenschutz

Es ist bereits soweit, dass nicht mehr alle Alpen bestossen werden, die jahrzentelang mit Schafen beweidet wurden. Der Aufwand ist zu gross für den Schutz und zudem ist er nicht wirksam genug. Es werden trotzdem Nutztiere gerissen und Schutzhunde verletzt. Trotz Millionen, die der Bund (resp. Wir) zur Verfügung stellen. Dadurch wird die Alpenwelt nicht mehr gepflegt und der Tourismus leidet ebenfalls darunter.
Als Folge wird weniger Schaffleisch produziert und die Bauern haben weniger Einkommen. Dafür wird dann mehr Fleisch von Grossbritannien und Neuseeland importiert, was wiederum für die Umweltbelastung schlecht ist.
Jetzt muss man sich fragen, was sich die Tierschützer und grünen Verbündeten als Ziel gesetzt haben?
Wenn der Abschuss nicht gelockert wird, haben wir die Wölfe auch vermehrt im Voralpengebiet, denn die gehen dem Angebot nach. Es ist zu befürchten, dass Bauern zur Selbsthilfe greifen könnten, um ihre selbst gezüchteten Tiere zu schützen.
Die Zeit drängt und es muss gehandelt werden, dass die Städter der Bergbevölkerung nicht mehr vorschreiben können, was zu tun ist, denn sie haben keine Ahnung vom Leben in den Bergen.

Alois Steinmann
22.06.22 - 09:49 Uhr
Leserbrief
Ort:
Wilen b.Wil
Zum Artikel:
Beitrag im SRF

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Lieber Alois Steinmann; Sie sprechen mir aus dem Herzen. Immer wieder dasselbe Thema…
Das ist so eine Sache; praktisch alle finden diese Tiere schön und faszinierend, doch am Umgang mit ihnen scheiden sich die Geister! Diese Raubtiere wandern enorme Strecken, was zu den bekannten Problemen führt. Bei dieser Bevölkerungsdichte Bären und Wölfe auszusetzen, finde ich ziemlich daneben. Da kann man nur hoffen, dass man solchen Raubtieren nie begegnet! Raubtiere waren aus unseren Gebieten verschwunden, weil es schon dazumal keinen Platz gab. Die Umwelt hat sich verändert, die Landschaft mit Straßen und Bauten zugepflastert. Man mag dies bedauern, aber man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Ein Nebeneinander von Bär und Wolf sowie Mensch ist schlicht nicht möglich. Immer wieder ist darüber zu lesen was diese Tiere auf grausamste Weise anrichten. Im benachbartem Vinschgau it. zum Münstertal heisst es; es sei anzunehmen, dass es sich um Wölfe des Calanda-Rudels handle, das bei uns in der Schweiz im Norden Graubündens angesiedelt ist. Diese Situation ist untragbar geworden, und ich fühle mich auf eine Art mitschuldig. Ich denke, jetzt sollten auch die Politiker gefordert sein! Aber vielleicht gibt es ein Umdenken bei den selbsternannten Bären- und Wolfsschützern und den übrigen Besserwissern, wenn tatsächlich Wanderer oder Pilzsucher angegriffen werden. Wir sind nicht Kanada und nicht Sibirien; bei uns ist es letztlich eine Frage der Vernunft. Die Medien bringen farbige Bilder dieser Tragödien auf Schafweiden, die wie Schlachtfelder aussehen. Da kann ich mir kaum vorstellen, dass ein überzeugter Tierschützer dies befürworten kann!