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Leserbrief

Nachjagd

Fritz Janett,
13. Mai 2019, 08:20:34

Ein Hauptstreitpunkt in der Auseinandersetzung um die Nachjagd bildet der Zeitpunkt der Zuwanderung der Hirsche in die Wintereinstände. Für die Befürworter ist es eine Tatsache, dass die meisten Hirsche erst im Spätherbst, bei Wintereinbruch in den Wintereinständen einwandern, was die Gegner der Sonderjagd vehement in Abrede stellen.
Die Schlussfolgerung der internationalen Studie «Rothirsch im Rätikon» (Drei Länder, drei Jagdsysteme, eine Wildart) spricht eine deutliche Sprache. Auf Seite 55 dieser ausführlichen Studie kann man unter dem Titel: «Nachjagd in Graubünden» folgendes lesen:
Für eine effiziente Regulierung des über die Landesgrenze migrierenden Rotwild-Bestandes in Graubünden ist eine zeitlich optimierte Nachjagd unverzichtbar. Die Nachjagd darf nicht zu früh erfolgen, sondern erst, wenn sich das im Sommer in Vorarlberg lebende Wild im Herbst wieder in Graubünden etabliert hat. Wenn die Sonderjagd zu früh einsetzt, werden lediglich jene Bestände noch einmal bejagd, denen bereits im September bei der Hochjagd der hauptsächliche Jagddruck galt. Nachjagd in Graubünden ist unverzichtbar und eine enge Zusammenarbeit zwischen der Wildregion 4.3 (Vorarlberg) und Liechtenstein dringend geboten. Ohne Spätherbstjagd ist eine Bejagung der Wanderpopulationen nicht möglich.
Soweit die Fakten.
Was bei einer grossen Mehrheit der Jägerschaft schon lange bekannt ist, wird hier klar bestätigt. Ob man dieser Studie Glauben schenkt oder nicht, steht jedem frei. Dass aber, wie an verschiedene Podiumsgespräche und sogar an einem Streitgespräch am TV Tele Südost von den Initianten (Renatus Casutt) behauptet wird, die Studie beweise das Gegenteil, dass die Zuwanderung der Hirsche um diese Zeit überhaupt nicht stattfindet, ist zynisch. Mit solchen falschen Aussagen wird versucht, Stimmberechtigte für ein Sonderjagdverbot zu überzeugen. Ich hoffe das die Stimmbürger/innen ihre Stimme anhand von Fakten und stichhaltige Argumente abgeben, und sich nicht von Emotionen leiten lassen. Was in letzter Zeit in verschiedenen Leserbriefen behauptet wurde, ist bedenklich. Da werden an die 2500 Jäger, die auch die ordentliche Jagd ausüben, mit fragwürdigen Behauptungen frontal und pauschal in übelster Weise angegriffen. Das ist nicht fair, das ist inakzeptabel. Schwarze Schafe gibt es immer und überall, so auch bei den Jägern und sollte nicht als Massstab für den Abstimmungskampf herangezogen werden. Ich habe jedenfalls bereits für ein überzeugtes «Nein» gestimmt.

Fritz Janett aus Schiers

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Herr Janett. Zynisch ist zu glauben, dass mit der Nachjagd nur die anscheinend aus dem Vorarlberg einwandernden Hirsche unter Jagddruck gesetzt werden. Wie können Sie so etwas behaupten? Mit der Nachjagd werden alle Hirsche unter Jagddruck gesetzt. Sie sehen, es ist einfach, den Befürwortern der Initiative falsche Aussagen zu unterstellen. Eigene Aussagen sollten vor einer Publikation aber auch kritisch hinterfragt werden.
Und wenn Sie schon die Podiumsgespräche ansprechen, warum haben die Initianten der Podiumsgespräche, welche gegen die Initiaitve sind, in den Podiumsgesprächen keine Diskussion zugelassen? Es war pro Person nur eine Frage möglich ohne darüber anschliessend diskutieren zu können. Das zeugt nicht gerade von Demokratieverständnis und Bereitschaft zur Suche nach konstruktiven Lösungen.
Aus diesem Grund rufe ich die Stimmbürger/-innen dazu auf, die Initiative mit einem JA anzunehmen.

Pravo Herr Meister, voll auf den Punkt gebracht. Kein Wald ist bis zum heutigen Tag infolge Hirschpopulation gestorben. Kein Stein ist infloge Wild-Verbiss bis in Tal. Alles Pseudowissenschaft der Kant. Forst-und Jagdorgane.
Mein Ja ist längst in der Urne.