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Leserbrief

Zum Artikel: Der Biltner Windpark kann funktionieren. Südostschweiz 11. April 2019

Alen Zurfluh,
11. April 2019, 21:31:51

Lärmgrenzwerte werden nur «im Durchschnitt» eingehalten

Endlich, mit viel Verspätung, hat die SAK die Bevölkerung über die Auswirkungen des Windkraftprojektes informiert. Dabei wurden keine Kosten gescheut und eine sympathische ehemalige Moderatorin des Schweizer Fernsehens engagiert. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Beginnen wir mit dem Lärm: Es wird mehr Lärm geben, die Grenzwerte werden an zwei Orten überschritten, sagt der Experte. Erst auf Nachfragen stellt er klar, dass die geforderten Immissionswerte «nur» im Jahresdurchschnitt eingehalten werden. Das heisst es wird sehr wohl Nächte mit zu hohen Lärmwerten geben. Was genau soll dies den betroffenen Bewohnern helfen, wenn man im besten bzw. schlimmsten Fall nur die Hälfte des Jahres in Ruhe schlafen kann? Wenn der Lärm in der Nacht zu gross wird, dann würden die Anlagen abgestellt, hiess es. Das klingt nicht sehr glaubwürdig, zumal es in Bilten vor allem in der Nacht „windet“ und die SAK sicher dann den Strom produzieren möchte. Die Aussagen widersprechen diametral dem Gutachten von Linth-Gegenwind. Deren Experte kommt zum Schluss, dass die Windräder massiv zu laut sind und die Grenzwerte überschreiten. Lärm schadet der Gesundheit. Ist es in der heutigen Zeit der Bevölkerung zumutbar, fünf riesige neue Lärmquellen aufzustellen?

Erstmals wurde der Schattenwurf gezeigt. Die vom Schatten betroffene Gegend zieht sich von Bilten Süd bis Nordwesten. Das historische Ritterhaus und Elsenerhaus sind betroffen. Unglaublich! Bei 10 Wohngebäuden werden die Grenzwerte überschritten. Dann würden die Maschinen abgestellt, heisst es wieder. Der bewegte Schlagschatten ist psychisch sehr störend. Ist das den Menschen zumutbar? Ach ja, da wäre noch die nächtliche rote Befeuerung – die permanent aktiv sein muss.

Die Sichtbarkeitsanalyse zeigt, dass die Windräder in einem Umkreis von 10 km in der Linthebene sichtbar sind. Bis nach Schmerikon bzw. dem Obersee. Schön ist das also nicht.

Ganz schlecht sieht es mit der Wirtschaftlichkeit aus. Die Windgeschwindigkeit ist noch schlechter als befürchtet, zwischen 5.0 und 5.3 Meter pro Sekunde. Das ist sehr wenig für ein Windrad. Ironischerweise sagt selbst die suisse éole, dass Windräder mit Förderung erst ab einer Geschwindigkeit von 6 m/s profitabel betrieben werden können. Doch die SAK hat nicht einmal eine Förderungszusage. Wenn der Windpark in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert wird, dann ist Bankrott vorprogrammiert.

Es bleibt nun zu hoffen, dass der Landrat Ende April die einzig richtige Entscheidung trifft und dieses Projekt stoppt.

Alen Zurfluh, Bilten

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