Honig mit besonderer Kraft – Was macht Manuka so einzigartig?
Am frühen Morgen darf beim Frühstück neben der Nutella-Dose
am Tisch, der Honig nicht fehlen.
Am frühen Morgen darf beim Frühstück neben der Nutella-Dose
am Tisch, der Honig nicht fehlen.
Viele Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben es sich zur Tradition gemacht: Am frühen Morgen darf beim Frühstück neben der Nutella-Dose am Tisch, der Honig nicht fehlen. Dabei unterscheidet sich Honig je nach Region massiv. Heute setzen wir uns mit dem Honig auseinander, der sich in seiner Wirkung deutlich von der Masse abhebt. Wir sprechen über Manuka. Dieser Honig, der ursprünglich aus Neuseeland stammt, wird immer relevanter. Dabei stellt sich die Frage: Ist der Hype berechtigt, oder steckt mehr dahinter als bei herkömmlichem Blütenhonig?
Manuka hat Geschichte
Wird der klassische Honig von anderen Blüten entnommen, so stammt der Manuka-Honig aus dem Nektar der Manuka-Pflanze. Besonderheit ist hierbei, dass diese ausschließlich in Australien und Neuseeland wächst, was ein Erwerb in Europa nur durch Import möglich macht und dementsprechend Auswirkungen auf den Preis hat. Historisch betrachtet nutzen selbst die Maori die Manuka-Pflanze als medizinische Unterstützung. Dabei verwendeten sie nicht nur den Honig, sondern auch die Blätter und dessen Rinde. Die Maori haben früh verstanden, dass Manuka wesentlich mehr kann, als einfach nur „gut zu schmecken“. Später konnte man wissenschaftlich die Gründe dahinter feststellen.
Der Wirkstoff Methylglyoxal, oder MGO ist im Regelfall in Honig enthalten, trägt aber normalerweise nur geringe Mengen mit sich. Die Manuka-Pflanze jedoch trägt
deutlich höhere Konzentrationen des Wirkstoffs in sich. Dabei ist MGO antibakteriell und ausschlaggebend dafür, die Pflanze überhaupt so populär zu machen. Während klassische Antibiotika bei manchen Bakterienstämmen widerstandsfähig bleibt schafft es Manuka, aufgrund des hohen MGO-Inhalts hier Wirkungen sichtbar zu machen.
Dabei unterscheidet man beim Manuka-Honig zwei Parameter:
- UMF (Unique Manuka Faktor)
- MGO-Wert (Das ist die Angabe der Konzentration in mg/kg)
Je höher diese Werte sind, desto stärker ist die antibakterielle Wirkung. Wer also daher auf Manuka Honig setzen möchte, der sollte sich auf diese Laborwerte konzentrieren. Sind diese Werte nicht dargestellt, so handelt es sich oft um minderwertige Produkte, oder Mischhonig.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6613335
Dafür setzt man heutzutage Manuka ein
Es gibt eine Vielzahl an Anwendungsbereichen, in denen Manuka aufgrund der positiven Inhalte verwendet wird.
- Kosmetikindustrie
Manuka hat nachgewiesen eine positive Wirkung im Bereich der Hautpflege, was dazu führt, dass der Honig auch in Salben und Cremen verwendet wird.
- Lebensmittelindustrie
Der kräftige Honig ist als Premium-Honig im Einzelhandel verfügbar, wird aber auch in der Sporternährung, im Bereich der Energieriegel verwendet.
- Medizinprodukte
Viele Länder nutzen mittlerweile bereits medizinisch-zertifizierten Manuka-Honig für Wundauflagen, Verbände mit Honigbeschichtung oder Klinikprodukte für chronische Wunden.
- Mundpflege
Selbst in der Zahnhygiene hat Manuka-Honig eine positive Auswirkung, was dazu führt, dass der Honig auch bei Mundspülungen, Zahnpasta und Halssprays Verwendung findet.
- Forschung
Weil die Vermutung nahe liegt, dass die positiven Auswirkungen noch in viel mehr Bereichen gelten, wird Manuka in vielen Studien weiter untersucht, um biobasierte Medizinprodukte herzustellen.
Darum ist Manuka so teuer
Für Manuka gibt es lediglich begrenzte Erntefenster und kleine Produktionsmengen. Zwar gibt es Milliarden von Bienen, aber aufgrund der globalen Nachfrage eben auch ständig ein überschaubares Angebot. Manuka bleibt somit ein Nischenprodukt und
hat aufgrund der hohen Wirkung auch einen Markenwert geschaffen, der natürlich den Preis zusätzlich in die Höhe treibt.
Aber Achtung vor Fälschungen:
Tatsächlich wird global mehr Manuka verkauft, als produziert werden kann. Das hat damit zu tun, dass viele Konsumenten auf gefälschte Produkte hereinfallen. Es gibt aber Möglichkeiten, um die Qualität und Echtheit von Manuka nachzuvollziehen:
- Gibt es eine überprüfbare Herkunft?
- Ist der MGO- oder UMF-Wert angegeben?
- Sind unabhängige Labortests dokumentiert?
- Werden Inhaltsstoffe transparent kommuniziert?
Wer Manuka kauft sollte auch auf die Lagerung achten, denn Licht, Hitze und Feuchtigkeit beeinflusst die Stabilität der Inhaltsstoffe zusätzlich. Daher ist es wichtig beim Erwerb von Manuka den Honig kühl zu lagern, um die Qualität länger zu erhalten.
Manuka ist vielleicht kein Wundermittel, aber ein Sonderfall
Der Manuka Honig selbst ist kein medizinisches Produkt, und auch kein Ersatz für wissenschaftlich geprüfte Therapien, aber ein klarer Sonderfall am Honigmarkt. Warum? Nun, weil dieser Honig eben messbare Unterschiede hat, als herkömmlicher Honig, der positive Effekte bei Konsumenten verstärken kann, aktivieren kann und zur Gesundung beitragen kann. Wer dafür bereit ist mehr zu bezahlen, der sollte aber zumindest sicherstellen, ein echtes Produkt zu erwerben, um keiner Marketing-Fantasie in die Falle zu tappen. Kritischer Konsum ist nach wie vor notwendig und auch bei Naturprodukten Pflicht.