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Muttermal-Kontrolle kann Leben retten

Am nationalen Hautkrebs-Tag gibt es in Glarus einen Gratis-Muttermalcheck. Warum es lebenswichtig sein kann, die kleinen Flecken auf der Haut genau im Auge zu behalten, erklärt Hautärztin Philippa Golling.

15.05.17 - 05:00 Uhr
Leben und Freizeit
Heute ist der nationale Hautkrebs-Tag.
Heute ist der nationale Hautkrebs-Tag.
PIXABAY

Am Montag, 15. Mai, ist nationaler Hautkrebs-Tag. Aus diesem Grund bietet die Hautfachärztin Philippa Golling an diesem Tag im Zentrum für Integrative Onkologie Glarus einen Gratis-Muttermalcheck an (siehe Box). Für sie ein sehr wichtiges Thema, denn: «Jeder dritte Mensch entwickelt im Lauf seines Lebens einen Hautkrebs (Anmerkung der Redaktion: Damit sind der weisse und der schwarze Hautkrebs gemeint). Wenn dieser in einem frühen Stadion entdeckt und entfernt wird, können die meisten Patienten geheilt werden», heisst es von der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie.

Frau Golling, was genau ist mit frühzeitiger Entdeckung gemeint?

PHILIPPA GOLLING: Grundsätzlich gilt: Wir Hautärzte mögen bei Muttermalen die Farbe schwarz nicht. Auch keine Unregelmässigkeiten oder auffälligen Veränderungen. Wenn ein Muttermal nicht mehr aussieht wie ein typisches Muttermal, könnte etwas nicht in Ordnung sein.

Können Sie das konkretisieren?

Entsteht zum Beispiel der «böse» schwarze Hautkrebs, verändert sich entweder ein bestehendes Muttermal. Darin entwickeln sich beispielsweise schwarze Punkte, oder die Form verändert sich. Manchmal entsteht auch ein ganz neuer dunkler Fleck und wird immer grösser. Spätestens dann sollte man einen Hautarzt aufsuchen.

Ist es dann nicht schon zu spät?

Beginnende Melanome, also schwarze Hautkrebs-Tumore, können noch gut operativ entfernt werden. Tut man dies, bevor sich Metastasen, also Absiedlungen, bilden, ist man geheilt. Wenn Metastasen bereits vorhanden sind, ist die Therapie sehr schwierig.

Und wie sieht das beim weissen Hautkrebs aus?

Der weisse Hautkrebs ist viel häufiger und entsteht dort, wo sehr viel Sonne hingekommen ist. Er ist wesentlich «gutmütiger» und macht meistens keine Metastasen. Auch hier ist eine frühzeitige Erkennung hilfreich.

«Vor allem Menschen mit ganz hellem Hauttyp haben ein erhöhtes Risiko, an einem Melanom zu erkranken.»

Gibt es für beim schwarzen Hautkrebs denn besonders gefährdete Menschen?

Ja. Vor allem Menschen mit ganz hellem Hauttyp haben ein erhöhtes Risiko, an einem Melanom zu erkranken. Auch wessen Mutter oder Vater an einem Melanom erkrankt ist, der trägt ein höheres Risiko. Eine Gefahr sind auch schwere Sonnenbrände, die man sich im Kindes- und Jugendalter zugezogen hat. Denn bis etwa zum 25.Lebensjahr ist die Haut noch dünner, und viele Reparaturmechanismen von möglichen UV-Schäden sind noch nicht vollständig ausgebildet.

Ist die Sonne also unser Feind?

(lacht) Nein, das nicht. Wir brauchen sie ja für die Vitamin-D-Bildung. Sie tut uns ausserdem gut und macht uns glücklich.Aber man sollte die Sonne in Massen und mit Bedacht geniessen. Die Mittagssonne meiden und vor allem da aufpassen, wo die Sonne senkrecht auf den Körper trifft – also bei den sogenannten Sonnenterrassen...

Was meinen Sie damit?

Unter Sonnenterrassen versteht man zum Beispiel die Glatze des Mannes, die Nase, Unterlippen, Handrücken oder auch die Schultern. Solche Bereiche sollten gut und mehrmals am Tag eingecremt werden.

Reicht eincremen denn, um gut durch den bevorstehenden Sommer zu kommen?

Nicht ganz. Wichtig ist vor allem, einen dem Hauttyp entsprechend hohen Lichtschutzfaktor bei der Sonnencreme zu wählen. Gehen Sie hinaus und geniessen Sie die Sonne – aber eben mit Respekt. Entsprechende Kleidung kann helfen und ich sage gerne: Haben Sie Mut zum Hut! Gerade in Glarus, wo wir uns viel in den Bergen aufhalten, gilt besondere Vorsicht. Die UVStrahlung ist dort noch viel stärker als in der Ebene.

Und wenn man nicht schnell genug aus der Sonne kommt und es einen doch erwischt?

Dann sollte man die Sonne unbedingt für zwei bis drei Tage meiden, die Haut kühlen und ihr mit Creme ausreichend Feuchtigkeit geben.

Wie oft sollte man allgemein zum Hautarzt gehen und seine Haut kontrollieren lassen?

Menschen mit erhöhtem Risiko empfehlen wir, einmal im Jahr zum Hautfacharzt zu gehen. Alle anderen sollten idealerweise alle zwei bis vier Jahre gehen.

Anmeldung zum Gratis-Check und noch mehr Infos

Der Gratis-Muttermalcheck findet am Montag, 15. Mai, von 8 bis 11 und von 14 bis 16 Uhr statt. Anmelden kann man sich in der Praxis für Integrative Onkologie Glarus in der Schweizerhofstrasse 3. Dies jeweils am Donnerstag von 8 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 0556404444. Wer sich für das Thema Hautkrebs interessiert, kann ausserdem am Dienstag, 16. Mai, den Vortrag «Hautkrebs – Vorsorge ist die beste Therapie» von Philippa Golling besuchen. Dieser beginnt um 18.30 Uhr in der Migros-Clubschule.
Nähere Infos unter www.integrative-onkologie.ch. 

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