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Nachhaltigkeit erfordert Einfallsreichtum

Seit ein paar Jahren versucht der HC Davos, seine Anstrengungen in Sachen Nachhaltigkeit auf verschiedenen Gebieten zu verstärken. Einer der Sektoren – die Gastronomie – ist in diesem Zusammenhang besonders gefordert. Denn vor allem der Spengler Cup birgt einige Herausforderungen.

Pascal
Spalinger
18.01.25 - 08:00 Uhr
Leben & Freizeit
SC2024_Angebot_Fanzelt
Im Fanzelt wird alles frisch zubereitet, so entsteht nur wenig «Food Waste».

Nachhaltigkeit betrifft nicht nur die weltweite Ökologie und Ökonomie, sondern geht bei einem Spitzensport-Verein wie dem HCD mit eigener grosser Nachwuchsabteilung noch um einiges weiter. So haben sich die Verantwortlichen auch soziale Nachhaltigkeitsziele gesetzt, die mit verschiedenen Massnahmen erreicht werden sollen. Unter anderem will man die Juniorenzahl auf 175 erhöhen sowie ein professionelles Umfeld schaffen – was spätestens seit der Eröffnung von Trainingszentrum und HCD-Campus im Batliner-Haus erreicht werden konnte. Den Junioren soll aber nicht nur eine hervorragende Trainingsinfrastruktur geboten werden, sondern auch die Möglichkeit, hier eine Sportler-Ausbildung oder das Sportgymnasium Davos zu absolvieren. Eine hohe Nachhaltigkeit auf diesem Sektor ist für den HCD sehr wichtig, um attraktiv für starke Nachwuchsspieler aus dem Unterland zu bleiben.

Starke Partner ins Boot geholt

Der Sektor «Ökologische Massnahmen und Ziele» wurde beim HCD in fünf Bereiche unterteilt und erstreckt sich von der Mobilität über die Gastronomie bis zum Klimafonds Davos. Dabei sind die Ziele und Massnahmen im Bereich Gastronomie besonders umfangreich. Denn einerseits sind da die Restaurants Time-Out und Chalet Iisstock ausserhalb des Stadions, während der Meisterschaft kommt dann andererseits ein umfangreiches Gastronomieangebot in der Eishalle selber hinzu. Noch komplizierter wird die Sache während dem Spengler Cup, wenn mit Fanzelt, «Loft23», Chalet und Aussenständen weitere Angebote hinzukommen. Deshalb haben die HCD-Verantwortlichen mit der Galfri GmbH – sie ist für Fanzelt und Aussenstände zuständig – sowie Gammacatering («Loft23») Partner ins Boot geholt, die sehr viel Erfahrung in der Organisation von Grossanlässen haben. Sie wissen auch, wie man nachhaltig arbeiten kann – beispielsweise indem Abfälle zur Weiterverarbeitung weitergegeben werden. «Unsere Partner haben sich zur Mithilfe verpflichtet, unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen», erklärt Jacqueline Kühne, «Head of Project Spengler Cup» beim HCD, auf Anfrage. So soll unter anderem bis ins Jahr 2030 alles, was verwendet wird, entweder rezyklierbar, biologisch abbaubar oder wiederverwendbar sein.

Während im Fanzelt verschiedene Speisen und Getränke angeboten werden, sieht das Angebot in der VIP-Zone «Loft23» noch etwas anders aus, denn dort werden immer wieder Buffets angeboten. Beim Fanzelt sei die Problematik nicht so gross, denn es werde laufend produziert, was die Gäste bestellen. Nicht Gebrauchtes könne wieder an die Lieferanten zurückgegeben werden, erklärt Kühne. Gibt es doch Reste, so werden diese einem Davoser Biogas-Produzenten geliefert.

Wie umgehen mit Buffets?

Etwas schwieriger ist die Situation bei den Buffets, welche den VIP-Gästen im «Loft23» aufgetischt werden. Doch auch hier haben die Verantwortlichen eine gute Lösung gefunden, wie übermässiger Abfall verhindert werden kann. Nachdem sich nämlich die VIPs an den Buffets gütlich getan haben, findet immer ein «Staff-Essen» statt. Das heisst, Vertreterinnen und Vertreter von Sponsoren und Dienstleistern sowie das Personal von Gammacatering können sich am gleichen Buffet verköstigen. Laut Kühne ist man damit gleich in doppelter Hinsicht erfolgreich: Einerseits bleibt so praktisch nichts übrig, das man entsorgen muss, und andererseits erhält man von Sponsoren und Dienstleistern positive Rückmeldungen, zu dieser Option der Verpflegung für ihre Mitarbeitenden.

Gegenwärtig ist man beim HCD zusammen mit einer externen Stelle daran, Informationen und Werte der vergangenen Jahre (seit 2022) auszuwerten. Konkrete Ergebnisse werden in den nächsten Monaten erwartet, und man wird sehen, ob der HCD punkto Nachhaltigkeit auf einem guten oder noch verbesserungswürdigen Weg ist.

Im «Loft23» werden Büffets aufgebaut, an denen gleich doppelt verköstigt wird.
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