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Von Schuhen zu Büchern

Ende Juli soll die neue Bibliothek am Postplatz ihre Tore öffnen. Noch sieht man mehr Kabelbinder als Bücher in der ehemaligen Postfiliale. Eine Vision, wie es hier in naher Zukunft aussehen soll, steht aber.

Davoser
Zeitung
29.05.24 - 14:00 Uhr
Kultur
P1200252
Das alte Postgebäude im Dezember 2022, als noch die letzten Schuhe über den Ladentisch gingen.

Wo früher noch Postangestellte Pakete und später Verkäufer Schuhe geschnürt haben, ziehen bald die Bibliotheken von Davos ein. Noch lässt nicht vieles darauf schliessen, dass hier bald ein Ort des Wissens sein wird. Zwischen Gerüsten und nackten Stahlträgern gibt Werner Stoffel, Immobilienverwalter der Gemeinde, Einblick in das Projekt, welches, Umbau und Umzug zusammengenommen, 1.7 Millionen Franken kostet.

Hell und offen soll die Bibliothek sein. Natürlicherweise nach den neusten Standards gestaltet, was Barrierefreiheit, Brandschutz und Fluchtwege betrifft. Mit der Leihbibliothek sowie dem Lesekaffee und der Lounge um eine Grüninsel unter den alten Oberlichtern wird alles für die Moderne gerüstet. Die Dokumentationsbibliothek zieht ebenfalls um und erhält im hinteren Bereich eigene Arbeits- und Studienplätze sowie im Keller Platz für das regionalhistorische Archiv.

Mit 400 Quadratmetern kommt etwas Fläche zum alten Standort hinzu. Dadurch gibt es auch Raum für die Arbeitsplätze der Bibliothekarinnen und offene Leseecken mit Begrünung. Generell habe das Planungsteam um Architekt Jürg Grassl die optimale Raumnutzung angestrebt und diese auch umgesetzt, stellt Stoffel fest.

Barrierefreiheit trotz Denkmalschutz

Die grösste Herausforderung sei gewesen, den Eingang barrierefrei zu gestalten. Wenig Platz sowie die historischen Säulen hin zur Promenade haben die ­Planung erschwert. Schlussendlich fand man eine Lösung, bei welcher der breite Aufgang durch eine Rampe sowie eine Treppe ersetzt wird. «Für mich ist es schön, wenn alle durch den gleichen Eingang hereinkommen können. Seien es zu Fuss Gehende, Leute mit Kinderwagen oder auch Personen im Rollstuhl», meint Stoffel. Der Eingang wird durch eine grosse Glasfront einladend gestaltet.

Mit dieser Lösung konnte auch auf das historische Gebäude aus dem Jahr 1900 Rücksicht genommen werden. So bleiben die Säulen am Eingang sowie die Aussenfassade intakt. Die Fenster und einiges an Innenisolation werden erneuert, um auch umwelttechnisch auf dem neusten Stand zu sein.

Die Eröffnung ist voraussichtlich im Spätsommer. Dann sollen, wo früher Schuhe über die Theke gingen, die ersten Bücher aufgeschlagen werden.

Noch sieht es im Innenraum nicht nach Bibliothek aus. Bis Ende Juli soll sich das ändern.
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