Linard Bardill in der Kirche St. Johann
Am Sonntag, 18. August erwartet Davos reformiert ein besonderes Highlight: Der bekannte Bündner Liedermacher Linard Bardill wird den Gottesdienst zum Schulbeginn in der Kirche St. Johann musikalisch gestalten. Der Gottesdienst wird um 10 Uhr starten und im Anschluss wird es zudem noch einen Kinderapéro geben.
Am Sonntag, 18. August erwartet Davos reformiert ein besonderes Highlight: Der bekannte Bündner Liedermacher Linard Bardill wird den Gottesdienst zum Schulbeginn in der Kirche St. Johann musikalisch gestalten. Der Gottesdienst wird um 10 Uhr starten und im Anschluss wird es zudem noch einen Kinderapéro geben.
Davos reformiert hatte die Gelegenheit, Linard Bardill vorab einige Fragen zu stellen. Im folgenden Interview beantwortet er Fragen über seine eigenen Erinnerungen an den Schulbeginn, seine Tipps für die neuen Schulkinder und seine musikalischen Projekte.
Davos reformiert: Wann hast du angefangen, Musik zu machen?
Linard Bardill: Wir haben zu Hause sehr viel gesungen. Beim Abwaschen, im Bett mit meinem Bruder, viele Kanons und mit zwölf habe ich angefangen, Gitarre zu spielen. So richtig den Ärmel hineingezogen hat es mir dann aber, als ich in einer Jugendgruppe war und wir gemeinsam Lieder sangen. Da habe ich dann ganz schnell begonnen selber Lieder zu schreiben.
Kannst du dich an das erste Lied erinnern, das du geschrieben hast?
Ja, es war eine Vertonung. Das Gedicht «Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte» von Eduard Mörike hatte es mir so angetan, dass ich es einfach vertonen musste. Ich singe es heute noch.
Welches ist dein Lieblingslied, das du geschrieben hast?
Es ist das Lied «noch em grosse Tor» , da habe ich meine Fantasie total ausleben lassen, wie es sein wird, wenn wir gestorben sind. Das Lied ist ziemlich unbekannt, aber jedes Mal, wenn ich es höre, versetzt es mich in einen Zustand der Nachdenklichkeit und der Neugier, ob es wirklich so sein könnte, wie ich es geschrieben habe.
Welches Lied mögen die Kinder am meisten von dir?
Da gibt es einige: «den Sonnenstrahl», «die Geiss», «den Esel von Martin», «das Schellen-Ursli Lied», und wenn ich noch etwas hinzufügen darf, wenn das Publikum am Konzert bei einem Lied mitsingt, dann ist es immer das schönste Lied!
Wo findest du die Themen und Geschichten für deine Lieder?
Ich bin halt selber immer ein Kind geblieben. Und dort bei diesem Kind finde ich die meisten Lieder. Sie sind nicht aus dem Kopf geboren, eher aus der Begegnung mit meinem, mit Fremden oder den eigenen Kindern und seit Neuestem sogar meinem Enkelkind.
Gibt es bestimmte soziale oder ökologische Themen, die dir besonders am Herzen liegen und die du in deiner Arbeit thematisierst?
Ja, im Moment beschäftigt mich sehr, dass die Welt die Poesie zu verlieren scheint. Mein letztes Lied war deshalb auch ein Liebeslied an die Poesie. Sie ist meine Erste und meine letzte Liebe. Wenn zur Poesie noch Musik dazu kommt, dann wird nicht nur ein Schuh draus, sondern eine kleine oder grössere Überraschung.
Was machst du gerne in deiner Freizeit, wenn du nicht mit Musik oder Schreiben beschäftigt bist?
Am liebsten bin ich mit meinen Liebsten zusammen, ohne Zeitlimit. Und meinen Kindern, die zum Teil schon lange keine Kinder mehr sind. Dann träume ich mit offenen Augen, höre zu und lasse mich durch die Schönheit der Welt verzaubern. Kommt eigentlich nicht darauf an, wo. Hauptsache da sein.
Kannst du dich noch an deinen ersten Schultag erinnern? Wie war das für dich?
Ehrlich gesagt, nicht nur schön. Wir waren 35 Kinder und irgendwo wäre ich viel lieber im Wald herumgelaufen. Interessanterweise erlebe ich die Kinder heute noch genauso. Ihr Bedürfnis sich zu bewegen ist 1000-mal grösser, als die Begierde dem Lehrplan zu entsprechen. Da hat die Schule viel Luft nach oben, auch heute noch.
Was war dein Lieblingsfach in der Schule und warum?
Natürlich Singen. Und wir hatten einen tollen Lehrer, der immer eine halbe Stunde gesungen hat, bevor der Schulunterricht begann. Das werde ich ihm nie vergessen. Ein anderer Lehrer hat uns immer eine Geschichte vorgelesen, aus einem Buch, aus dem er schon 30 andere Jahrgänge mit wirklich guten Geschichten beglückt hat.
Möchtest du den Kindern, die bald zur Schule gehen, noch etwas Ermutigendes mit auf den Weg geben?
Ja, meine Lieder sind im Grunde auch mit der Botschaft versehen: «Du schaffst es, du bist genau richtig, so wie du bist», und die Kinder sollen zur Schule gehen und dreimal von dem Schulhaus sagen: «Ich bin wie ich bin, und das ist gut so.» Wenn sie aus der Schule kommen, gleich noch mal: « Ich bin wie ich bin, und das ist gut so.» Und ich meine, der Lehrer darf das auch machen. Weil er kann nicht mehr sein, als er ist. Und gemeinsam werden sie es schaffen.
Worauf freust du dich bei deinem Auftritt bei uns in Davos?
Ich freue mich am meisten auf alle, die da sein werden. Aber eigentlich auf alle und alles.
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