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Aus Langeweile entstand ein Musical

Pascal
Spalinger
15.07.23 - 12:00 Uhr
Graubünden
gianna
Gianna zeigt stolz ihr selbst geschriebenes Drehbuch.
Pascal Spalinger

«Endlich ist es soweit: Das grosse Turnier rückt immer näher. Sina, Lina, Theodora, Paula und Andrea haben zusammen ein Fussballteam gegründet: die Krakenspieler. Ein unerwartetes Foul stellt die Freundinnen vor eine grosse Probe.» So warben die Darstellerinnen des Musicals auf den selber hergestellten Flyern für den Besuch ihrer Aufführung. Um es vorwegzunehmen: Das Musical war ein grosser Erfolg, und die Darstellerinnen durften viel Applaus entgegennehmen. Doch schön der Reihe nach.

Idee fand Anklang

Gianna schreibt für das Leben gerne alle Arten von Geschichten. Sie habe dann aus Langweile eine Fussball-Geschichte geschrieben, worauf die Idee entstanden sei, ein Musical daraus zu machen, erklärt die Elfjährige auf Anfrage. Natürlich konnte die junge Autorin das Stück nicht selber auf die Beine stellen, und so stellte sie die Idee ihrer Klasse vor. Mit Erfolg: Ihre Kolleginnen Mailin, Nora, Noemi, Luana, Alicia, Vera, Saki, Sveja und Anna sagten zu, Gianna bei der Umsetzung ihres Musicalprojekts in die Realität mitzuhelfen. «Ohne ihre Hilfe wäre es unmöglich gewesen, das Ganze auf die Bühne zu bringen», zeigt sich die Autorin dankbar. Dass sich beim Casting nur Mädchen gemeldet hätten, sei eigentlich nicht vorgesehen gewesen. Kurzerhand wurden die für Buben gedachten Rollen dann halt an Mädchen vergeben und die Namen der Figuren kurzerhand geändert: «Theodor hiess dann halt Theodora», meint Gianna dazu.

Das kindliche Ensemble machte alles selber: Gianna schrieb das Drehbuch, und danach wurden die Rollen verteilt, Lieder ausgesucht und dazu passende Choreografien ausgedacht. Gianna zeigt sich erstaunt, dass alles speditiv und absolut pannenfrei vorwärts ging. Am anstrengendsten sei das Auswendiglernen der Texte gewesen, und bei der Suche nach einem passenden Aufführungslokal seien die Eltern behilflich gewesen. Schluss­endlich durfte das Ensemble im Saal der Heilsarmee auftreten, der sich für das Vorhaben der Mädchen als perfekt erwies. 

«Es war cool»

In den letzten Monaten waren Gianna und ihr Ensemble mit ihrem Musical-Vorhaben stark gefordert. Immer wieder verabredete man sich zum Üben – egal ob zu Hause in einem Zimmer oder draussen auf dem Trampolin. «Wir wollten eine gute Leistung zeigen und haben auf einiges verzichtet», stellt Gianna fest. Die Mädchen wurden für ihren Aufwand belohnt, denn die Aufführung des Musicals war sehr gut besucht. Fast ein wenig emotional wurde die elfjährige Autorin, als sie unter dem Applaus des Publikums einen Gabenkorb erhielt: «Da kamen mir also fast die Tränen». 

Sie blickt dankbar und sehr zufrieden auf die letzten Monate zurück. Alle hätten megagut mitgemacht, und alles sei fast von allein gelaufen. «Ich gab die Vorlage, und meine Kolleginnen haben alles umgesetzt und eigene Ideen eingebracht.» So kam das Publikum in den Genuss einer abwechslungsreichen Show. Die Frage, ob sie sich vorstellen könne, wieder mal ein Musical oder Theaterstück zu schreiben, beantwortet Gianna mit einem lauten Ja. Dann wolle sie aber versuchen, noch besser zu sein.

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