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Besuch beim Freilichtspiel in Lantsch/Lenz

Die Davoser Bündnerinnen reisten gemeinsam mit ihren Kolleginnen aus dem ganzen Kanton zur Aufführung «1524 – Freistaat der drei Bünde» nach Lantsch/Lenz. Dies im Rahmen ihrer jährlichen kulturellen Jahresaufgabe, welche seit über 70 Jahren ein fester Programmpunkt ist.

Davoser
Zeitung
05.10.24 - 17:00 Uhr
Kultur
Die Freichlichtbühne sowie das Stück waren spektakulär.
Die Freichlichtbühne sowie das Stück waren spektakulär.
zVg
Die Kantonalpräsidentin, Yvonne Monsch aus Davos, empfing die Teilnehmerinnen bei der Theater­kasse persönlich und verteilte die Billette. Wie immer, wenn sich die Bündnerinnen zweimal im Jahr treffen, war das Wiedersehen sehr herzlich.

Das Team der Kulturstiftung Origen hat eine malerisch gelegene, offene Holzbühne mit Sitzgelegenheiten unterhalb der Marienkirche aufgebaut. Der Intendant und Regisseur Giovanni Netzer begrüsste das Publikum im ausverkauften Freilichttheater und gab einige Erklärungen zum Stück. Dieses Freilichtspiel über den Zusammenschluss der drei Bünde vor 500 Jahren ist als Tanztheater konzipiert worden. Die professionell ausgebildeten Tänzerinnen und Tänzer aus aller Welt haben fast durchwegs die Ballettschule in Hamburg absolviert. Sie werden von jungen Laienschauspielerinnen und Laienschauspielern aus der ­Region unterstützt. Die Szenen spielen auf der Bühne und auf den umliegenden Wiesen. Hauptperson ist der Bündner Gian Travers. Weiter erlebt das Publikum Gian’s Familie, einige Bündnerinnen und Bündner, einen überforderten Bischof von Chur, den selbstverliebten Herzog von Mailand, eine kleine Gruppe Veltliner und den Kaiser von Österreich mit seiner Entourage. Auf eindrückliche Art und Weise wird die schwierige Zeit um das Jahr 1524 dargestellt. Die Inszenierung ist voller Musik, akrobatischer Tanzeinlagen, tollem Schauspiel und farbenfroher Kostüme. Der Bundsbrief wurde vom Bündner Volk sehr eindrücklich auf dem Boden, also sinnbildlich auf die Erde, einzeln unterschrieben. Das Publikum schaute während des Spiels auf der offenen Bühne direkt auf die umliegenden Wiesen, in die Berge des Oberhalbsteins und erlebte das langsame Eindunkeln, bis am Horizont nur noch die Kirche von Mon leuchtete. Mit tosendem Applaus dankte das Publikum den Darstellerinnen und Darstellern für die tolle Aufführung.

Danach ging es wiederum zurück zum Dorfplatz von Lantsch/Lenz, wo sich die Bündnerinnen verabschiedeten und in die verschiedenen Täler zurückreisten. Die Davoser Bündnerinnen brauchten etwas Geduld, mussten sie doch noch auf ein verspätetes Postauto warten. Das Nachwirken der Aufführung und die gerade herausgekommenen Wahlresultate gaben aber genügend Gesprächsstoff, um die Wartezeit zu verkürzen.

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